Kolumbien

Im Nordwesten Südamerikas liegt Kolumbien, nach Brasilien mit 41 Millionen Menschen das zweitgrößten Land des Subkontinents. Bezüglich der Fläche steht es jedoch erst an vierter Stelle, hinter Brasilien, Argentinien und Peru. Kolumbien grenzt im Südwesten an Ecuador und Peru, im Osten an Brasilien und Venezuela und im Norden an Panama. Im Westen wird es außerdem vom Pazifischen Ozean umgeben, im Nordosten vom Karibischen Meer.

Die Geografie Kolumbiens ist sehr abwechslungsreich. Langgestreckte Küstenebenen werden durch das Hochgebirge kontrastiert, darüber hinaus wird der Südosten des Landes durch den tropischen Regenwald bestimmt. Kolumbien hat eine interessante geografische Besonderheit. Es ist das einzige Land der Welt, das nicht einen höchsten Berg hat, sondern zwei. Die Berge Pico Cristóbal Colón und Pico Simón Bolívar sind beide 5775 hoch. Sie liegen beide in der Sierra Nevada de Santa Marta die das höchste Küstengebirge der Welt ist.

 

Die Geschichte Kolumbiens

Kolumbien wurde bereits mehrere Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung besiedelt. Die dort ansässigen Völker beherrschten die Goldschmiedekunst auf sehr hohem Niveau. Jedoch bildete sich kein einheitliches Staatsgebilde heraus, was wohl auf die geografische Struktur des Landes zurückzuführen ist.

Kolumbien wurde 1499 zum ersten Mal von den Europäern betreten. Die Entdecker waren Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci. Christoph Kolumbus, nach dem das Land benannt wurde, betrat das Gebiet des heutigen Kolumbiens jedoch nie. Während der Kolonialzeit wurde Kolumbien zum wichtigsten Bestandteil des Vizekönigtums Neu-Granada.

Im Jahre 1810 begannen die Unabhängigkeitsbestrebungen Kolumbiens. Die erste Republik hatte jedoch nur sechs Jahre Bestand. Die endgültige Unabhängigkeit von den Spaniern erreichte Kolumbien 1819, als Teil der Republik Großkolumbien, die außer Kolumbien noch Ecuador, Panama und Venezuela umfasste. Als sich Großkolumbien 1831 auflöste, wurde Kolumbien schließlich eigenständig.

1903 spaltete sich das bis dahin zu Kolumbien gehörende Panama ab. Der wichtigste Grund dafür war das Bestreben der USA, den Panamakanal zu bauen. Aus diesem Grund stärkten sie die eigentlich nur schwachen Unabhängigkeitsbestrebungen Panamas und sorgten so für die Unabhängigkeit.

In Jahre 1948 begann ein bis heute andauernder Bürgerkrieg in Kolumbien. Die bereits sehr konfliktreiche Situation zwischen Liberalen und Konservativen entlud sich nach dem Mord an dem linksgerichteten Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliécer Gaitán. Ein bis heute andauernder Bürgerkrieg war die Folge. Obwohl die Intensität der Kämpfe nach 1948 deutlich abnahm, kam es nie zu einer vollständigen Einstellung der Kampfhandlungen. Erst in den letzten Jahren scheinen die Bemühungen der Regierung, die Rebellen auszumerzen, erfolgreich zu sein. Die größten Guerrilla-Organisationen FARC und ELN konnten schwer geschwächt werden.

Das politische System Kolumbiens

Kolumbien ist bereits seit 1886 eine demokratische Republik mit einem starken Präsidenten. Die politischen Institutionen sind stark am Vorbild der USA orientiert.

Über viele Jahre hinweg bestand die Demokratie jedoch nur auf dem Papier, während die Politik des Landes von anderen Interessen bestimmt wurde. Insbesondere der Jahrzehnte andauernde Bürgerkrieg macht es unmöglich, Kolumbien als funktionierende Demokratie zu bezeichnen. In den letzten Jahren flaute der Bürgerkrieg jedoch merklich ab und die demokratische Legitimation der kolumbianischen Regierung nahm deutlich zu.

 

 

Wirtschaft und Gesellschaft in Kolumbien

Die Bevölkerung Kolumbiens setzt sich aus den Nachfahren der Ureinwohner, europäischer Einwanderer und Sklaven aus Afrika zusammen. Der überwiegende Teil der Bewohner wird als Mestizen bezeichnet – bei denen sich die europäischen Siedler mit den Ureinwohnern mischten.

In Kolumbien lebt eine große Zahl der Menschen in Armut. Die Weltbank geht davon aus, dass knapp die Hälfte der Menschen in Armut lebt, sieben Prozent sogar in absoluter Armut (Zahlen von 2006). Obwohl die Zahlen bereits seit langer Zeit sinken, ist die Armut eines der größten Probleme des Landes. In vielen Fällen wird die Armut auch durch fehlende Bildung hervorgerufen. In Kolumbien beträgt die Analphabetenquote mehr als zehn Prozent.

Kolumbien liegt hinsichtlich des Durchschnittseinkommens im lateinamerikanischen Vergleich an einer mittleren Position. Allerdings kann das Land in den letzten Jahren ein erhebliches Wachstum aufweisen und gilt momentan als eines der wichtigsten Ziele für ausländische Inversionen. Obwohl auf diesem Wege auch die Industrialisierung voranschreitet, bleiben Agrargüter für die Exporte bestimmend. Kolumbien zählt zu den wichtigsten Produzenten für Kaffee, Bananen, Schnittblumen und Kartoffeln. Darüber hinaus spielt auch der Anbau und die Produktion illegaler Drogen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des Landes.