Der Unternehmer hat es schwer in einer neoklassischen Modellwelt. Bei Joseph Alois Schumpeter verstanden als einer, der den inneren Drang verspürt, sich zu entwickeln, sein Umfeld zu gestalten, wird ihm in der neoklassischen Ökonomie blanker Eigennutz unterstellt. Und er, der die Wirtschaft seiner Zeit vorantreiben und sogar neues Wachstum anregen kann, verliert unter den Annahmen der Theoretiker jede Funktion. Mark Blaug stellt, mit Bezug zu Humberto Barreto, fest:
„We can have either entrepreneurship or the
neoclassical theory of the firm but we cannot have both.“
Alfred Marshall:Principles of Economics
Wie praktisch ist die Theorie heute?
Alfred Marshall legte in seinem Hauptwerk, den „Principles of Economics“ den Grundstein für viele Instrumente der formalisierten Volkswirtschaftslehre, wie sie heute gelehrt und praktiziert wird. Was er eigentlich wollte, stellte er selbst klar: Die beobachtete Wirklichkeit erklären. Heute grassiert der Vorwurf, die fortschreitende Formalisierung würde sich immer tiefer in Modellwelten hinein bewegen und die Realität aus dem Blickfeld verlieren. Die praktische Verwertbarkeit formal ermittelter Ergebnisse wird in der Forschungsdebatte vielfach angezweifelt. Ist das, was für Marshall nicht mehr als ein Werkzeug war, außer Kontrolle geraten?
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