“Da wird der Leser doch auf gut-Deutsch verarscht”, sagte mein Bekannter zu mir, und ich musste schlucken. Realen Personen erfundene Geschichten aufdrücken empfand ich als verwerflich. 
Über den umgekehrten Fall, irgendwie reale Geschichten auf erfundene Personen zu schneidern, hatte ich mir nie Gedanken gemacht. “Das ist doch schon an der Grenze zur Fiktion!”
Wie weit dürfen Journalisten eigentlich gehen, wenn sie sich noch guten Gewissens so nennen wollen?
Eine Menge Leute sehen eine Menge Sachen kommen. Und wenn genügend Leute da sind, hat auch immer irgendwer Recht, böse Zungen nennen dieses Phänomen “das Gesetz der großen Zahl” oder “auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“. Eigentlich wäre das egal. Mal geht es bergauf, mal geht es bergab… und durch die inflationäre Berieselung der Massen mit allerlei Konjunkturprognosen haben diese eigentlich fast nur noch Horoskopcharakter.
Es ist eine der grundlegenden Weisheiten unserer Gesellschaft: Egal was passiert, wann es passiert, wie es passiert. Irgendjemand hat es kommen sehen. Immer. Und für gewöhnlich gut daran getan, seine Weissagung tunlichst für sich zu behalten – oder in sorgfältig gewählte Schranken zu setzen. Wobei Letzteres meistens den Beschränkungen einer Nachrichtenlänge zum Opfer fällt. Am Ende steht irgendeine wieauchimmer geartete Realität, die Gruppe jener, auf die man ja nur hätte hören müssen (wenn man sie denn gehört hätte) und ein Haufen Leute, die mit allem was sie gesagt haben daneben lagen, obwohl sie durchaus Recht hatten.
Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare…
An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro… nein okay, so weit will ich dann doch nicht gehen.
Geschichten.
Sie versüßen uns, je nach Medium und Empfänger, den Feierabend, den Fernsehnachmittag, die lange Mittagspause oder den Frühstückskaffee. Wahre Geschichten, erfundene Geschichten und all jene, die irgendwo dazwischen liegen.
Das die meisten Elemente unseres Sozialstaates eine hundsgemeine Sache sind habe ich ja nun schon des öfteren festgestellt. Der heutige Tagessieger ist die gesetzliche Krankenversicherung. Ich bin vielleicht kein Fan der Reform, aber zumindest sollte man bei der Berichterstattung die Tatsachen nicht gänzlich unterschlagen.
Windows 3.1. Schön, damit konnte ich ja noch ganz gut Leben. Allerdings war ich da auch erst sieben Jahre alt. Fünfzehn Jahre später artet die Sache aber doch langsam aus. Web 2.0, während sich regelmäßig Firmen damit brüsten, schon längst auf dem Weg zu 3.0 und darüber hinaus zu sein, 2.0, Business 2.0, Energie 2.0 und Nachwuchs 2.0.x. Und dann halt noch das jeweilige Zweinull des Tages…
Und wenn alles sich sooo stark verändert – und bei laufender Notation kann man das jetzt ja wunderbar verfolgen – darf eines aber auf gar keinen Fall fehlen: Eine ganz neue Business Culture mit dem dazu gehörigem Managementconcept. Da möchte man bei der Aufforderung Stirb Langsam 4.0 am liebsten sagen: “Ist gut, and thanks for all the fish”…
Zugegeben, die Überschrift ist denkbar unkreativ. Bietet sich aber auch irgendwie an, oder nicht? Nach dem mit BSE, Schweinepest, Vogelgrippe und Gammelfleisch die Fleischfresser unter uns hinreichend abgegrast wurden sind jetzt auch die Vegetarier fällig, Käseskandal.
Endlich wieder ein Skandal. Nach Erdogan letzter Woche war mir schon fast wieder langweilig geworden. Und nun? Steuerskandal, gekauft. Historisch ist er sogar, super. Das gibt Schlagzeilen für mindestens bis… Mittwoch?