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	<title>Nordbaldsüddeutsche. &#187; Krise</title>
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	<description>bellum omnium contra omnes</description>
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		<title>Humandemokratie</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 17:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist es das, was wir gewählt haben? Steuersenkungen, das klang ja ganz nett. Familienpolitik, Energiewirtschaft, das klang alles irgendwie ganz vernünftig. Und kompetent sehen sie aus, die Macher unserer neuen bürgerlich-liberalen Regierung. Aber ein derart faires und gleiches Krankenversicherungssystem, dass wirklich jeder Versicherte den gleichen Beitrag leistet? Das Ende der Umverteilung, so dass ein Wettbewerb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es das, was wir gewählt haben? Steuersenkungen, das klang ja ganz nett. Familienpolitik, Energiewirtschaft, das klang alles irgendwie ganz vernünftig. Und kompetent sehen sie aus, die Macher unserer neuen bürgerlich-liberalen Regierung.</p>
<p>Aber ein derart faires und <em>gleiches </em>Krankenversicherungssystem, dass wirklich jeder Versicherte den gleichen Beitrag leistet? Das Ende der Umverteilung, so dass ein Wettbewerb entsteht, in dem Versicherte je nach verfügbarem Einkommen medizinische Leistungen kaufen können, das hat es uns gebracht.</p>
<p><span id="more-624"></span>Im Grunde ist das wirklich das, was wir gewählt haben. Aber <em>wollen </em>wir das? Würde <em>jeder </em>einen einkommensabhängigen Beitrag zur Versicherung <em>aller</em> leisten, könnte dieser wesentlich geringer ausfallen. Jeder könnte die gleichen Leistungen erhalten, Verwaltungskosten entfielen und das ganze Volk könnte gemeinsam Druck auf die Krankenversicherungen ausüben, dass diese Leistungen auch entsprechend gut ausfallen. Wenn alle das gleiche Ziel haben, drücken auch nur noch zwei Lobbys auf die Regierung: Volk und Krankenversicherung. Da sollten sie doch mal sehen.</p>
<p>Okay klingt gut, wird aber nicht eintreten. Ich seh das ganz marxistisch. Oder eher noch engelsistisch, wie man will. Denn wenn aus der zweiklassen Medizin jetzt eine vielschichtige jeder-kriegt-was-er-verdient-Medizin werden soll, knallt es sowieso bald richtig. Und wie sagte Friedrich Engels so schön:</p>
<p><em>Die Krise wird mir so gut tun wie ein Seebad.</em></p>
<p>Das wäre doch auch ein super Betätigungsfeld für die annähernd überflüssig gewordene SPD, jüngst an der sozialmarktwirtschaftlichen Mittel-Orientierung der neuen Regierungsparteien gescheitert. Die könnten aus ihrer Sozialdemokratie eine neue Humandemokratie machen und sich mal vernünftig dafür einsetzen, dass unser Gesundheitssystem nicht mehr so unglaublich scheisse ist. Es gibt nämlich durchaus eine Menge Leute, die sich wissenschaftlich damit beschäftigen &#8211; ohne aus Effizienzgründen vor lauter Freiheit und Gleichheit die Gerechtigkeit zu vergessen.</p>
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		<title>Heute vor einem Jahr&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 06:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch. Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr. Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet. Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme Heute vor einem Jahr habe ich einen Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr.</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet.</p>
<p>Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich einen Text über Sozialphobie und Schüchternheit geschrieben.</p>
<p>Heute vor einem Jahr wars glaub ich ziemlich warm draussen.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hat mich DPA irgendwie genervt.</p>
<p>Heute vor einem Jahr war übrigens Montag und nicht Dienstag.</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich mir Gedanken über die Börse in Wien gemacht.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hab ich mir anhören müssen, die sei uninteressant.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hatte ich nen ziemlichen Kater vom Vorabend.</p>
<p>Heute vor einem Jahr stand plötzlich &#8220;US-Bank pleite&#8221; auf meinem Display.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann etwas, das ich in fast jede Kategorie dieses Blogs eintüten kann.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann das, was meine Kinder später als zweite große Wirtschaftskrise&#8221; in der Schule lernen werden.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann das, was ich zuerst für ziemlich überbewertet gehalten habe.</p>
<p>Heute vor einem Jahr ist Lehmann-Brothers zusammengebrochen.</p>
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		<title>Crisis, what (&#039;s a) crisis?</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 12:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise&#8230; Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise? Keine Krise. Wann gab es das mal? Börsenkrise herrscht eigentlich immer, wenn die Kurse einige Tage abwärts tendieren. Nahrungsmittelkrisen gibt es schon mein ganzes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, <em>Wirtschaftskrise</em>&#8230; Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise?</p>
<p><span id="more-366"></span></p>
<p>Keine Krise. Wann gab es das mal? Börsenkrise herrscht eigentlich immer, wenn die Kurse einige Tage abwärts tendieren. Nahrungsmittelkrisen gibt es schon mein ganzes Leben lang: BSE, Pflanzengift, Schweinepest, Geflügelpest, Geflügelgrippe, Schweinegrippe. Eigentlich kann niemand von mir erwarten, dass ich überhaupt noch etwas anderes als Schokolade zu mir nehme.</p>
<p>Ist auf den ersten Blick keine Krise erkennbar, findet sich meistens schnell eine: Mindestens für eine Klimakrise ist mitlerweile sowieso schon egal, welches Wetter gerade herrscht. Ansonsten ist es halt die Saure-Gurken-Zeit, auch irgendwie eine Krise. Generell scheint der Begriff  &#8220;Krise&#8221; heute synonym zu &#8220;Gegenwart&#8221; verwendet zu werden.</p>
<p>Die Medizin begreift die Krise übrigens als jene Phase, in der unklar ist, ob der Patient leben oder sterben wird. Im Krisenbegriff geht es eigentlich um eine finale Zuspitzung zweier Extreme, von denen zwangsläufig eines eintreten wird. Dem kann man eigentlich Intuitiv zustimmen&#8230; warten wir also ab, ob es nach der aktuellen <em>Krise </em>noch eine <em>Wirtschaft </em>geben wird &#8211; oder nicht.</p>
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		<title>Einfach mal die Fresse halten?</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 06:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Menge Leute sehen eine Menge Sachen kommen. Und wenn genügend Leute da sind, hat auch immer irgendwer Recht, böse Zungen nennen dieses Phänomen &#8220;das Gesetz der großen Zahl&#8221; oder &#8220;auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn&#8220;. Eigentlich wäre das egal. Mal geht es bergauf, mal geht es bergab&#8230; und durch die inflationäre Berieselung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Menge Leute sehen eine Menge Sachen <a title="9. Dezember: Kommen gesehen?" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/kommen-gesehen-prognose.html" target="_blank">kommen</a>. Und wenn genügend Leute da sind, hat auch immer irgendwer Recht, böse Zungen nennen dieses Phänomen &#8220;<em>das Gesetz der großen Zahl</em>&#8221; oder &#8220;<em>auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn</em>&#8220;. Eigentlich wäre das egal. Mal geht es bergauf, mal geht es bergab&#8230; und durch die inflationäre Berieselung der Massen mit allerlei Konjunkturprognosen haben diese eigentlich fast nur noch Horoskopcharakter.</p>
<p><span id="more-313"></span>Dabei haben Konjunkturprognosen den Horoskopen etwas entscheidendes &#8211; vielleicht überraschendes &#8211; voraus: Sie betreffen nicht wahllos ein Zwölftel der Bevölkerung. Sie betreffen einzelne Gruppen. Anleger. Unternehmer. Arbeitnehmer. Sowas halt, Gruppen eben. Gruppen mit (mehr oder auch weniger) Geld, Gruppen, die Zeitung lesen und Nachrichten anschauen. Und an dieser Stelle wird es problematisch, denn die Medien stehen auch in Konkurrenz. Und wenn die Krise angekündigt ist? Jeder weiß bescheid, keiner ist mehr geschockt, Wind aus den Segeln, das wars.</p>
<p>Damit verkauft man aber seine Nachrichten nicht. Neuigkeiten müssen her. Aber die <em>Krise </em>ist interessant. Und so lange nicht irgendwo wieder ein Markt zusamenbricht, woher die Neuigkeiten nehmen? Es bleibt eigentlich überhaupt gar nichts anderes übrig: Ein Ökonom muss her, der in unendlicher Weisheit erkannt hat, dass alles <em>noch </em>schlimmer wird, als befürchtet. Katastrophenjournalismus, die Recherche kann in diesem Fall direkt durch ein &#8220;Deutschland sucht den Superquengler&#8221;-Casting ersetzt werden.</p>
<p>Konsequenz? Angst. Angst in der Bevölkerung, Angst unter den Unternehmern, Angst unter den Anlegern.</p>
<p>Stillstand in den Märkten.</p>
<p>Auch dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung <a title="Pressemitteilung des DIW" href="http://www.diw.de/deutsch/pressemitteilungen/92839.html" target="_blank">reicht es</a> damit jetzt. Präsident Klaus Zimmermann schlägt sogar vor, auf unbestimmte Zeit keine Prognosen mehr zu veröffentlichen &#8211; eben so lange, wie auch niemand wirklich sagen kann, wie schlimm die Finanzmarktkrise denn nun wirklich werden wird. Das hätte auch den entscheidenden Vorteil, dass keine pessimistischen Erwartungen mehr ausgelöst werden &#8211; und die Situation damit zumindest nicht schlimmer wird.</p>
<p>Eigentlich irgendwie zynisch. Denn Prognosen beeinflussen per se das Verhalten der Marktteilnehmer nicht &#8211; wenn sie denn nur <em>stimmen</em>. Und davon, dass die eigene Prognose stimmt, wird wohl jeder Ökonom ausgehen.</p>
<p>Und wann darf man wieder Prognosen abgeben? Wenn sie positiv ausfallen? Ich glaube, dafür gibt es ein Wort, auch wenn es leider irgendwie negativ klingt:</p>
<p>Zensur.</p>
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		<title>Gut, böse, blöd.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/gut-boese-bloed-finanzkrise-bankmanager-anlageberater.html</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 13:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freiheit, Fehler machen zu dürfen II. Eine ganz interessante Diskussion eigentlich. Aber zwischen den Guten und den Bösen liegt eben immer noch eine dritte Gruppe: Die der einfach Blöden. Man muss da wirklich zwischen &#8220;Bankmanagern&#8221;, &#8220;Anlageberatern&#8221; und den Anlegern selbst unterscheiden. Anlageberater sind &#8211; das darf man als Anleger niemals vergessen &#8211; &#8220;Verkäufer&#8221;. Der Beruf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiheit, Fehler machen zu dürfen II.<br />
Eine ganz interessante <a title="Meinung: Freiheit, Fehler machen zu dürfen." href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html" target="_blank">Diskussion</a> eigentlich. Aber zwischen den Guten und den Bösen liegt eben immer noch eine dritte Gruppe: Die der einfach Blöden.<br />
<span id="more-253"></span></p>
<p>Man muss da wirklich zwischen &#8220;Bankmanagern&#8221;, &#8220;Anlageberatern&#8221; und den Anlegern selbst unterscheiden.</p>
<p>Anlageberater sind &#8211; das darf man als Anleger niemals vergessen &#8211; &#8220;Verkäufer&#8221;. Der Beruf dieser Menschen ist es, ein Produkt zu verkaufen, an die Anleger. Hierbei sprechen wir von Menschen mit denen wir vielleicht zur Schule gegangen sind oder studiert haben &#8211; die also nicht vom Teufel persönlich gesandt wurden. Und genauso, wie ein Autoverkäufer nicht zu 100% weiß, ob das Benzin morgen noch da sein wird (jaja, sehr hypothetisch, schon klar), weiß auch der Anlageberater, selbst in allerbester Ausübung seiner &#8211; vom Gesetz zwingend auferlegten &#8211; Beratungsverpflichtung, nicht zu 100%, wie sich die Finanzmärkte der Zukunft entwickeln. Wie soll er das wissen?</p>
<p>Prognosen gab es, man hätte darauf hören können.</p>
<p>Der wesentlich kleineren, von  mir aus &#8220;elitäreren&#8221;, Gruppe der Bankmanager mag man da schon mehr Weitsicht zusprechen. Und hier wurden Fehler gemacht, die schon über das Annehmbare hinausgehen, zweifellos.<br />
Aber man verrate mir eines: Welcher rational handelnde Bankmanager, auf Profit aus, kauft für sein Institut &#8220;faule&#8221; Pakete? Oder leitet seine Verkäufer dazu an, diese an die eigenen Kunden weiter zu reichen? &lt;&#8211; sehr zentrale, wichtige Frage.</p>
<p>Und da es immer noch ein Problem der Kreditmärkte ist, Zitat aus einem <a title="Kommentare" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html#comments" target="_blank">Kommentar</a>:</p>
<blockquote><p>Das Geld ist in die Taschen einiger weniger gelangt.</p></blockquote>
<p>Das wären dann wohl die amerikanischen Kreditkunden, richtig?</p>
<p>Wir hauen und treten am liebsten im heimatlichen Revier. Warum? Ist der Kuckuck in diesem Spiel nicht viele tausend Meilen und einen kleinen Ozean entfernt zu suchen?</p>
<blockquote><p>Und ich kann mich nicht erinnern, dass jemand von den Bankern vorher sowas wie “25% Rendite geht einfach nicht, da ist der kollaps vorprogrammiert. Ihr macht ma halblang, macht 4% und habt dafür auch nen Gegenwert und keine Blase” gesagt hat.</p></blockquote>
<p>Das macht nichts, denn dafür hat <span style="text-decoration: line-through;">der liebe Gott,</span> die Deutsche Gesetzgebung den Schadensersatz erfunden. Ich gehe sogar ganz fest davon aus, dass vielen Anlageberatern Fehler unterlaufen sind und auch einige sich von Provisionsgier (was ein böses Wort) haben verleiten lassen, selbst ohne Wissen um den Markt, als sicher proklamierte Zertifikate (und wie das ganze Zeug noch heißen mag) verkauft haben. Kunden sind dabei zwangläufig die Opfer, aber welcher Windows-Nutzer ist das nicht? Vertraue ich mein Geld &#8211; größere Summen &#8211; dem Urteil einer fremden Person an, <em>muss</em> ich damit rechnen, auf die Nase zu fallen. Eine Frage des gesunden Menschenverstandes: Ich informiere mich &#8211; im Rahmen meiner Möglichkeiten. Rechtlich trotzdem ganz einfach: Der Anlageberater informiert mich &#8211; im Rahmen <em>seiner</em> Möglichkeiten.</p>
<p>Und die Klagewelle wird sooo schööön werden&#8230;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Wahrheit tut weh &#8211; kreuzigt den Boten!</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 20:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Lauf aller Dinge ist geprägt von strengen Gesetzen. Der Markt blieb bei dieser Weltordnung wohl am allerwenigsten verschont: Preis, Nachfrage, Absatz, egal jetzt. Von Murphys Gesetz will ich gar nicht anfangen, Godwins Gesetz finde ich an dieser Stelle sowieso viel spannender: &#8220;Wer auch immer Godwins folgt, verliert jede Diskussion, automatisch&#8221;, sagte eine Freundin von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Lauf aller Dinge ist geprägt von strengen Gesetzen. Der Markt blieb bei dieser Weltordnung wohl am allerwenigsten verschont: Preis, Nachfrage, Absatz, egal jetzt. Von <a title="Murphys Gesetz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz" target="_self">Murphys Gesetz</a> will ich gar nicht anfangen, <a title="Godwins Gesetz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz" target="_blank">Godwins Gesetz</a> finde ich an dieser Stelle sowieso viel spannender: &#8220;Wer auch immer Godwins folgt, verliert jede Diskussion, automatisch&#8221;, sagte eine Freundin von mir. IFO-Wirtschaftsgottheit Hans-Werner Sinn dürfte diese Einschätzung ab morgen vermutlich teilen.</p>
<p><span id="more-228"></span></p>
<blockquote><p><span class="lang" lang="en" xml:lang="en">As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.</span></p></blockquote>
<p>Was zumeist das unsachliche Finale jedwediger Unterhaltung dar stellt, ist in der laufenden <span style="text-decoration: line-through;">Hexenjagd</span>, Diskussion um <a title="Opferlämmer fürs Volk" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/opferlaemmer-fuers-volk-greenspan-ackermann-finanzkrise.html" target="_blank">Fehler</a> von Bankmanagern nicht unbedingt ein unrealistischer Vergleich.</p>
<blockquote><p>In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager. Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln. Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die &#8220;Manager&#8221; an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?</p></blockquote>
<p>so Sinn gegenüber dem Berliner <a title="Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Finanzkrise;art130,2645622" target="_blank">Tagesspiegel</a>. Grundsätzlich ein Fakt, trotzdem nicht unbedingt geschickt, es auszusprechen. Rot-Grüne Politiker sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierten &#8220;mit Entsetzen&#8221; und fordern eine Entschuldigung. Aber ist das eine &#8220;Verherrlichung der Verbrechen&#8221;, wie Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, sich ausdrückte? Ist es nicht vielmehr eine Ermahnung, vergangene Verbrechen und die Gefühle, aus denen sie resultierten, nicht zu vergessen? Überspitzt formuliert, zweifellos. Erschreckend ist jedoch die Interpretation Kramers, Sinn versuche, die Nationalsozialisten &#8220;für ihre Verbrechen zu rehabilitieren&#8221; und den Juden eine Schuld für die damalige Finanzkrise zusprechen, wie sie heute auch die Bankmanager tragen.</p>
<p><strong>Interpretationsversuch</strong>: Vielleicht, <em>nur</em> vielleicht, könnte Sinns Aussage, auch damals habe ein &#8220;anonymer Systemfehler&#8221; Schuld an der Weltwirtschaftskrise getragen, einen Hinweis darauf bieten, dass es gar nicht um die Juden damals geht, sondern vielmehr um die Bankmanager heute. Und um die Schuldzuweisungen, ohne das auch nur in Erwägung gezogen wird, dass auch bei guter Marktentwicklung Fehler gemacht werden &#8211; vielleicht sogar Folgenlos. Und das sie bei schlechter Marktentwicklung eben weiterhin gemacht werden, wie immer, wie überall. Und dann ganz üble Folgen haben. Und das man vielleicht darüber nachdenken könnte, ob man die Handelnden dann wirklich diabolisieren <em>muss</em>.</p>
<p>Gesagt ist gesagt, geschrieben, gedruckt. Rücktrittsforderungen werden nicht all zu lange auf sich warten lassen, man darf gespannt sein. Ich wüsste gern, ob er mit Absicht derart provokant formuliert hat?</p>
<p>Vielleicht komme ich jetzt doch lieber mit Murphy und erinnere daran, dass das was schiefgehen <em>kann</em>, eben schiefgehen <em>wird</em>. Und das das <a title="Freiheit, Fehler machen zu dürfen." href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html" target="_blank">nichts Neues</a> ist. Allerdings gehe ich davon aus, dass Herrn Sinn dies ebenfalls bewusst ist. Denn wer fehl- oder überinterpretiert werden <em>kann</em>, der <em>wird</em> es auch.</p>
<p>Und das ist auch nichts Neues.</p>
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		<item>
		<title>Opferlämmer fürs Volk</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 13:34:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einer muss es ja gewesen sein. Seit je her sind Opfer dargebracht worden, um die Götter zu besänftigen. Früher bediente man sich als Schäfer da gerne in der eigenen Viehherde, heute bedient sich die Herde viel lieber direkt am Schäfer. Die Luft ist dünn an der Spitze der Wirtschaft. Was oft als &#8220;Preis des Erfolges&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer <em>muss</em> es ja gewesen sein. Seit je her sind Opfer dargebracht worden, um die Götter zu besänftigen. Früher bediente man sich als Schäfer da gerne in der eigenen Viehherde, heute bedient sich die Herde viel lieber direkt am Schäfer. Die Luft ist dünn an der Spitze der Wirtschaft. Was oft als &#8220;Preis des Erfolges&#8221; bezeichnet wird, scheint eigentlich nur eins zu sein: Der Preis für den Mut, den Mund aufzumachen und sich durch eine konkrete Aussage angreifbar zu machen.</p>
<p>Dummer Fehler.</p>
<p><span id="more-216"></span></p>
<p>Man könnte behaupten, alle hätten zu ihnen aufgesehen. Könnte man, stimmt aber gar nicht. Denn wer kannte sie schon, die Wirtschaftskoryphäen der vergangenen Jahre? Künstler schaffen es posthum zum Erfolg, in der Wirtschaft kommt man posterfolg zu Ruhm. Zweifelhaftem, aber immerhin. Tagesaktuelle Beispiele sind Josef Ackermann von der Deutschen Bank und U.S. Notenbankchef a.D., Alan Greenspan. Letzterer hatte immerhin 19 Jahre seines Lebens damit verbracht, den U.S. Dollar bei Laune zu halten um die politikgebeutelte amerikanische Wirtschaft zu stabilisieren. Das machte ihn für jene, die überhaupt etwas davon mitbekommen haben, zur Galionsfigur des Wirtschaftsbooms. Für den Rest der Welt war er nur irgendein Wirtschaftsboss, bestimmt reich.</p>
<h2>Der Markt wirds schon richten?</h2>
<p>Greenspan stand vor allem für eine Überzeugung: <em>Den Glauben an den Markt</em> und maximal minimalistische politische Regulierung. Ausgesprochen unpopuläre Meinung, aber was will die breite Masse denn eigentlich reguliert wissen? Eigentlich ist es grundsätzlich zu viel Regulierung oder zu wenig Regulierung oder beides oder..? Ist ja auch egal. Greenspan sah eine Welt, die mit Schwankungen umgehen kann und den Markt nicht mit unnötigen institutionellen Regularien manipuliert. Das hat auch erstmal super funktioniert.</p>
<p>Was er übersah: Der Mensch an sich kann mit Schwankungen <em>nicht</em> umgehen. Was er vergaß: Eine Schwankung kann auch mal in ein Erdbeben ausarten. <em>Hallo, Finanzkrise.</em></p>
<p>Vor dem amerikanischen Kongress räumte er nun <a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E7E4B00D5CD2040A19CB812261EB29EE1~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">ein</a>, die Selbstheilungskräfte des Marktes überbewertet zu haben. Aber ist das so? Kann sich der Markt nicht heilen? Nichts gegen politische Unterstützung in üblen Zeiten, aber wären wir ohne sie am Ende des Kapitalismus angelangt? Und dann? Das Ende der Welt? Ich meine die ernst:</p>
<h3>Was passiert, wenn sich der Markt nicht heilen kann?</h3>
<p>Fällt dann die Welt runter? Wann ja, wo hin? Subsistenzwirtschaft? Strom aus, Internet <a title="Das Internet abschalten." href="http://www.dasinternetabschalten.de" target="_blank">abschalten</a>? Oder müssen wir uns um Konsumgüter wieder prügeln? Alles nur, weil Greenspan den Markt seinen eigenen Gesetzen hat folgen lassen? Achso?</p>
<h2>Ein Satz tuts auch.</h2>
<p>Was der eine sich sein halbes Leben lang erarbeiten musste, hatte der andere in einem Wimpernschlag geschafft: Die &#8211; übrigens unbestätigte &#8211; Aussage, seine Bank würde<em> sich schämen, Hilfe vom Staat anzunehmen</em>, wurde für den primus omnium unter den Wirtschaftsmagnaten zum <span style="text-decoration: line-through;">wirtschaftlichen</span>/ <span style="text-decoration: line-through;">politischen</span> gesellschaftlichen Selbstmord. Ob nun Huhn oder Ei zuerst kamen, wird man wohl niemals erfahren, Fakt ist: Andere Banken schämen sich <a title="FTD" href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Appell-an-Bankmanager-Steinbr%FCck-bleibt-auf-Rettungspaket-sitzen/430612.html" target="_blank">offensichtlich</a> auch. Und weil die Regierung bei der Konzipierung ihrer Hilfen ja niemalsnicht schnell und unkompliziert revidierbare <a title="Krisenspiele" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/krisenspiele.html" target="_blank">Fehler</a> gemacht haben <em>könnte</em>, trägt jetzt eben Ackermanns Aussage die Schuld an der Zurückhaltung. Nicht die Konsumentenpsychologie, um Himmels Willen, da wäre doch niemals jemand drauf gekommen, hätte Ackermann es nicht ausgesprochen!</p>
<p>In schweren Zeiten sind die Anleger vorsichtiger. <em>Vernünftig</em>. Und wer einmal <span style="text-decoration: line-through;">lügt</span> Fehler macht, dem traut man nicht. <em>Vernünftig</em>. Und wer Fehler eingesteht, unterliegt der natürlichen Reaktion der Kunden. <em>Logisch</em>. Und wer nichts eingesteht, ist der Held. <em>Bescheuert</em>.</p>
<h2>Fail again, try again. Fail better.</h2>
<p>Wer handelt, macht Fehler. Wer nicht handelt auch, aber dann fällts nicht so auf. Also haben wir sogar die Wahl: Ein ruhiges, ungefährliches Leben &#8211; oder handeln. Handeln und Dinge verändern und entwickeln und vielleicht Fehler machen. Und mit dem Wissen leben, dass Fehler weh tun werden und jeder es sehen wird. In den verschiedensten Berufsfeldern können wir feststellen, dass jeder noch so unbeabsichtigte Fehler beleuchtet wird und soo selten das Positive zu würdigen gewusst. <em>Nicht vergessen:</em> Das betrifft nicht nur uns selbst; auch jene, über die wir urteilen, wollen meistens nur ihrem Weg folgen. Stillstand ist der Preis der Vorsicht.</p>
<p>Aber diese Sichtweise funktioniert nicht, kann nicht funktionieren. Denn wenn es aus Mangel an böser Absicht gar keinen Schuldigen gibt, wie besänftigt man dann <span style="text-decoration: line-through;">das Volk</span> die Götter?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Weltwirtschaftskrise, wir kommen. Vielleicht.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/weltwirtschaftskrise-wir-kommen-vielleicht.html</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 23:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare&#8230; An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro&#8230; nein okay, so weit will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare&#8230;</p>
<p>An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro&#8230; nein okay, so weit will ich dann doch nicht gehen.</p>
<p><span id="more-207"></span><br />
Auch die <a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E9C3E2339CA914283B79BF5A2432E52C4~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">F.A.Z.</a> verzichtet nicht darauf, Anleger, Händler und gänzlich Unbeteiligte daran zu erinnern, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Das mag ich an sich gar nicht kritisieren, eine Verantwortung für die Stimmung der Menschen kann man den Medien wohl sowieso nicht aufdrücken. Ob man es extra heraufbeschwören muss? Eigentlich egal, irgendwer würde es sowieso tun. Die F.A.Z. zumindest beschwichtigt Aktionäre, einfach mal die Füße still zu halten, wenigstens <em>eine</em> Zeitung.</p>
<p>Angst zu schüren ist einfach viel zu leicht &#8211; scheint seinen Reiz jedoch dennoch nicht zu verlieren. Wohlwollend gedacht: Das sieht dieser engagierte Leser offensichtlich auch so:</p>
<blockquote><p>Die Krise von 1929 war noch relativ einfach, dies ist schwerste Wirtschaftskrise überhaupt. Es merkt nur keiner. Wenn Sie da ist, steht alles still.</p></blockquote>
<p>Naja&#8230;</p>
<p>Wenns so bleibt, dass es außer ihm niemand merkt, solls mir ja Recht sein.</p>
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		<title>Meinung: Freiheit, Fehler machen zu dürfen</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 22:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für manche Aussagen kann selbst ich mich eigentlich nur bedanken, in vollem Ernst dieses Mal. Eine Wirtschaftsordnung, welche die Finanzmärkte eng an die Kandare nimmt, ist nicht nur denkbar, sondern auch Geschichte. Die Amerikaner haben als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise das Kapital streng kontrolliert mit der Folge, dass das Wachstumspotential deutlich schrumpfte. Der Sozialismus war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für manche Aussagen kann selbst ich mich eigentlich nur bedanken, in vollem Ernst dieses Mal.</p>
<blockquote><p>Eine Wirtschaftsordnung, welche die Finanzmärkte eng an die Kandare nimmt, ist nicht nur denkbar, sondern auch Geschichte. Die Amerikaner haben als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise das Kapital streng kontrolliert mit der Folge, dass das Wachstumspotential deutlich schrumpfte. Der Sozialismus war noch konsequenter: Spekulationskrisen gab es in der DDR keine; <em>Wohlstand</em> indessen auch nicht. Gewiss kann jetzt nicht weitergewurstelt werden wie bisher. Wenn freilich nichts als Regulierung, Staatskontrolle und Beschränkungen des Börsenhandels dabei herauskommt, wird der Schaden langfristig womöglich noch größer werden.</p></blockquote>
<p><span id="more-197"></span></p>
<p>Danke, liebe <a title="Rainer Hank zur aktuellen Finanzmarktkrise" href="http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E00D17F52B16A40C38EDD277397A427FF~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">F.A.Z.</a>, liest sich gut, seh ich auch so.</p>
<p>Viele Dinge kommen als höchstes Gut der Menschen in Frage. Im Zuge einer Umfrage sagte mir vor einigen Wochen ein Schüler (Jahrgang &#8217;93), die Wiedervereinigung habe für ihn vor allem eine Bedeutung: <em>Ein Symbol der Freiheit. </em>Ob es diese nun ist, die uns am stärksten am Herzen liegt, bleibt wohl für immer strittig. Aber für mich ist sie das und das prägt mich eben. Also danke Rainer Hank und danke 15-jähriger Schüler, dessen Namen ich nicht mehr weiß.</p>
<p>Natürlich kann ein nicht-regulierter Markt versagen! Aber deshalb gleich in Ketten legen? Natürlich handeln Menschen nicht rational, wie könnten sie auch? Vielleicht eine Eigenschaft, die mit der Emotion kollidiert? Mindestens. Lösung: Bevormunden? Zwanghaft verändern?</p>
<p>Die Freiheit gegen Fehlerlosigkeit einzutauschen hat wohl sowieso einen entscheidenden Makel: Wo kriegen wir bloß die Fehlerlosigkeit her? Wer entscheidet, was richtig ist? Zugegeben, stürzen die Märkte ab, lief vermutlich einiges daneben. Und natürlich: Das hätte man verhindern können. Mein Vorschlag: Internationalen Finanzmarkt abschaffen, reicht doch, wenn jedes Land sich isoliert vernichtet (Sarkasmus hin oder her, was die Vereinigten Staaten angeht komme ich nicht umhin, diese Idee gar nicht so übel zu finden&#8230;).</p>
<p><em>Ich hab das Fahrradfahren übrigens auch mit aufgeschlagenem Kinn lernen müssen. Heute kann ich es &#8211; und trotzdem fliegen weiterhin Kinder in den Kies. Meine mit Sicherheit auch irgendwann.</em></p>
<p>Nebenbei werden im Artikel direkt noch mal die ursprünglichsten Ursprünge der Finanzmarktkrise erläutert, wurde Zeit, dass das mal jemand &#8211; für die Allgemeinheit verständlich &#8211; in die Hand nimmt.</p>
<blockquote><p>Erst wagen die Menschen gar nichts und scheuen jedes Risiko. Dann entdeckt plötzlich einer irgendwo ein Geschäft und ein anderer, der daran mitverdienen will, ist bereit, ihm Geld zu leihen. Plötzlich machen alle mit, weil sie ziemlich dumm da stünden, wenn ihre Umwelt den großen Reibach ohne sie machen würde. Weil die Zinsen niedrig sind, ist Geld billig zu haben. Und weil die wirtschaftlichen Aussichten stabil sind, taucht Kassandra ab. „Lebe riskant, und verdiene viel Geld“, heißt die Devise. Der Spekulant ist ein höchst emotionsgeladenes Wesen mit animalischen Instinkten.</p>
<p>Dann kommt der Minsky-Punkt. Irgendein Mitspieler bekommt es mit der Angst und verweigert die Zahlung. Einer ist noch nicht schlimm, der zweite vielleicht schon; denn sein Verhalten steckt an: Die Blase platzt. Und die Neigung, Risiken einzugehen, nimmt rapide ab. Plötzlich kann niemand mehr verstehen, wie alle noch vor wenigen Jahren berauscht waren: Die Helden von gestern sind die Dummen von heute.</p></blockquote>
<p>Schön <img src='http://blog.isabellprophet.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Krisenspiele</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Oct 2008 18:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bankenkrise nervt. Irgendwie scheint sich das liebe Schicksal auch vertan zu haben: Etwas mehr als elf Monate sind es noch, dann findet am 27. September 2009 die nächste Bundestagswahl in Deutschland statt. Was soll das also jetzt schon? Oder denkt da eine lenkende Kraft nur an die US-Wahl? Wie auch immer, auch unsere heimischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bankenkrise nervt. Irgendwie scheint sich das liebe Schicksal auch vertan zu haben: Etwas mehr als elf Monate sind es noch, dann findet am 27. September 2009 die nächste Bundestagswahl in Deutschland statt. Was soll das also jetzt schon? Oder denkt da eine lenkende Kraft nur an die US-Wahl? Wie auch immer, auch unsere heimischen Parteien fühlen sich berufen, die Patentlösung zur Rettung der Opfer des Kapitalismus zu bieten, alles wird gut.</p>
<p><span id="more-189"></span></p>
<h2>Geldspielchen für die CDU</h2>
<p>Man denkt an Deutschland, man denkt an Geld, an Banken, an die Bayern LB mit offener Hand &#8211; genau, irgendwie drängt sich da auch der Gedanke an unsere CDU auf. Nicht nett, aber traditionsbedingt einfach irgendwie nahe liegend.</p>
<p>Das, was eigentlich schon lange erwartet wurde, tritt vollkommen überraschender Weise tatsächlich ein: Ungedeckte Immobilienkredite platzen, Bank für Bank gerät in die&#8230; ja-ja, in die <em>Krise</em> eben. Die Kosten für Bankenkredite explodieren, Aktienkurse implodieren, auf der glücklichen Immobilienwiese wachsen nur noch ein paar kümmerliche Grashalme, ansonsten siehts verdammt schlecht aus. Der Staat greift ein und schnürt ein Rettungspaket, auch eine Phrase, an der man in diesen Tagen einfach nicht vorbei kommt. An vorderster Front? Genau, die CDU. Aber auch irgendwie unorthodox, oder? Seit wann ist es die CDU, die Staat und Wirtschaft zusammenbringt? Alle Wege führen <span style="text-decoration: line-through;">nach Rom</span>, <span style="text-decoration: line-through;">nach links</span>, <span style="text-decoration: line-through;">in die Mitte</span>&#8230; eigentlich nirgendwo hin, man will ja schließlich in Berlin bleiben.</p>
<p>Statt, wie in den Vereinigten Staaten, das Geld mit der Gießkanne zu verteilen oder, wie in Schweden, die faulen Zähne heimlich durch ein Geldstückchen zu ersetzen, stellt man sich bei uns mit einem großen Goldtopf ans Ende des Regenbogens und wartet darauf, dass die ersten Banken angerutscht kommen (scheiss doch auf die Staatsverschuldung) &#8211; und wundert sich gleichsam noch über die Kritik. Aber liegt Herr Ackermann denn so falsch, wenn er sagt, seine Bank würde sich schämen, Hilfen anzunehmen? Was kommt denn bei den Kunden an, wenn eine Bank sagt, sie brauche Hilfe?</p>
<p>Empörung und Entsetzen bei allen Beteiligten der Rettungsaktion, die Wahrheit tut eben weh.</p>
<p>Und was passiert jetzt der schönen christdemokratischen sozialen Marktwirtschaft? Wahrscheinlich gar nichts, denn eine Krisenreaktion macht noch lange keinen Paradigmenwechsel.</p>
<p>Oder..?</p>
<h2>Staatsspielchen für die Linke</h2>
<p>Ich habe seit je her einen erklärten Lieblingssatz im Parteiprogramm der Linken:</p>
<blockquote><p>die Erfahrungen der DDR nicht kategorisch abzulehnen, sondern auf zukunftsfähige Modelle hin zu überprüfen.</p></blockquote>
<p>Und endlich ist es so weit! Während der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy schon die Teilverstaatlichung seiner &#8220;Schlüsselindustrien&#8221; (ja na was denn wohl? Autos halt!) fordert, mussten deutsche Politiker rund um Bundeswirtschaftsminister Michael Glos trotzdem erstmal schlucken. Was in der Vergangenheit schon nichts zukunftsfähig war, wird in seiner Wirkung auf die Gegenwart nicht all zu positiv eingeschätzt.</p>
<p>Die Linke erklärt den &#8220;Finanzmarkt-Kapitalismus&#8221; trotzdem eiskalt für gescheitert und verabschiedet sich auf ihrer <a title="Internetauftritt &quot;die Linke&quot;" href="http://die-linke.de/die_linke/nachrichten/detail/zurueck/aktuell/artikel/die-linke-fordert-oeffentliches-investitionsprogramm-und-vermoegensabgabe/" target="_blank">Internetseite</a> auch vom <em>Neoliberalismus</em>. Macht nichts, den konnte ja eigentlich sowieso niemand leiden. Während die CDU also brandneue Häfen ansteuert, macht sich die Linke auf den Weg zu alten. Zu ganz ganz alten.</p>
<blockquote><p>Die Kosten der Krise müssen wesentlich von den Profiteuren des Finanzmarkt-Kapitalismus getragen werden. Deshalb fordern wir eine Vermögensabgabe auf höchste und hohe Geldvermögen in Deutschland (Milliardärs- und Millionärssteuer) zur Finanzierung eines öffentlichen Investitionsprogramms und zur Sicherung der Existenz kleiner und mittlerer Unternehmen.</p></blockquote>
<address style="text-align: right;">(Rechtschreibung korrigiert)<br />
</address>
<p>Und wer jetzt an die französische / russische Geschichte denkt, der versteht, wieso ich hierzu einfach nichts mehr schreibe. Mir fällt sowieso nichts ein.</p>
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