Was momentan Deutschlandweit zur kritischen Diskussion steht, wurde an der Universität Paderborn jetzt verwirklicht: Unbegrenzte Masterstudienplätze für jeden, der einen haben will – aber Notenabhängig. So hab ich mir das gewünscht.

Prof. Dr. Dr. Andreas Löffler (Foto: UPB)
“So ein Psychopath… Ich studiere hier Wirtschaft und nicht Physik!” zwischte ein legendärer Student im Fahrstuhl der Universität Paderborn. Der meinte zwar nicht Prof. Dr. Dr. Andreas Löffler vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbs. Finanzierung und Investition, trotzdem brach dieser am 22. Juli 2009 mal eine Lanze für die geplagte Studentenschaft der Wirtschaftswissenschaften.
Am Mittwoch hielt András Gábor Löffler, wie er eigentlich mal hieß, seine Antrittsvorlesung in Paderborn zum Thema “Zeitdiskrete und Zeitstetige Modelle in der Unternehmensbewertung”. Klingt ganz furchtbar? War es eigentlich gar nicht.
Auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestags gibt es eine neue Petition zum Thema Masterstudienplätze für alle.
Ich bin eine Optimistin. Okay, wer mich dieser Tage erlebt wird sich vermutlich ein wenig wundern. Aber abgesehen mal von jenen zwei Phasen im Jahr, an denen mich die Universität verachtenswerterweise zum Schreiben von Klausuren zwingt, gehöre ich auf jeden Fall zum positiv geladenem Teil der Menschheit. Da braucht jetzt auch niemand neidisch seinn denn hey, positives Denken kann man doch lernen! Nein. Kann man nicht. Sorry Leute.
Leidtgedanken keiner Historikerin, keiner Ökonomin, keiner Wirtschaftsjuristin und keiner Ökonometrikerin bei rotem Mond über den Dächern von Göttingen, die irgendwie ganz viel weiß, nichts kann aber am Ende wenigstens schlauer ist als vorher.
Die Grundlagen der Grundlagen, es gibt Dinge, die muss man einfach wissen. Besondes als Wirtschaftssonderling im Geschichtsmaster merke ich jetzt, wie mir besonders die speziellen Arbeitstechniken einfach total neu sind. Exzerpt? Nie gebraucht. Abstract? Gibts im Internet. Buch?
Die richtige Mischung aus Quantität und Qualität in den Aussagen und ein paar schöne Klausuren, die Benotung von Schülern lässt dem Mythos vom engagierten Lehrer viel Spielraum für faire Notenvergabe. Wer dann den Fehler macht und sich nicht aus dem Bildungsdschungel in Richtung Arbeitsmarkt verabschiedet, für den hat sich die Bewertung auf vernünftiger Grundlage endgültig erledigt.
Es gibt nichts, das nicht irgendwen diskriminiert. Das dreigliedrige Schulsystem diskriminiert weniger intelligente Kinder. Die Trennung nach dem vierten/sechsten Schuljahr diskriminiert sozial schwache Kinder. Sport diskriminiert die unsportlichen, Kunst die unkünstlerischen. Der fehlende Türkisch-Unterricht diskriminiert die Einwanderer und Lehrerinnen mit Kopftuch diskriminieren sich einfach mal selbst. Wen das Abitur diskriminiert weiss ich zwar nicht, aber danach geht es direkt wieder weiter: Konkurrenzbetonte Aufnahmeprüfungen diskriminieren…
Frauen. So ein Pech.
Nein, verstanden hab ich das jetzt selber auch nicht. Eigentlich haben wir ja echt miese Studienbedingungen, volle Hörsäle und so. Jetzt sind es aber auf einmal zu wenig Studenten weil die Zugangsbeschränkungen zu groß sind? Da frag ich mich doch irgendwie, wo die noch hingesteckt werden sollen..?
Bildung hat eine Rendite von 8%. Das habe ich im zweiten Semester in Makroökonomie gelernt, hat mir in der Klausur jetzt zwar nicht unbedingt geholfen, aber zumindest das Gefühl war ganz gut. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede. Die sind allerdings manchmal sogar noch kleiner, als sie eigentlich sein sollten.
