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	<title>Südnorddeutsche. &#187; Finanzmarkt</title>
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		<title>Finanzmarkttransaktionssteuer &#8211; irrational?</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 07:21:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Wortungetüm, fies. Finanzmarkttransaktionssteuer. Aber Europa nähert sich, seit heute sind Leerverkäufe untersagt, berichtet die Süddeutsche. Was für Dinger? Das ist jetzt erst einmal egal. Sie machen Spaß und bringen viel Geld, wenn man sich denn traut. Und wenn man halt Glück hat. Viel wichtiger ist jedoch das Signal  dieses Schrittes: We are [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein Wortungetüm, fies. <em>Finanzmarkttransaktionssteuer</em>. Aber Europa nähert sich, seit heute sind <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/finanzen/378/511484/text/" target="_blank">Leerverkäufe</a> untersagt, berichtet die Süddeutsche. <em>Was für Dinger?</em> Das ist jetzt erst einmal egal. Sie machen Spaß und bringen viel Geld, wenn man sich denn traut. Und wenn man halt Glück hat. Viel wichtiger ist jedoch das Signal  dieses Schrittes:<em> We are not afraid</em>.</p>
<p><span id="more-708"></span>Angst haben darf die deutsche Regierung nicht, wenn sie auch eine Finanzmarkttransaktionssteuer (man<em>oh</em>man) tatsächlich einführen will. Selbst alle europäischen Regierungen gemeinsam, müssten mit blindem Mut zustimmen, sollte es ein solches Gesetz tatsächlich bald geben. Tatsächlich funktionieren tut dies nämlich nur, wenn alle mitmachen. Sollst sucht sich das Geld, man denke an Wasser, einfach einen anderen Markt und Europa guckt mit seiner schönen Steuer in die Röhre. Situation schlimmer als vorher &#8211; viel schlimmer.</p>
<p>Aber wie bringt man jetzt alle Markt-beherbergenden Länder der ganzen weiten Welt dazu, glaubhaft darzulegen, dass sie auch eine derartige Steuer einführen werden? Und wie kriegt man sie eigentlich dazu, dies selber zu wollen? Erschwerend hinzu kommt schließlich, dass der freie Finanzmarkt mit seinen modernen Produkten als Schmiermittel der Weltwirtschaft gilt und die Entwicklung der vergangenen 150 Jahre ohne sie wohl niemals denkbar gewesen wäre. Nicht in dieser Intensität.</p>
<p>Europa soll vorangehen, eigentlich sogar nur Deutschland, aber wäre man nicht unglaublich dämlich, dies zu tun? <em>Defection is rational</em>, wer defekt spielt, gewinnt Milliarden.</p>
<p>Es ließen sich vielleicht Krisen vermeiden, wenn alle mitspielen &#8211; okay, doofes Wort &#8211; mit<em>ziehen</em> würden. Noch dazu lässt sich schon mit einem einfachen Gedankenspiel konstruieren, warum freie Märkte nicht mehr zur Wohlfahrtsmaximierung führen. Die kollektive Handlung wäre also zum positiven Nutzen aller, fein. Aber ohne diesen einsamen Schritt nach vorn &#8211; direkt über die Klippe des Problemb<em><span style="text-decoration: line-through;">ä</span></em>erges &#8211; wird es eine solche Steuer niemals geben. Und eigentlich sollte ihn auch kein verantwortungsbewusster Politiker tun.</p>
<p>Lösung des Problems? Irrationales Handeln, zum Schaden des Volkes und der Volkswirtschaft. Und hoffen, dass alle mitspielen. Dann mal munter voran, Kameraden.</p>
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		<title>Auf Wachstum setzen.</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 19:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wachstum muss sein. Das wissen wir. Wachstum muss allein schon deshalb sein, weil wir sonst unser eigenes Rentensystem vergessen können. Jetzt muss Wachstum aber auch sein, weil die Bundesregierung sonst unsere Staatsausgaben nicht mehr mit Steuereinnahmen gegenfinanzieren kann. Schon gar nicht, weil Staatsausgaben  steigen und Steuereinahmen gesenkt werden sollen. Klingt nach Schulden? Ja. Es sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wachstum muss sein. Das wissen wir. Wachstum muss allein schon deshalb sein, weil wir sonst unser eigenes Rentensystem vergessen können. Jetzt muss Wachstum aber auch sein, weil die Bundesregierung sonst unsere Staatsausgaben nicht mehr mit Steuereinnahmen gegenfinanzieren kann. Schon gar nicht, weil Staatsausgaben  steigen und Steuereinahmen gesenkt werden sollen. Klingt nach Schulden? Ja. Es sei denn, wir haben ordentlich Wirtschaftswachstum und geben alle so viel Geld aus, dass so praktische Institutionen wie die Umsatzsteuer und so dem Staat ganz viel Geld bringen.</p>
<p>Das mach ich dann ab jetzt auch so.<span id="more-613"></span>Ich geh mir morgen erstmal die Stiefel kaufen, die im Carré heute so laut meinen Namen gerufen haben. Das läuft dann zwar erst einmal auf rote Zahlen hinaus, aber ich setze einfach auf Wirtschaftswachstum. Dann übersteigen vielleicht bald die Kapitalanlagezinsen die Kreditzinsen.</p>
<p>Man könnte auch direkt auf Inflation hoffen, hat in etwa die gleiche Wirkung.</p>
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		<title>Heute vor einem Jahr&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 06:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch. Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr. Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet. Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme Heute vor einem Jahr habe ich einen Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr.</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet.</p>
<p>Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich einen Text über Sozialphobie und Schüchternheit geschrieben.</p>
<p>Heute vor einem Jahr wars glaub ich ziemlich warm draussen.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hat mich DPA irgendwie genervt.</p>
<p>Heute vor einem Jahr war übrigens Montag und nicht Dienstag.</p>
<p>Heute vor einem Jahr habe ich mir Gedanken über die Börse in Wien gemacht.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hab ich mir anhören müssen, die sei uninteressant.</p>
<p>Heute vor einem Jahr hatte ich nen ziemlichen Kater vom Vorabend.</p>
<p>Heute vor einem Jahr stand plötzlich &#8220;US-Bank pleite&#8221; auf meinem Display.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann etwas, das ich in fast jede Kategorie dieses Blogs eintüten kann.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann das, was meine Kinder später als &#8220;zweite große Wirtschaftskrise&#8221; in der Schule lernen werden.</p>
<p>Heute vor einem Jahr begann das, was ich zuerst für ziemlich überbewertet gehalten habe.</p>
<p>Heute vor einem Jahr ist Lehmann-Brothers zusammengebrochen.</p>
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		<title>Crisis, what (&#039;s a) crisis?</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 12:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise&#8230; Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise? Keine Krise. Wann gab es das mal? Börsenkrise herrscht eigentlich immer, wenn die Kurse einige Tage abwärts tendieren. Nahrungsmittelkrisen gibt es schon mein ganzes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, <em>Wirtschaftskrise</em>&#8230; Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise?</p>
<p><span id="more-366"></span></p>
<p>Keine Krise. Wann gab es das mal? Börsenkrise herrscht eigentlich immer, wenn die Kurse einige Tage abwärts tendieren. Nahrungsmittelkrisen gibt es schon mein ganzes Leben lang: BSE, Pflanzengift, Schweinepest, Geflügelpest, Geflügelgrippe, Schweinegrippe. Eigentlich kann niemand von mir erwarten, dass ich überhaupt noch etwas anderes als Schokolade zu mir nehme.</p>
<p>Ist auf den ersten Blick keine Krise erkennbar, findet sich meistens schnell eine: Mindestens für eine Klimakrise ist mitlerweile sowieso schon egal, welches Wetter gerade herrscht. Ansonsten ist es halt die Saure-Gurken-Zeit, auch irgendwie eine Krise. Generell scheint der Begriff  &#8220;Krise&#8221; heute synonym zu &#8220;Gegenwart&#8221; verwendet zu werden.</p>
<p>Die Medizin begreift die Krise übrigens als jene Phase, in der unklar ist, ob der Patient leben oder sterben wird. Im Krisenbegriff geht es eigentlich um eine finale Zuspitzung zweier Extreme, von denen zwangsläufig eines eintreten wird. Dem kann man eigentlich Intuitiv zustimmen&#8230; warten wir also ab, ob es nach der aktuellen <em>Krise </em>noch eine <em>Wirtschaft </em>geben wird &#8211; oder nicht.</p>
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		<title>Einfach mal die Fresse halten?</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 06:07:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Menge Leute sehen eine Menge Sachen kommen. Und wenn genügend Leute da sind, hat auch immer irgendwer Recht, böse Zungen nennen dieses Phänomen &#8220;das Gesetz der großen Zahl&#8221; oder &#8220;auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn&#8220;. Eigentlich wäre das egal. Mal geht es bergauf, mal geht es bergab&#8230; und durch die inflationäre Berieselung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Menge Leute sehen eine Menge Sachen <a title="9. Dezember: Kommen gesehen?" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/kommen-gesehen-prognose.html" target="_blank">kommen</a>. Und wenn genügend Leute da sind, hat auch immer irgendwer Recht, böse Zungen nennen dieses Phänomen &#8220;<em>das Gesetz der großen Zahl</em>&#8221; oder &#8220;<em>auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn</em>&#8220;. Eigentlich wäre das egal. Mal geht es bergauf, mal geht es bergab&#8230; und durch die inflationäre Berieselung der Massen mit allerlei Konjunkturprognosen haben diese eigentlich fast nur noch Horoskopcharakter.</p>
<p><span id="more-313"></span>Dabei haben Konjunkturprognosen den Horoskopen etwas entscheidendes &#8211; vielleicht überraschendes &#8211; voraus: Sie betreffen nicht wahllos ein Zwölftel der Bevölkerung. Sie betreffen einzelne Gruppen. Anleger. Unternehmer. Arbeitnehmer. Sowas halt, Gruppen eben. Gruppen mit (mehr oder auch weniger) Geld, Gruppen, die Zeitung lesen und Nachrichten anschauen. Und an dieser Stelle wird es problematisch, denn die Medien stehen auch in Konkurrenz. Und wenn die Krise angekündigt ist? Jeder weiß bescheid, keiner ist mehr geschockt, Wind aus den Segeln, das wars.</p>
<p>Damit verkauft man aber seine Nachrichten nicht. Neuigkeiten müssen her. Aber die <em>Krise </em>ist interessant. Und so lange nicht irgendwo wieder ein Markt zusamenbricht, woher die Neuigkeiten nehmen? Es bleibt eigentlich überhaupt gar nichts anderes übrig: Ein Ökonom muss her, der in unendlicher Weisheit erkannt hat, dass alles <em>noch </em>schlimmer wird, als befürchtet. Katastrophenjournalismus, die Recherche kann in diesem Fall direkt durch ein &#8220;Deutschland sucht den Superquengler&#8221;-Casting ersetzt werden.</p>
<p>Konsequenz? Angst. Angst in der Bevölkerung, Angst unter den Unternehmern, Angst unter den Anlegern.</p>
<p>Stillstand in den Märkten.</p>
<p>Auch dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung <a title="Pressemitteilung des DIW" href="http://www.diw.de/deutsch/pressemitteilungen/92839.html" target="_blank">reicht es</a> damit jetzt. Präsident Klaus Zimmermann schlägt sogar vor, auf unbestimmte Zeit keine Prognosen mehr zu veröffentlichen &#8211; eben so lange, wie auch niemand wirklich sagen kann, wie schlimm die Finanzmarktkrise denn nun wirklich werden wird. Das hätte auch den entscheidenden Vorteil, dass keine pessimistischen Erwartungen mehr ausgelöst werden &#8211; und die Situation damit zumindest nicht schlimmer wird.</p>
<p>Eigentlich irgendwie zynisch. Denn Prognosen beeinflussen per se das Verhalten der Marktteilnehmer nicht &#8211; wenn sie denn nur <em>stimmen</em>. Und davon, dass die eigene Prognose stimmt, wird wohl jeder Ökonom ausgehen.</p>
<p>Und wann darf man wieder Prognosen abgeben? Wenn sie positiv ausfallen? Ich glaube, dafür gibt es ein Wort, auch wenn es leider irgendwie negativ klingt:</p>
<p>Zensur.</p>
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		<title>Kommen gesehen?</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/kommen-gesehen-prognose.html</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 13:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist eine der grundlegenden Weisheiten unserer Gesellschaft: Egal was passiert, wann es passiert, wie es passiert. Irgendjemand hat es kommen sehen. Immer. Und für gewöhnlich gut daran getan, seine Weissagung tunlichst für sich zu behalten &#8211; oder in sorgfältig gewählte Schranken zu setzen. Wobei Letzteres meistens den Beschränkungen einer Nachrichtenlänge zum Opfer fällt. Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine der grundlegenden Weisheiten unserer Gesellschaft: Egal was passiert, wann es passiert, wie es passiert. <em>Irgendjemand hat es kommen sehen.</em> Immer. Und für gewöhnlich gut daran getan, seine Weissagung tunlichst für sich zu behalten &#8211; oder in sorgfältig gewählte Schranken zu setzen. Wobei Letzteres meistens den Beschränkungen einer Nachrichtenlänge zum Opfer fällt. Am Ende steht irgendeine wieauchimmer geartete Realität, die Gruppe jener, auf die man ja nur hätte hören müssen (wenn man sie denn gehört hätte) und ein Haufen Leute, die mit allem was sie gesagt haben daneben lagen, obwohl sie durchaus Recht hatten.</p>
<p><span id="more-271"></span></p>
<p><em>Früher Oktober 2008.</em> Ich sehe mich selbst noch in der Redaktion sitzen, unfähig, die im Minutentakt einflatternden dpa-Meldungen ernst zu nehmen. <em>Okay</em>. Die Börse in Wien bricht 10% ein, das ist viel. Aber Märkte können sich auffangen und in ein paar Wochen ist die Welt wieder in Ordnung.</p>
<p>Aus der Talfahrt wird ein Absturz, am Abend des selben Tages ist sie unwiderruflich da, meine erste Weltwirtschaftskrise.</p>
<h2>Überrascht? Warum?</h2>
<p><em>Das</em> da was kommt wussten wir ja eigentlich alle. Vermutlich eine einfache Vorhersage, denn das Finanzmärkte ewig wie geschmiert laufen erscheint unglaubwürdig, irgendwann geht schon noch was schief. &#8220;Eines Tages bricht das System zusammen&#8221; bietet sich als verbale Ausscheidung ökonomischer Weisheit geradezu an. Kritisch, prognostizierend, warnend, unbestimmt. Alles, was man braucht, um eine Titelseite an Sauregurkentagen noch halbwegs attraktiv zu machen. Und diese Tage gibt es <em>oft</em>. Und diese Warner gibt es <em>viele</em>. Und wie es mit dem Hilfe-Wölfe-Jungen passierte, ging es auch den zu spät geborenen Panikökonomen &#8211; keiner hörte mehr auf sie. Ankündigungen der Krise war man ja gewohnt. Also keine große Überraschung? Irgendwie doch. &#8220;<em>Sowas habe ich in meiner gesamten Karriere noch nicht erlebt&#8230;</em>&#8221; dürfte eine der meistzitierten Expertenaussagen des vergangenen Oktobers sein. Dabei konnte auf <a title="Diskussion auf wallstreet.online.de" href="http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1140172-1-10/kommt-die-weltwirtschaftskrise-2008" target="_blank">Wallstreet:online</a> schon seit April darüber philosophiert werden, das es genau in <em>diesem</em> Jahr endlich soweit sein würde. Auch nichts Neues gewesen? Scheiße, daneben.</p>
<p>Nein, im laufenden Jahr lagen sie endlich mal richtig. Wer seine Voraussagen auf bestehende Strukturen an den Kreditmärkten stützte, lag sogar von Anfang an richtig und musste nur auf den Tag der Wahrheit warten. Und unsere teuer finanzierten Wirtschaftsinstitute? Dem <a title="zew" href="http://www.zew.de/" target="_blank">Zentrum für europäische Wirtchaftsforschung</a> kann man eigentlich nichts vorwerfen, so daneben lagen die befragten <a title="Wie wird der ZEW-Index ermittelt?" href="http://www.zew.de/de/publikationen/Konjunkturerwartungen/Konjunkturerwartungen.php3" target="_blank">Finanzexperten</a> gar nicht. Zu Beginn des Jahres 2006 ging es sowieso bergab, im Mai 2007 unterbrachen sie ihren Konjunkturzyklus. Im August krachte die Erwartungslinie wieder durch den Boden und da bleibt sie jetzt auch. Das Münchner <a title="ifo-Institut" href="http://www.ifo.de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d1index/10indexgsk?lang=d" target="_blank">Institut für Wirtschaftsforschung</a> traf es mit seinen seit 2005 leicht steigenden (und zuletzt ins bodenlose fallenden) Zahlen nicht ganz so gut und geriet prompt in die Kritik. Das die eigentlich nur die Stimmungen und Erwartungen der <a title="Wie wird der Ifo-Geschäftsklimaindex ermittelt?" href="http://www.ifo.de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d1index/10indexgsk/_indexgsk?item_link=erlaeut_gk.htm" target="_blank">Unternehmer</a> abfragen ist dabei sowieso egal.</p>
<p>Offensichtlich, das Ifo macht da was grundlegend falsch, richtig?</p>
<p>Falsch.</p>
<h2>Die Sache mit dem &#8220;Wissen&#8221;</h2>
<p>Ökonomen arbeiten mit Modellen. Die sind dann meistens so weit weg von der Realität, dass sie eigentlich nur noch falsch sein können. Meine persönliche &#8211; frisch widerlegte &#8211; Meinung. Zentrales Problem: Wer als Experte auftritt und eine (hoffentlich meistens) fundierte Prognose äußert versetzt das Volk in Angst und Schrecken, oder, noch schlimmer: Euphorie.</p>
<p>Vor diesen Panikprognosen wurde in jüngster Zeit gewarnt, Stichwort <a title="Spiegel.de" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584340,00.html" target="_blank">Rezessionsreklame</a>. Kurz: Eine negative Prognose macht vor allem eines: alles schlimmer. Ist der ZEW-Index gefallen, erwartet die Wirtschaft einen Auftragstrückgang, fährt selbst vorsichtiger und erzählt auch dem Ifo davon. Deren Statistik kehrt sich nach unten und die Finanzexperten des ZEW sehen, dass der Markt zu zurückhaltend geworden ist, um Gewinne zu machen.</p>
<p>Gott sei Dank weiß man ja Bescheid. Die Erwartungen wurden analysiert, die Reaktionen studiert. Und eine Prognose, für deren Erstellung die Realität, wie sie den Marktteilnehmern bekannt ist, exakt abgebildet wurde, beschreibt nichts anderes als die sowieso schon vorhandenen Strukturen. Bei so schlechten Erwartungen lassen sich die Menschen gerne Hoffnung machen, das wissen die Ökonomen, das weiß auch die Politik. Zeit für einen Stein des Anstoßes. Bildungsinvestitionen, Haushaltskonsolidierung und erfolgreiche Arbeitsmarktprogramme: Konjunkturzyklisch betrachtet müsste es langsam mal wieder besser werden. Das könnte es auch &#8211; gäbe es da nicht diese blöden Zufälle, die fern der Modellwelt immer wieder auftreten.</p>
<p>Sowas Blödes wie eine platzende Kreditblase in den Vereinigten Staaten.</p>
<h2>Sonnenflecken</h2>
<p>Erwartungen basieren auf der Zukunft. Auf Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Sicherheit, aber nicht auf der Erwartung, dass sich diese wiederholt. Das ist rational.</p>
<p>Schön wärs.</p>
<p>Jeder, der zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zumindest schon gezeugt worden war, erinnert sich nun an jene dramatischen Ereignisse und fühlt sich genötigt, damalige Zustände auch für heute zu erwarten. Warum? Einfach nur so, es könnte ja sein. Kritisch, prognostizierend, warnend, aber wenigstens nicht unbestimmt und, so alles gut geht, viel zu extrem ausgelegt, um mehr als Blödsinn zu sein. Hoffentlich. Ich sag gar nichts mehr. Denn darum geht es nicht. Vielmehr geht es darum, was die Menschen <em>glauben</em>. Und wie bei Jevon&#8217;s <a title="Sonnenfleckentheorie bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfleckentheorie" target="_blank">Sonnenfleckentheorie</a> ist es ziemlich egal, ob unsere Ersparnisse in zehn Jahren absolut wertlos (danke liebe Bildzeitung) sein werden. Wenn die Menschen dies Glauben, dann beeinflusst es sie. Und das muss die Prognose beeinflussen. Und <em>das</em> ist dann mal wirklich rational.</p>
<p>Aber eben nur, so lange es niemand besser weiß. Und wer weiß schon, wann das jemand weiß? Und woher sollen eigentlich Unternehmer von Kreditblasen wissen und Erwartungen an verdeckten Finanzmarktstrukturen fest machen?</p>
<p>Und wie soll eine Prognose auf etwas aufbauen, was noch gar nicht Realität geworden ist? Sie <em>soll</em> nicht von der Vergangenheit ausgehen, natürlich. Aber sie <em>kann</em> nicht von der Zukunft ausgehen.</p>
<p>Bleibt nur noch heute übrig.</p>
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		<title>Gut, böse, blöd.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/gut-boese-bloed-finanzkrise-bankmanager-anlageberater.html</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 13:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Banken]]></category>
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		<description><![CDATA[Freiheit, Fehler machen zu dürfen II. Eine ganz interessante Diskussion eigentlich. Aber zwischen den Guten und den Bösen liegt eben immer noch eine dritte Gruppe: Die der einfach Blöden. Man muss da wirklich zwischen &#8220;Bankmanagern&#8221;, &#8220;Anlageberatern&#8221; und den Anlegern selbst unterscheiden. Anlageberater sind &#8211; das darf man als Anleger niemals vergessen &#8211; &#8220;Verkäufer&#8221;. Der Beruf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiheit, Fehler machen zu dürfen II.<br />
Eine ganz interessante <a title="Meinung: Freiheit, Fehler machen zu dürfen." href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html" target="_blank">Diskussion</a> eigentlich. Aber zwischen den Guten und den Bösen liegt eben immer noch eine dritte Gruppe: Die der einfach Blöden.<br />
<span id="more-253"></span></p>
<p>Man muss da wirklich zwischen &#8220;Bankmanagern&#8221;, &#8220;Anlageberatern&#8221; und den Anlegern selbst unterscheiden.</p>
<p>Anlageberater sind &#8211; das darf man als Anleger niemals vergessen &#8211; &#8220;Verkäufer&#8221;. Der Beruf dieser Menschen ist es, ein Produkt zu verkaufen, an die Anleger. Hierbei sprechen wir von Menschen mit denen wir vielleicht zur Schule gegangen sind oder studiert haben &#8211; die also nicht vom Teufel persönlich gesandt wurden. Und genauso, wie ein Autoverkäufer nicht zu 100% weiß, ob das Benzin morgen noch da sein wird (jaja, sehr hypothetisch, schon klar), weiß auch der Anlageberater, selbst in allerbester Ausübung seiner &#8211; vom Gesetz zwingend auferlegten &#8211; Beratungsverpflichtung, nicht zu 100%, wie sich die Finanzmärkte der Zukunft entwickeln. Wie soll er das wissen?</p>
<p>Prognosen gab es, man hätte darauf hören können.</p>
<p>Der wesentlich kleineren, von  mir aus &#8220;elitäreren&#8221;, Gruppe der Bankmanager mag man da schon mehr Weitsicht zusprechen. Und hier wurden Fehler gemacht, die schon über das Annehmbare hinausgehen, zweifellos.<br />
Aber man verrate mir eines: Welcher rational handelnde Bankmanager, auf Profit aus, kauft für sein Institut &#8220;faule&#8221; Pakete? Oder leitet seine Verkäufer dazu an, diese an die eigenen Kunden weiter zu reichen? &lt;&#8211; sehr zentrale, wichtige Frage.</p>
<p>Und da es immer noch ein Problem der Kreditmärkte ist, Zitat aus einem <a title="Kommentare" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html#comments" target="_blank">Kommentar</a>:</p>
<blockquote><p>Das Geld ist in die Taschen einiger weniger gelangt.</p></blockquote>
<p>Das wären dann wohl die amerikanischen Kreditkunden, richtig?</p>
<p>Wir hauen und treten am liebsten im heimatlichen Revier. Warum? Ist der Kuckuck in diesem Spiel nicht viele tausend Meilen und einen kleinen Ozean entfernt zu suchen?</p>
<blockquote><p>Und ich kann mich nicht erinnern, dass jemand von den Bankern vorher sowas wie “25% Rendite geht einfach nicht, da ist der kollaps vorprogrammiert. Ihr macht ma halblang, macht 4% und habt dafür auch nen Gegenwert und keine Blase” gesagt hat.</p></blockquote>
<p>Das macht nichts, denn dafür hat <span style="text-decoration: line-through;">der liebe Gott,</span> die Deutsche Gesetzgebung den Schadensersatz erfunden. Ich gehe sogar ganz fest davon aus, dass vielen Anlageberatern Fehler unterlaufen sind und auch einige sich von Provisionsgier (was ein böses Wort) haben verleiten lassen, selbst ohne Wissen um den Markt, als sicher proklamierte Zertifikate (und wie das ganze Zeug noch heißen mag) verkauft haben. Kunden sind dabei zwangläufig die Opfer, aber welcher Windows-Nutzer ist das nicht? Vertraue ich mein Geld &#8211; größere Summen &#8211; dem Urteil einer fremden Person an, <em>muss</em> ich damit rechnen, auf die Nase zu fallen. Eine Frage des gesunden Menschenverstandes: Ich informiere mich &#8211; im Rahmen meiner Möglichkeiten. Rechtlich trotzdem ganz einfach: Der Anlageberater informiert mich &#8211; im Rahmen <em>seiner</em> Möglichkeiten.</p>
<p>Und die Klagewelle wird sooo schööön werden&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Wahrheit tut weh &#8211; kreuzigt den Boten!</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 20:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Lauf aller Dinge ist geprägt von strengen Gesetzen. Der Markt blieb bei dieser Weltordnung wohl am allerwenigsten verschont: Preis, Nachfrage, Absatz, egal jetzt. Von Murphys Gesetz will ich gar nicht anfangen, Godwins Gesetz finde ich an dieser Stelle sowieso viel spannender: &#8220;Wer auch immer Godwins folgt, verliert jede Diskussion, automatisch&#8221;, sagte eine Freundin von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Lauf aller Dinge ist geprägt von strengen Gesetzen. Der Markt blieb bei dieser Weltordnung wohl am allerwenigsten verschont: Preis, Nachfrage, Absatz, egal jetzt. Von <a title="Murphys Gesetz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz" target="_self">Murphys Gesetz</a> will ich gar nicht anfangen, <a title="Godwins Gesetz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz" target="_blank">Godwins Gesetz</a> finde ich an dieser Stelle sowieso viel spannender: &#8220;Wer auch immer Godwins folgt, verliert jede Diskussion, automatisch&#8221;, sagte eine Freundin von mir. IFO-Wirtschaftsgottheit Hans-Werner Sinn dürfte diese Einschätzung ab morgen vermutlich teilen.</p>
<p><span id="more-228"></span></p>
<blockquote><p><span class="lang" lang="en" xml:lang="en">As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.</span></p></blockquote>
<p>Was zumeist das unsachliche Finale jedwediger Unterhaltung dar stellt, ist in der laufenden <span style="text-decoration: line-through;">Hexenjagd</span>, Diskussion um <a title="Opferlämmer fürs Volk" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/opferlaemmer-fuers-volk-greenspan-ackermann-finanzkrise.html" target="_blank">Fehler</a> von Bankmanagern nicht unbedingt ein unrealistischer Vergleich.</p>
<blockquote><p>In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager. Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln. Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die &#8220;Manager&#8221; an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?</p></blockquote>
<p>so Sinn gegenüber dem Berliner <a title="Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Finanzkrise;art130,2645622" target="_blank">Tagesspiegel</a>. Grundsätzlich ein Fakt, trotzdem nicht unbedingt geschickt, es auszusprechen. Rot-Grüne Politiker sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierten &#8220;mit Entsetzen&#8221; und fordern eine Entschuldigung. Aber ist das eine &#8220;Verherrlichung der Verbrechen&#8221;, wie Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, sich ausdrückte? Ist es nicht vielmehr eine Ermahnung, vergangene Verbrechen und die Gefühle, aus denen sie resultierten, nicht zu vergessen? Überspitzt formuliert, zweifellos. Erschreckend ist jedoch die Interpretation Kramers, Sinn versuche, die Nationalsozialisten &#8220;für ihre Verbrechen zu rehabilitieren&#8221; und den Juden eine Schuld für die damalige Finanzkrise zusprechen, wie sie heute auch die Bankmanager tragen.</p>
<p><strong>Interpretationsversuch</strong>: Vielleicht, <em>nur</em> vielleicht, könnte Sinns Aussage, auch damals habe ein &#8220;anonymer Systemfehler&#8221; Schuld an der Weltwirtschaftskrise getragen, einen Hinweis darauf bieten, dass es gar nicht um die Juden damals geht, sondern vielmehr um die Bankmanager heute. Und um die Schuldzuweisungen, ohne das auch nur in Erwägung gezogen wird, dass auch bei guter Marktentwicklung Fehler gemacht werden &#8211; vielleicht sogar Folgenlos. Und das sie bei schlechter Marktentwicklung eben weiterhin gemacht werden, wie immer, wie überall. Und dann ganz üble Folgen haben. Und das man vielleicht darüber nachdenken könnte, ob man die Handelnden dann wirklich diabolisieren <em>muss</em>.</p>
<p>Gesagt ist gesagt, geschrieben, gedruckt. Rücktrittsforderungen werden nicht all zu lange auf sich warten lassen, man darf gespannt sein. Ich wüsste gern, ob er mit Absicht derart provokant formuliert hat?</p>
<p>Vielleicht komme ich jetzt doch lieber mit Murphy und erinnere daran, dass das was schiefgehen <em>kann</em>, eben schiefgehen <em>wird</em>. Und das das <a title="Freiheit, Fehler machen zu dürfen." href="http://blog.isabellprophet.net/2008/meinung-freiheit-fuer-fehler.html" target="_blank">nichts Neues</a> ist. Allerdings gehe ich davon aus, dass Herrn Sinn dies ebenfalls bewusst ist. Denn wer fehl- oder überinterpretiert werden <em>kann</em>, der <em>wird</em> es auch.</p>
<p>Und das ist auch nichts Neues.</p>
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		<title>Opferlämmer fürs Volk</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 13:34:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Einer muss es ja gewesen sein. Seit je her sind Opfer dargebracht worden, um die Götter zu besänftigen. Früher bediente man sich als Schäfer da gerne in der eigenen Viehherde, heute bedient sich die Herde viel lieber direkt am Schäfer. Die Luft ist dünn an der Spitze der Wirtschaft. Was oft als &#8220;Preis des Erfolges&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer <em>muss</em> es ja gewesen sein. Seit je her sind Opfer dargebracht worden, um die Götter zu besänftigen. Früher bediente man sich als Schäfer da gerne in der eigenen Viehherde, heute bedient sich die Herde viel lieber direkt am Schäfer. Die Luft ist dünn an der Spitze der Wirtschaft. Was oft als &#8220;Preis des Erfolges&#8221; bezeichnet wird, scheint eigentlich nur eins zu sein: Der Preis für den Mut, den Mund aufzumachen und sich durch eine konkrete Aussage angreifbar zu machen.</p>
<p>Dummer Fehler.</p>
<p><span id="more-216"></span></p>
<p>Man könnte behaupten, alle hätten zu ihnen aufgesehen. Könnte man, stimmt aber gar nicht. Denn wer kannte sie schon, die Wirtschaftskoryphäen der vergangenen Jahre? Künstler schaffen es posthum zum Erfolg, in der Wirtschaft kommt man posterfolg zu Ruhm. Zweifelhaftem, aber immerhin. Tagesaktuelle Beispiele sind Josef Ackermann von der Deutschen Bank und U.S. Notenbankchef a.D., Alan Greenspan. Letzterer hatte immerhin 19 Jahre seines Lebens damit verbracht, den U.S. Dollar bei Laune zu halten um die politikgebeutelte amerikanische Wirtschaft zu stabilisieren. Das machte ihn für jene, die überhaupt etwas davon mitbekommen haben, zur Galionsfigur des Wirtschaftsbooms. Für den Rest der Welt war er nur irgendein Wirtschaftsboss, bestimmt reich.</p>
<h2>Der Markt wirds schon richten?</h2>
<p>Greenspan stand vor allem für eine Überzeugung: <em>Den Glauben an den Markt</em> und maximal minimalistische politische Regulierung. Ausgesprochen unpopuläre Meinung, aber was will die breite Masse denn eigentlich reguliert wissen? Eigentlich ist es grundsätzlich zu viel Regulierung oder zu wenig Regulierung oder beides oder..? Ist ja auch egal. Greenspan sah eine Welt, die mit Schwankungen umgehen kann und den Markt nicht mit unnötigen institutionellen Regularien manipuliert. Das hat auch erstmal super funktioniert.</p>
<p>Was er übersah: Der Mensch an sich kann mit Schwankungen <em>nicht</em> umgehen. Was er vergaß: Eine Schwankung kann auch mal in ein Erdbeben ausarten. <em>Hallo, Finanzkrise.</em></p>
<p>Vor dem amerikanischen Kongress räumte er nun <a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E7E4B00D5CD2040A19CB812261EB29EE1~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">ein</a>, die Selbstheilungskräfte des Marktes überbewertet zu haben. Aber ist das so? Kann sich der Markt nicht heilen? Nichts gegen politische Unterstützung in üblen Zeiten, aber wären wir ohne sie am Ende des Kapitalismus angelangt? Und dann? Das Ende der Welt? Ich meine die ernst:</p>
<h3>Was passiert, wenn sich der Markt nicht heilen kann?</h3>
<p>Fällt dann die Welt runter? Wann ja, wo hin? Subsistenzwirtschaft? Strom aus, Internet <a title="Das Internet abschalten." href="http://www.dasinternetabschalten.de" target="_blank">abschalten</a>? Oder müssen wir uns um Konsumgüter wieder prügeln? Alles nur, weil Greenspan den Markt seinen eigenen Gesetzen hat folgen lassen? Achso?</p>
<h2>Ein Satz tuts auch.</h2>
<p>Was der eine sich sein halbes Leben lang erarbeiten musste, hatte der andere in einem Wimpernschlag geschafft: Die &#8211; übrigens unbestätigte &#8211; Aussage, seine Bank würde<em> sich schämen, Hilfe vom Staat anzunehmen</em>, wurde für den primus omnium unter den Wirtschaftsmagnaten zum <span style="text-decoration: line-through;">wirtschaftlichen</span>/ <span style="text-decoration: line-through;">politischen</span> gesellschaftlichen Selbstmord. Ob nun Huhn oder Ei zuerst kamen, wird man wohl niemals erfahren, Fakt ist: Andere Banken schämen sich <a title="FTD" href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Appell-an-Bankmanager-Steinbr%FCck-bleibt-auf-Rettungspaket-sitzen/430612.html" target="_blank">offensichtlich</a> auch. Und weil die Regierung bei der Konzipierung ihrer Hilfen ja niemalsnicht schnell und unkompliziert revidierbare <a title="Krisenspiele" href="http://blog.isabellprophet.net/2008/krisenspiele.html" target="_blank">Fehler</a> gemacht haben <em>könnte</em>, trägt jetzt eben Ackermanns Aussage die Schuld an der Zurückhaltung. Nicht die Konsumentenpsychologie, um Himmels Willen, da wäre doch niemals jemand drauf gekommen, hätte Ackermann es nicht ausgesprochen!</p>
<p>In schweren Zeiten sind die Anleger vorsichtiger. <em>Vernünftig</em>. Und wer einmal <span style="text-decoration: line-through;">lügt</span> Fehler macht, dem traut man nicht. <em>Vernünftig</em>. Und wer Fehler eingesteht, unterliegt der natürlichen Reaktion der Kunden. <em>Logisch</em>. Und wer nichts eingesteht, ist der Held. <em>Bescheuert</em>.</p>
<h2>Fail again, try again. Fail better.</h2>
<p>Wer handelt, macht Fehler. Wer nicht handelt auch, aber dann fällts nicht so auf. Also haben wir sogar die Wahl: Ein ruhiges, ungefährliches Leben &#8211; oder handeln. Handeln und Dinge verändern und entwickeln und vielleicht Fehler machen. Und mit dem Wissen leben, dass Fehler weh tun werden und jeder es sehen wird. In den verschiedensten Berufsfeldern können wir feststellen, dass jeder noch so unbeabsichtigte Fehler beleuchtet wird und soo selten das Positive zu würdigen gewusst. <em>Nicht vergessen:</em> Das betrifft nicht nur uns selbst; auch jene, über die wir urteilen, wollen meistens nur ihrem Weg folgen. Stillstand ist der Preis der Vorsicht.</p>
<p>Aber diese Sichtweise funktioniert nicht, kann nicht funktionieren. Denn wenn es aus Mangel an böser Absicht gar keinen Schuldigen gibt, wie besänftigt man dann <span style="text-decoration: line-through;">das Volk</span> die Götter?</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Weltwirtschaftskrise, wir kommen. Vielleicht.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2008/weltwirtschaftskrise-wir-kommen-vielleicht.html</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 23:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare&#8230; An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro&#8230; nein okay, so weit will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare&#8230;</p>
<p>An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro&#8230; nein okay, so weit will ich dann doch nicht gehen.</p>
<p><span id="more-207"></span><br />
Auch die <a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E9C3E2339CA914283B79BF5A2432E52C4~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">F.A.Z.</a> verzichtet nicht darauf, Anleger, Händler und gänzlich Unbeteiligte daran zu erinnern, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Das mag ich an sich gar nicht kritisieren, eine Verantwortung für die Stimmung der Menschen kann man den Medien wohl sowieso nicht aufdrücken. Ob man es extra heraufbeschwören muss? Eigentlich egal, irgendwer würde es sowieso tun. Die F.A.Z. zumindest beschwichtigt Aktionäre, einfach mal die Füße still zu halten, wenigstens <em>eine</em> Zeitung.</p>
<p>Angst zu schüren ist einfach viel zu leicht &#8211; scheint seinen Reiz jedoch dennoch nicht zu verlieren. Wohlwollend gedacht: Das sieht dieser engagierte Leser offensichtlich auch so:</p>
<blockquote><p>Die Krise von 1929 war noch relativ einfach, dies ist schwerste Wirtschaftskrise überhaupt. Es merkt nur keiner. Wenn Sie da ist, steht alles still.</p></blockquote>
<p>Naja&#8230;</p>
<p>Wenns so bleibt, dass es außer ihm niemand merkt, solls mir ja Recht sein.</p>
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