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	<title>Nordbaldsüddeutsche.</title>
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		<title>Erwartungen.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 09:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Unternehmer. Die Ungleichheit. Und das Wahlergebnis. Die Entscheidungen der Menschen hängen von ihren Erwartungen an zukünftige Entwicklungen ab – die der Unternehmer erst recht. Diese Erwartungen kann die Politik aktiv beeinflussen. Der Unternehmer wählt dann zwischen seinen Handlungsoptionen. Doch schon ein Wahlergebnis kann einen Schock darstellen, der das Wirtschaftswachstum lähmt oder fördert. Die Erwartung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Unternehmer. Die Ungleichheit. Und das Wahlergebnis.</p>
<p><span id="more-756"></span>Die Entscheidungen der Menschen hängen von ihren Erwartungen an zukünftige Entwicklungen ab – die der Unternehmer erst recht. Diese Erwartungen kann die Politik aktiv beeinflussen. Der Unternehmer wählt dann zwischen seinen Handlungsoptionen. Doch schon ein Wahlergebnis kann einen Schock darstellen, der das Wirtschaftswachstum lähmt oder fördert. Die Erwartung einer bestimmten ideologischen Ausrichtung in der Politik – einfach gesagt: sozial oder liberal – beeinflusst die potentiellen Kosten und Nutzen einer jeden Entscheidung. Die Frage nach der guten Regierung könnte dadurch schon am Etikett scheitern. Ist dieser Einfluss in jedem Land gleichstark, oder kann in der „Marx’schen Utopiewelt“ auch eine linke Politik Wachstum hervorbringen?</p>
<p>Erich Streissler beschreibt in seinem Aufsatz Karl Marx‘ Unternehmerbegriff:</p>
<p style="text-align: right;"><em>„Die positive Rolle des Kapitalisten besteht nach Marx darin, daß er der Motor ist, der Investition, technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum schafft.“</em><em> </em><em>(S. 271)</em></p>
<p>Marx sah natürlich noch mehr im Unternehmer: vor allem einen Ausbeuter, einen Unterdrücker der Arbeiterklasse. Die von ihm bereits 1867 in „Das Kapital“ beschriebene Rolle des Motors der Wirtschaft haben später jedoch zahlreiche Theoretiker ihren Unternehmertypen zugeschrieben. Um diese Motorenfunktion auch ausfüllen zu können, braucht der Unternehmer jedoch mehr, als nur Produktivkräfte, die er ausbeuten kann: Er braucht Vertrauen.</p>
<p>Schon John Maynard Keynes beschrieb 1936 die Rolle der Hoffnung für die Wirtschaft:</p>
<p style="text-align: right;"><em>“It is safe to say that enterprise which depends on hopes<br />
stretching into the future benefits the community as a whole.”</em><em> </em><em>(p. 162)</em><em></em></p>
<p>Ist der Unternehmer jedoch nicht in der Lage, sich selbst von seiner guten Hoffnung zu überzeugen, so kann er auch kein Vertrauen aufbauen.</p>
<p>Dieses Vertrauen muss sich einerseits an seine Fähigkeiten, ein Projekt überhaupt durchführen zu können, richten. Es muss sich aber auch an die äußeren Umstände, die den Nutzen seines Projektes beeinflussen können, richten. Sind seine Erwartungen an diese negativ oder unsicher, warum sollte er dann Zeit, Geld und Herzblut in seine Unternehmung investieren? Seine Erwartungen an zukünftige Gewinne werden gedämpft, seine Hoffnung schwindet. Vielleicht wird er gar nicht mehr investieren, vielleicht wird er aber auch, wie von William Baumol befürchtet, einer unproduktiven oder destruktiven Tätigkeit nachgehen – auf dem Schwarzmarkt, vorbei an politisch motivierter Regulierung, Besteuerung oder Umverteilung. Politikwechsel können somit einen sehr starken Effekt auf Unternehmer haben, weil sie immer mit bestimmten Erwartungen an die gewählten Parteien und Personen verknüpft sind.</p>
<p>Nun sind es gerade die von Streissler angegriffenen Linken, die häufig selbsternannten marxistischen Politiker, die bei den Unternehmern wenig positive Hoffnungen aufkommen lassen. Ob in marxistischer Tradition oder nicht, soziale Politik verbinden die Wähler vor allem mit einem: Umverteilung. Liberale Politik ruft in der Regel eher nach „mehr Markt, weniger Staat“. Es soll weniger Besteuerung geben, schon gar keine Umverteilung. Jeder erntet die Früchte seiner Arbeit. Die Erhaltung der Leistungsanreize steht im Zentrum dieser Politik.</p>
<p>Was soll sich ein Unternehmer also am Morgen nach einer Wahl denken, wenn die eine oder die andere ideologische Ausrichtung die Politik der kommenden Jahre bestimmen wird? Von der sozialen Politik muss er Umverteilung erwarten. Von der liberalen Politik hingegen muss er erwarten, dass es entweder keine Änderung des Status Quo gibt, oder seine Gewinne sogar noch gesteigert werden, weil mit einer geringeren Besteuerung zu rechnen ist.</p>
<p>Dass die Erwartungen der Unternehmer nicht allein von der Politik abhängig sind, sondern auch von der bestehenden Ungleichheit im Land, legt Christian Bjørnskov dar. Sein Argument: In „links“ regierten Ländern steht mehr Ungleichheit mit weniger Wachstum in Verbindung, in „rechts“ regierten Ländern (im liberalen Sinne) hingegen mit mehr Wachstum. Begründet man Wachstum mit unternehmerischer Aktivität und unternehmerische Aktivität mit den Erwartungen an Politikmaßnahmen, wird offensichtlich, dass Wahlergebnisse das Wachstum schon beeinflussen können, bevor auch nur ein einziges Gesetz verabschiedet worden ist. Ob diese Reaktion positiv oder negativ ist, hängt vom bestehenden Niveau an Ungleichheit in der Gesellschaft ab.</p>
<p>Welchen Effekt auf das Unternehmertum soll ein Politikwechsel jedoch haben, wenn in einem Land bereits eine sehr geringe Ungleichheit vorherrscht? Ein Wechsel in Richtung einer sozialeren Politik als zuvor hätte kaum einen Effekt, da kaum eine höhere Besteuerung zu Umverteilungszwecken zu erwarten ist. Denkbar – und in der Forschung bislang kaum bedacht – wäre allerdings ein Effekt hinsichtlich der Absicherungsfunktion des Staates, wenn es zu einer liberaleren Politik käme. In einem sehr gleichen Staat wäre der soziale Abstieg im Fall eines unternehmerischen Misserfolges nur gering – wie es im Falle eines Erfolges auch der Aufstieg wäre. Die liberalere Politik macht nun größere soziale Unterschiede möglich – und erhöht damit das Risiko einer Unternehmung.</p>
<p>In einem Umfeld geringer Ungleichheit wird eine soziale Politik in der Regel kaum einen Einfluss auf das Unternehmertum haben, weil kaum Änderungen zu erwarten sind. Eine liberalere Politik hingegen könnte das Wachstum sogar bremsen. Nichtsdestotrotz: Der Effekt wird gering ausfallen.</p>
<p>Ganz anders sind da die zu erwartenden Reaktionen der Unternehmer in einer ungleichen Gesellschaft. Wird die Politik liberal – vermutlich war sie es vorher schon – ändert sich für sie nichts. Auch hier könnten Absicherungsfunktionen verloren gehen, auch hier wird der Effekt jedoch gering sein. Anders jedoch bei einem Wechsel zu einer sozialeren Politik. Deren Vertreter treten in der Regel mit dem Anspruch zur Wahl an, die Gesellschaft gleicher zu machen. Wer eine Unternehmung mit dem Ziel finanziellen Gewinns starten möchte, muss nun damit rechnen, dass die Früchte seiner Arbeit zu Umverteilungszwecken besteuert werden. Er erwartet also, dass zukünftige Politiken den erzielbaren Gewinn reduzieren. Sein Anreiz, die Unternehmung zu wagen, wird somit verringert, wie sich auch sein erwarteter Nutzen verringert.</p>
<p>In einer sehr ungleichen Gesellschaft fällt die Reaktion der Unternehmer auf einen Politikwechsel also umgekehrt aus: Sozialere Politik beeinflusst die Erwartungen stark negativ, und damit auch das Wachstum. Eine liberalere Politik hingegen sorgt für geringe Änderungen in den Leistungsanreizen, der Effekt tritt vor allem durch die Absicherungsfunktion eines umverteilenden Staates auf.</p>
<p>Sowohl bei starker, wie auch bei geringer Ungleichheit gibt es jene Unternehmer, die im Falle einer liberaleren Politik ein schwinden der Absicherungsfunktion befürchten. Diese Angst trifft jedoch nicht alle Unternehmer gleich. Wer relativ reich ist, kann sich selbst absichern. Wer relativ arm ist, hat in der Regel gar nicht die Mittel, ein unternehmerisches Wagnis einzugehen. Die Mittelschicht jedoch wird durch eine staatliche Absicherung darin befördert, als Unternehmer zum Wachstum beizutragen. Fehlt diese, wird ein Teil der Gesellschaft von der unternehmerischen Tätigkeit ferngehalten.</p>
<p>Ist der Grad an Ungleichheit jedoch gering, wird die Mittelschicht in der Regel sehr groß sein. Mit dem richtigen Maß an Absicherung kann die Politik die wirtschaftliche Entwicklung daher positiv beeinflussen, weil mehr Menschen, die nach Wohlstand streben, Wagnisse eingehen, um diesen zu erreichen.</p>
<p>Soziale Politik kann also durchaus funktionieren. Sie muss nicht die Produktions- und Investititonsanreize hemmen oder, drastischer gesagt: die Leistungsanreize zerstören, wie ihr so oft vorgeworfen wird. Ist die Gesellschaft aus materieller Perspektive bereits gleich, so dass keine Umverteilung mehr zu befürchten ist, so stellt sich auch der wachstumshemmende Effekt einer befürchteten Umverteilung nicht ein. Es gibt gar keinen Grund für eine weitere Umverteilung! Damit ist der hier untersuchte Kern der sozialen Politik jedoch auch erschöpft, eine Steigerung erscheint unnötig. Vielleicht ist in einer „gleichen“ Gesellschaft die Frage nach der politischen Ausrichtung der Regierung damit auch obsolet geworden? Nein, denn die Absicherungsfunktion, deren Fehlen die Gleichheit in der Gesellschaft ebenfalls zerstören kann, rechtfertigt die Aufrechterhaltung dieser Politik.</p>
<p>In den Fokus der Forschung könnte nun die Frage nach dem Wahlergebnis rücken: Wenn eine Gesellschaft mit geringer Ungleichheit eine liberale Politik wählt – tut sie es, weil sie keine weitere Notwendigkeit für soziale Politikmaßnahmen sieht, oder tut sie es, weil sie eigentlich gar nicht gleich sein will?</p>
<p>Politiker, die das Unternehmertum fördern wollen, sollten bei der Wahl ihrer ideologischen Ausrichtung – ihrer Partei also – die bestehende Ungleichheit im Land berücksichtigen. Weder in der liberalen noch in der sozialen Orientierung ist das Heilmittel zu finden. Auch ökonomische Gesetze der Erwartungsbildung gelten immer nur in ihrem ganz speziellen Umfeld.</p>
<p>Bei dieser Argumentation, die aus ökonomischer Sicht eher <em>gegen</em> eine linke Politik spricht, fällt allerdings auch ein starkes Argument <em>für</em> die soziale, umverteilende Politik ab: In ungleicheren Staaten ist der Effekt eines Politikwechsels stärker. Wer als Unternehmer Erwartungen bilden soll, sieht sich dadurch einer größeren Unsicherheit über kommende Umverteilungsmaßnahmen ausgesetzt. Staaten mit weniger Ungleichheit sind hingegen stabiler. Unternehmer müssen daher zwar damit rechnen, unter sozialen Politikern einer gewissen Umverteilung ausgesetzt zu sein, diese wird im Vergleich zu ungleicheren Gesellschaften nicht besonders stark ausfallen.</p>
<p>Wer ein stabiles Wachstum einem stärkeren, aber dafür unsicheren Wachstum vorzieht, sollte erst zu einer gleicheren Gesellschaft streben und dann versuchen, diese in einem Mittelmaß aus Absicherung und geringer Besteuerung möglichst stabil zu halten. Der Weg zur gleicheren Gesellschaft muss jedoch teuer erkauft werden: Mit wachstumshemmender Umverteilung.</p>
<h2>Literatur:</h2>
<p>Baumol, William J. 1990. Entrepreneurship: Productive, unproductive, and destructive. <em>Journal of Political Economy</em> 98: 893–921.</p>
<p>Bjørnskov, Christian. 2008. The Growth-Inequality Association: Government Ideology Matters. <em>Journal of Development Economics</em> 87: 300-308.</p>
<p>Keynes, John M. 1936, The General Theory of Employment, Interest and Money. 12th ed, Macmillan &amp; Co Ltd. London.</p>
<p>Streissler, Erich. Die Rolle des Unternehmers bei Marx und der Neuen Linken. In: G. Schmölders. <em>Der Unternehmer im Ansehen der Welt</em>. Lübbe.</p>
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		<title>Fantasie &amp; Wissen.</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 09:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie Grönemeyers Frage nach dem &#8220;wann ist ein Mann ein Mann&#8221; stellten sich die Ökonomen der vergangenen zwei Jahrhunderte die Frage &#8220;wann ist ein Unternehmer ein Unternehmer&#8221;? „Fantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt“. „Ohne Unternehmertum, ohne Findigkeit bezüglich der neuen Gelegenheit bleiben Vorteile, die weit in der Zukunft liegen, unter Umständen ungenutzt.“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Wie Grönemeyers Frage nach dem &#8220;wann ist ein Mann ein Mann&#8221; stellten sich die Ökonomen der vergangenen zwei Jahrhunderte die Frage &#8220;wann ist ein Unternehmer ein Unternehmer&#8221;?</p>
<p style="text-align: right;">„<em>Fantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt</em>“.</p>
<p style="text-align: right;">
<p style="text-align: right;"><em>„Ohne Unternehmertum, ohne Findigkeit bezüglich der neuen Gelegenheit bleiben Vorteile, die weit in der Zukunft liegen, unter Umständen ungenutzt.“</em></p>
<p>behauptet Israel Kirzner in seinem Buch „Wettbewerb und Unternehmertum“. Damit bezieht er eine Gegenposition zu Josef Schumpeters Unternehmer, dessen ökonomische Funktion vor allem darin besteht, Märkte aus einem Gleichgewicht herauszubringen und so die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Kirzners Unternehmer erfüllen eine ganz andere Funktion:</p>
<p style="text-align: right;"><em>„Auch in der wirtschaftlichen Entwicklung ist der Unternehmer als jemand anzusehen, der Gelegenheiten nicht schafft, sondern auf sie reagiert, der Gewinngelegenheiten nicht erzeugt, sondern sie wahrnimmt.“</em></p>
<p>So ist es der Kirzner’sche Unternehmer, der ein gestörtes Gleichgewicht am Markt erkennt, von diesem profitiert und die Balance dadurch wieder herstellt. Per Definition sind in einem solchen Fall das Wissen um Produktionsmethoden, die nötigen Rohstoffe und auch das Kapital verfügbar, um eine gewinnbringende Innovation erfolgen zu lassen. Kurz: Er schafft die Möglichkeiten nicht, er findet sie. Dann – und nur dann – könne der Unternehmer auch zum Bestandteil der neoklassischen Gleichgewichtsökonomik werden. Das ist intuitiv korrekt. Der Unternehmer würde zu einem Katalysator werden, der bestehende Ungleichgewichte auflöst. Ließe man die neoklassische Grundannahme der vollständigen Information fallen, wäre das Modell erst in Verbindung mit den Unternehmer-Akteuren vollständig.</p>
<p>Doch Kirzners Argumentation hat ihre Schwachstellen an entscheidenden Säulen seiner Theorie. Dass sich Gleichgewichtszustände am Markt einstellen, wenn bestehende Möglichkeiten wahrgenommen werden, ist zweifellos richtig. Ob man den, der dies tut, wirklich in den Unternehmerbegriff fassen will, ist eine Frage der Definition und sei an dieser Stelle zunächst offen gelassen. Dass die einzig denkbare Haupttätigkeit der Unternehmer jedoch die Herstellung dieser Gleichgewichte sei, erscheint zu weit hergeholt. „<em>Vorteile, die weit in der Zukunft liegen</em>“ können alle Veränderungen sein, die uns heute unbekannt sind. Die gesamte Unwissenheit der Menschheit als Marktungleichgewicht zu bezeichnen, birgt jedoch das Risiko der Unbeweisbarkeit. Akzeptiert man, dass alles, aus dem Gewinn gezogen werden kann, auch irgendwann verwirklicht wird, so lange es Unternehmer gibt, steht diese Säule der Theorie Kirzners fest. In diesem Fall wäre ein Gleichgewicht theoretisch erreicht. Dagegen steht ein Zitat Albert Einsteins: „<em>Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.</em>“</p>
<p>Gravierender ist also die Alternative: Unterstellt man, dass aus unterschiedlichen Gründen <em>niemals</em> alle Gewinnmöglichkeiten wahrgenommen werden, so ist auch das Erreichen eines ökonomischen Gleichgewichts vollkommen undenkbar. Und würde es tatsächlich erreicht, wie wollte man diesen Zustand beweisen?</p>
<p>Vielleicht liegen Vorteile in der Gegenwart, die niemals genutzt wurden. Ex post ließe sich dann ein Ungleichgewicht feststellen, wo in der Gegenwart niemand ein solches vermutet hätte. Dies führt jedoch zu einem Paradoxon: Eine Erfindung, die technisch und organisatorisch möglich wäre, und die auch einen Absatzmarkt finden würde, auf deren Idee jedoch niemals ein Unternehmer kommt oder deren Umsetzung ein solcher niemals wagt – kann sie ein Ungleichgewicht begründen? Und wenn dies niemals festgestellt wird, wie lässt sich dann ein <em>Gegenbeweis</em> für das Gleichgewicht in Kirzners Modellwelt finden?</p>
<p>Tatsächlich: Ausschließen, dass es einen solchen Gegenbeweis gibt, wird niemals möglich sein. Das Modell des Unternehmers als Katalysator einer Gleichgewichtsökonomie wird damit zum Postulat. Der Unternehmer stellt ein Gleichgewicht her, an das man glauben mag oder auch nicht. Kirzner, der mit seinem Unternehmerbegriff die Modelle der Gleichgewichtsökonomik stützen wollte, bringt sie damit endgültig zum Einsturz.</p>
<p>Auch der Wagemut als wichtige Eigenschaft des Unternehmers wird in Kirzners Modell systematisch unterschätzt. Denn ein Unternehmer, der nur einen Markt zurück in sein Gleichgewicht befördert, geht ein „unternehmerisches“ Wagnis gar nicht erst ein. Wenn auch ein gewisses Risiko in jeder unternehmerischen Aktivität liegen mag, die tiefgehende Unsicherheit einer wahren Neuerung wird ihm nie begegnen. Gerade was die Einführung neue Produkte angeht, ist diese jedoch kaum zu vermeiden.</p>
<p>Zur Lösung dieses Problems könnte man jedoch den Unternehmern jene vollkommene Information unterstellen, die andere Akteure am neoklassischen Markt in der häufig vorgebrachten Kritik nicht haben. Diese Annahme ist jedoch auf der gleichen Basis zu kritisieren wie die ursprüngliche Grundannahme der Neoklassik. Ein Unternehmer mag Wissen haben, über das andere nicht verfügen. Vollständige Informationen sind jedoch nicht denkbar, auch nicht für eine kleine Gruppe von Individuen, nicht einmal für ein einzelnes. Auch Unternehmer sind mit der Unberechenbarkeit, zum Beispiel der Konsumenten, konfrontiert. Wie sollen sie „<em>Vorteile, die weit in der Zukunft liegen</em>“ für sich zu nutzen wissen, wenn schon kurzfristig erzielbare Vorteile zwangsläufig mit Unsicherheit verbunden sind? `</p>
<p>Und selbst wenn man sich auf das Wissen um bestehende Ungleichgewichte beschränken wollte – wer schreibt dem Wissenden vor, zum Handelnden zu werden? Zahlreiche Theoretiker, unter ihnen Schumpeter und Knight, verweisen auf den Mut des Unternehmers, Möglichkeiten wahrzunehmen, als entscheidende Charaktereigenschaft.</p>
<p>Zu unterstellen, Unternehmertum wäre nur eine Reaktion auf bestehende Möglichkeiten, negiert zudem die Fähigkeit des Unternehmers, Wünsche und Bedürfnisse zu schaffen, kurz: Präferenzen zu formen. Dass dies möglich ist, zeigt die Konsumgeschichte. Die Suche nach einem Unternehmer-Begriff, dessen Definition das Besondere des Unternehmertums hervorheben soll, sollte diese Begabung nicht vernachlässigen.</p>
<p>Der Unternehmerbegriff Kirzners greift also in vielerlei Hinsicht zu kurz, teilweise greift er auch daneben. Insbesondere die von zahlreichen Autoren hervorgehobene Schöpfungskraft des Unternehmers scheint bei ihm vollkommen unter zu gehen. Der Unternehmer wird zum Suchenden, zum Reagierenden. Die Ökonomie wird damit zu einer statischen, bestenfalls noch zu einer sanft-gleitend wachsenden. Der Fall sprunghafter Entwicklungen wird auf das Aufdecken immenser ungenutzter Möglichkeiten reduziert, die Fähigkeit des Menschen, tatsächlich <em>Neues</em> zu schaffen, vollständig negiert. Die Unterstellung, jede Innovation wäre dem bestehenden ökonomischen System bereits inhärent gewesen und vom Unternehmer lediglich entdeckt worden, öffnet eine Lücke zwischen tatsächlich verwirklichten Innovationen und all jenen, die niemals zur Durchführung kamen.</p>
<p>Auch hier führt ein Zitat Albert Einsteins vielleicht zu einer Bewertung der unterschiedlichen Unternehmerbegriffe, insbesondere im Streit Kirzner gegen Schumpeter:</p>
<p style="text-align: right;">„<em>Fantasie ist wichtiger als Wissen. Denn Wissen ist begrenzt</em>“.</p>
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		<title>Warren G. Harding. Ein Zitat.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2010/warren-g-harding-zitat-steuern.html</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 09:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[I can&#8217;t make a damn thing out of this tax problem. I listen to one side and they seem right, and then &#8211; God! &#8211; I talk to the other side and they seem to be right. Warren G. Harding, 29. Präsident der Vereinigten Staaten, 1922 I totally hear ya, man. Und ja, in meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>I can&#8217;t make a damn thing out of this tax problem.</p>
<p>I listen to one side and they seem right, and then &#8211; God! &#8211; I talk to the other side and they seem to be right.</p></blockquote>
<p>Warren G. Harding, 29. Präsident der Vereinigten Staaten, 1922</p>
<p><span id="more-759"></span>I totally hear ya, man.</p>
<p>Und ja, in meiner aktuellen Seminararbeit gehts um Besteuerung <img src='http://blog.isabellprophet.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Jobs Job.</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast einhundert Jahre alt ist Joseph Schumpeters Idee des Entrepreneurs, des innovativen, gestaltenden Unternehmers, der die Wirtschaft seiner Zeit durch die Durchsetzung neuer Kombinationen entscheidend voranbringt. Schumpeter zeichnet 1911/1926 als „Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung“, das Charakterbild eines Unternehmers, dessen außergewöhnliche Eigenschaften und – viel wichtiger – außergewöhnliche Taten ihn erst zu einem solchen machen. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast einhundert Jahre alt ist Joseph Schumpeters Idee des Entrepreneurs, des innovativen, gestaltenden Unternehmers, der die Wirtschaft seiner Zeit durch die Durchsetzung neuer Kombinationen entscheidend voranbringt. Schumpeter zeichnet 1911/1926 als „<em>Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung</em>“, das Charakterbild eines Unternehmers, dessen außergewöhnliche Eigenschaften und – viel wichtiger – außergewöhnliche Taten ihn erst zu einem solchen machen. Ein moderner Beleg für die alte Theorie ist Steven Paul Jobs, „Steve Jobs“, einstiger Mitgründer und heutiger CEO der Firma Apple Inc.</p>
<h2><span id="more-743"></span>Der frühe Jobs.</h2>
<p>Nachdem er Mitte der 1970er Jahre zunächst die sogenannte „Blue Box“ vertrieb, mit der umsonst telefoniert werden konnte, gründete er 1976 gemeinsam mit Ronald Wayne und Steve Wozniak die Apple Computer Company. Die ersten Produkte der Firma werden die ersten Computer für Heimanwender sein. 1984 erscheint schließlich der Macintosh, der mit seiner grafischen Benutzeroberfläche als erster wirklich benutzerfreundlicher Heimcomputer gilt. Die Idee hatten die Gründer nicht aus ihrem eigenen Reihen sondern von der Firma Rank Xerox – Apple hatte lediglich die Gelegenheit ergriffen, den privaten Markt als Zielgruppe zu wählen. Schon die Gründungszeit der Firma ist daher ein deutliches Indiz für Jobs unternehmerische Tätigkeit. Schumpeter spricht von der „<em>Herstellung eines neuen, d.h. dem Konsumentenkreise noch nicht vertrauten Gutes oder einer neuen Qualität eines Gutes.</em>“</p>
<h2>Jobs neue Welt.</h2>
<p>Dem wurde Jobs nicht nur in den frühen Jahren Apples gerecht. Er wiederholte seine schöpferische Tätigkeit zum Beispiel 2001 mit dem Musikspieler iPod – den er weder erfunden noch technisch möglich gemacht hatte. Steve Jobs Leistung bestand darin, den Entwicklern seine Unterstützung zuzusagen und das Produkt dem Markt vorzustellen. Tragbare Musikgeräte mit vergleichbarer Speicherkapazität hatte es zu dieser Zeit noch nicht gegeben – es handelte sich um eine völlig neue Qualität des Gutes. Gleiches gilt auch mit Blick auf die Apple-Produkte iMac und iPhone. Vor allem mit iPod, iPhone und der Synchronisations-Software prägte er den Wert der Marke Apple am Markt neu. Das aktuellste Beispiel ist das iPad. Zwar war auch die Idee eines Tablet-Computers nicht neu, das Produkt hatte sich jedoch am Markt nie durchsetzen können. Erst Jobs gelang es, das Gerät am Markt zu etablieren.</p>
<p>Zur Durchsetzung neuer Organisationsstrukturen am Markt kommt Jobs vor allem durch den „App Store“, die Softwareplattform Apples, von der Nutzer verschiedener Apple-Geräte Software herunterladen können. Apple hat sich damit ein Monopol geschaffen: Nur über den App Store kann Software vertrieben werden, diese wird von der Firma kontrolliert – und zensiert, wie häufig kritisiert wird.</p>
<h2>Jobs Weg.</h2>
<p>Jobs Karriere bei Apple verläuft nicht kontinuierlich. Bereits 1985 muss er das Unternehmen verlassen. Es war zu Streitigkeiten mit John Sculley, dem damaligen CEO von Apple Computer gekommen, dieser setzte sich durch. Schumpeters Modell des Unternehmers hätte Jobs dieses Ereignis vielleicht prognostizieren können: <em>„Weiter kann es zu gesellschaftlicher Ablehnung des Betreffenden und schließlich zu physischer Verhinderung seiner Absicht kommen”. </em>Jobs ist von seinem selbstgegründeten Unternehmen getrennt worden. Auch nachdem er 1996 Apple Inc. zurückkehrt begegnen ihm nicht selten Anfeindungen, diesmal von Seiten der Öffentlichkeit. Von Jobs gehen also auch Effekte der<em> Führung</em> aus. Diese beziehen sich jedoch eher auf die Konsumenten als auf die Produzenten anderer Produkte der Computer-Branche. Es gilt als Teil der unternehmerischen Strategie Jobs‘, die Exklusivität der Marke und ihrer Produkte zu erhalten. Vor allem Apples technologische Struktur steht dabei in der Kritik. Die Geräte sind mit fremden Produkten in der Regel nicht oder nur nach komplexer Einstellung kompatibel, sodass zum Beispiel Hardwareproduzenten es schwer haben, für Apple zu produzieren. In Bezug auf Software hat Jobs seine Politik zwar gelockert, aber die jüngsten Streitigkeiten mit dem Adobe-Konzern haben gezeigt, dass Apple selbst einer so verbreiteten Technologie wie dem Flash-Player seine Betriebssysteme nicht öffnen muss, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben.</p>
<p>Effekte der <em>Führung</em> in Verbindung mit Apple-Produkten gibt es auf der Produzentenseite folglich nur sehr selektiv, wobei die Selektionskriterien nicht immer klar sind. Häufig scheint es sich um persönliche Animositäten Jobs‘ zu handeln, an anderer Stelle wieder um ein Kleinhalten potentieller zukünftiger Konkurrenten. In größerem Ausmaß lassen sich Führungseffekte daher in Bezug auf Nachahmer feststellen. Insbesondere das iPhone hat einen Konkurrenz-Markt für vielseitige und benutzerfreundliche Smartphones nach sich gezogen. Auch für das iPad deutet sich derzeit eine ähnliche Entwicklung an. Bemerkenswert ist dies insbesondere deshalb, weil es vorab keinerlei Nachfrage nach einem neuen Tablet-Computer gab. Einige Modelle waren während der 1990er Jahre am Markt sogar gescheitert. Jobs führt also ein Produkt ein, das eigentlich niemand nachfragen sollte – und findet trotzdem Absatz.</p>
<p>Mit dem iPhone, bei welchem auch die Bewegung hin zu immer kleiner werdenden Mobiltelefonen ignoriert und auf ein großes Display gesetzt wird, zeichnet sich auch ein Trend ab, der zu einer größeren Produktivität des gesamten sozioökonomischen Lebens beiträgt: Die Expansion des mobilen Internets. Als in großer Zahl Empfangsgeräte in das Netzwerk einströmten, mussten die Anbieter von Internetplattformen und Netzzugängen reagieren. Die Seiten-Betreiber hatten neue Arbeit in der Umprogrammierung ihrer Seiten und dem zur Verfügung stellen von „Apps“. Die Netzbetreiber hatten einen Anreiz, ihre Infrastruktur möglichst schnell zu mehr Leistungsfähigkeit auszubauen. So regte Steve Jobs mit einem neuen Mobiltelefon eine ganze Industrie zu neuem Wachstum an. Walt Rostow würde hier von einem Führungssektorkomplex sprechen und tatsächlich geht dieses Konzept auf die Ideen Schumpeters zurück.</p>
<h2>Jobs Einfachheit.</h2>
<p>Ein weiterer Aspekt ist die Einfachheit in der Bedienung. Jobs legt alle Apple-Produkte auf Unkompliziertheit aus – und dies, obwohl Apple-Computer bis vor wenigen Jahren meist geschäftlich genutzt wurden. Als Apple seinen Marktanteil vergrößern konnte und sich durch die Verfügbarkeit neuer, mit anderen Produkten kompatibler Software Netzwerkeffekte einstellen, müssen auch andere Anbieter reagieren und die Bedienbarkeit ihrer Programme vereinfachen. Diese hatten zuvor eher komplexere Systeme geschaffen. Hier folgte Apple als einziger Anbieter einer Nachfrage der Konsumenten.</p>
<p>Jobs verliert in der Zeit zwischen seiner Apple-Tätigkeit jedoch nicht seine Eigenschaft als Schumpeter’scher Entrepreneur. Er gründet die Computerfirma NeXT, die später die Basis für das Apple Betriebssystem OS X liefern wird. Außerdem kauft Jobs eine GrafikAbteilung von George Lucas‘ Lucasfilm Graphics Groups und gründet die Pixar Animation Studios. Zunächst werden nur Kurzfilme, zum Beispiel zu Werbezwecken, produziert. 1995 erscheint in Zusammenarbeit mit Disney die „Toy Story“, der erste vollständige Animationsfilm. Und Steve Jobs, der wohl schon vier Jahre nach der Gründung von Apple Computer Millionär geworden war, wird zum Milliardär. So scheint auch dieser Satz Schumpeters charakteristisch für einen Mann zu sein, den er niemals kennengelernt hatte: <em>„Er schafft rastlos, weil er nicht anders kann, er lebt nicht dazu, um sich des Erworbenen genießend zu erfreuen.“ </em></p>
<h2><em>Jobs Wille.<br />
</em></h2>
<p>Es mag zu weit gehen, Steve Jobs zu unterstellen, er wolle weder reich werden noch sich an seinem Reichtum erfreuen. Doch tatsächlich hat er sich seit seiner Rückkehr zu Apple jeweils nur einen US-Dollar Lohn pro Jahr zahlen lassen. Dafür bekam er, der wie erwähnt längst Milliardär ist, allerdings Aktienoptionen und ein Flugzeug von seinem Unternehmen – und natürlich Spesenerstattungen.</p>
<p>Steve Jobs Charakterzüge ohne gezielte Befragung feststellen zu wollen gestaltet sich schwierig. Dennoch können auf der Basis von Schumpeters Modell des Entrepreneurs einige Annahmen über die tieferen Beweggründe seines Handelns getroffen werden:</p>
<p><em>„Da ist zunächst der Traum und der Wille, ein privates Reich zu gründen”. </em>Eben dieses ist Steve Jobs gelungen. Als CEO von Apple ist er in der Lage, strategische Entscheidungen für das Unternehmen annähernd allein zu treffen. Nachdem ihm „sein Reich“ 1985 zwischenzeitlich abhanden gekommen war, gründete er mit NeXT und Pixar direkt zwei neue und führte sie zu ähnlichem Erfolg. Nachdem er Apple wieder übernommen hatte, gilt der Konzern als fixiert auf seine Person – so sehr, dass der Markenname Apple mit 11 Milliarden U.S.-Dollar im Vergleich zu anderen Marken wenig wert ist.</p>
<p><em>„Da ist sodann der Siegerwille. Kämpfenwollen einerseits, Erfolghabenwollen des Erfolges als solchen wegen andrerseits.“ </em>Steve Jobs hat gesiegt. Spätestens 1996, als Apple Inc. ihn in das von der gewaltigen Konkurrenz am Markt stark geschwächte Unternehmen zurückholte und ihm zunächst beratende, dann die leitende Tätigkeit gab. Und dann war es gerade die letzte von Schumpeters zentralen Eigenschaften des Unternehmers, der Apple wieder attraktiv machte: <em>„Freude am Gestalten endlich ist eine dritte solche Motivfamilie“. </em>Das Design machte die Produkte des Konzerns zu Trendobjekten. So steht beim Kauf nicht nur die Funktionalität im Vordergrund, sondern auch die Gestaltung des Artikels und die Attraktivität der Marke.</p>
<p>Schumpeter fordert von seinem Unternehmertypus jedoch viel. Nur die tatsächliche unternehmerische Aktivität zählt, um ein solcher zu sein, <em>„weshalb der den Charakter verliert, wenn er die geschaffene Unternehmung dann kreislaufmäßig weiterbetreibt“. </em>Diesen Charakter hat Jobs bis heute wohl niemals verloren. Eine dauerhafte Untätigkeit, ein Verharren in der funktionierenden Produktlinie lässt sich nicht feststellen.</p>
<p>So scheint es gerade einer wie Steve Jobs zu sein, von dem Joseph Schumpeter zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gesprochen hatte. Die Bewertung dieser Tätigkeit gestaltet sich jedoch schwierig. Gerade die quasi-monopolistischen Bestrebungen des Unternehmens sind mit Blick auf die Gesamtwirtschaft durchaus kritisch zu sehen, ebenso wie es die totale Fokussierung des Unternehmens auf die Figur Steve Jobs ist. So leicht wird es keinem anderen Entrepreneur gelingen, später einmal an Jobs Stelle zu treten.</p>
<h2>Literatur:</h2>
<p>Schumpeter, Joseph A., <em>Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus</em>, Zweite Aufl. Berlin 1926, S. 99-139.</p>
<p>Observer.guardian.co.uk: „<a title="Observer" href="http://www.guardian.co.uk/media/2006/jan/29/citynews.apple" target="_blank"><em>The non-stop revolutionary</em></a>“ vom 29. Januar 2006.</p>
<p>Welt.de: „<a title="WELT.de" href="http://www.welt.de/print-wams/article140717/Der_Mann_der_die_Welt_neu_erfand.html" target="_blank"><em>Der Mann, der die Welt neu erfand</em></a>“ vom 9. April 2006.</p>
<p>Capital.de: „<a title="Capital.de" href="http://www.capital.de/unternehmen/100008049.html" target="_blank"><em>His Steveness</em></a>“ vom 26. Oktober 2007.</p>
<p>Welt.de: „<a title="WELT.de" href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article2419788/Steve-Jobs-Superheld-der-Generation-iPod.html" target="_blank"><em>Steve Jobs – Superheld der Generation iPod</em></a>“ vom 9. September 2008.</p>
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		<title>Perfectonomics.</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 09:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Führungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
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		<category><![CDATA[Unternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Unternehmer hat es schwer in einer neoklassischen Modellwelt. Bei Joseph Alois Schumpeter verstanden als einer, der den inneren Drang verspürt, sich zu entwickeln, sein Umfeld zu gestalten, wird ihm in der neoklassischen Ökonomie blanker Eigennutz unterstellt. Und er, der die Wirtschaft seiner Zeit vorantreiben und sogar neues Wachstum anregen kann, verliert unter den Annahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Unternehmer hat es schwer in einer neoklassischen Modellwelt. Bei Joseph Alois Schumpeter verstanden als einer, der den inneren Drang verspürt, sich zu entwickeln, sein Umfeld zu gestalten, wird ihm in der neoklassischen Ökonomie blanker Eigennutz unterstellt. Und er, der die Wirtschaft seiner Zeit vorantreiben und sogar neues Wachstum anregen kann, verliert unter den Annahmen der Theoretiker jede Funktion. Mark Blaug stellt, mit Bezug zu Humberto Barreto, fest:</p>
<p style="text-align: right;"><em>„We can have either entrepreneurship or the<br />
neoclassical theory of the firm but we cannot have both.</em><em>“</em></p>
<p><em><span id="more-749"></span><br />
</em></p>
<p>Aber wie sollte diese Entscheidung zu treffen sein? Die Existenz von Unternehmern lässt sich empirisch belegen – ist also auch ökonomisch kaum zu verleugnen. Die neoklassische Theorie kann mittlerweile aber auch auf fast anderthalb Jahrhunderte – nicht ganz durchgängiger – Anerkennung zurückblicken.</p>
<p>Der Unternehmer bei Schumpeter wird auf ganz besondere Weise tätig – er setzt neue Kombinationen durch. Ob es sich um ein am Markt vollkommen neues Gut handelt, um einen neuen Markt für ein altes Gut, eine neue Herstellungsmethode, andere Rohstoffe oder einfach eine Umorganisation der eigenen Marktstellung – den Unternehmer zeichnet aus, diese Wege nicht (nur) zu ersinnen oder zu ermöglichen: Er beschreitet sie. So trennt Schumpeter den Unternehmer auch klar vom Kapitalisten, vom Verwalter und, weniger neu, vom Erfinder. Über diese betriebswirtschaftlichen Funktionen des Unternehmers geht Schumpeter jedoch hinaus, er spricht von „<em>Initiative, Autorität, Voraussicht</em>“. Eigenschaften, für die es „<em>wenig Betätigung im Automatismus eines ausbalancierten Kreislaufs</em>“ gebe. Hier macht Schumpeter selbst das Problem der neoklassischen Theorie und seines Unternehmer-Konzeptes klar: Für diesen Typus von Menschen gibt es in einer Gleichgewichtsökonomie keine Betätigung, sie funktioniert auch ohne Unternehmer.</p>
<p>Ohne Unternehmer funktioniert die Gleichgewichtsökonomie sogar wesentlich besser, als sie es mit solchen täte. Die Aufgabe des Unternehmers, wie Schumpeter ihn definiert, ist es schließlich mit Nichten, Ungleichgewichte aufzuspüren und für sich zu nutzen. Dies würde neben Israel Kirzners Unternehmertypus auch der rational handelnde <em>homo oeconomicus</em>, wie ihn die Neoklassik heranzieht, tun. Er, beziehungsweise im neoklassischen Modell sogar eine ganze Masse von seiner Art, würden dies sogar in unendlich kurzer Zeit tun. So betrachtet die Neoklassik Zeiträume, die so kurz sind, dass es sich nur noch um Zeitpunkte handelt. In der <em>ceteris paribus</em> Bedingung wird ein statisches Modell betrachtet, nichts verändert sich. Schon gar nicht kann es zu kognitiven Grenzen der Marktteilnehmer kommen – und wo doch, würden sich diese gegenseitig aufheben, die Macht der großen Zahl gilt uneingeschränkt. Jedes potentielle Ungleichgewicht würde unverzüglich aufgedeckt, genutzt und beseitigt werden. Tatsächlich kann es so gar nicht mehr zu der Entstehung von nennenswerten Ungleichgewichten kommen. Dabei handelt jedes Individuum aus purem Egoismus: Es will seinen Nutzen, im Zweifelsfall seinen Reichtum, vermehren. Der rationale <em>homo oeconomicus </em>steht dabei im totalen Gegensatz zu Schumpeters Unternehmer, der einem Leistungssportler oder Künstler gleich, aus seiner Persönlichkeit heraus jede Motivation zu wirtschaftlichem Handeln zieht und materielle Vorteile manchmal sogar nur noch als Nebenprodukt erringt.</p>
<p>Allerdings ist es die bereits beschriebene Eigenschaft des Unternehmers, neue Kombinationen durchzusetzen, mit der dieser die Volkswirtschaft nicht in ein Gleichgewicht, sondern vielmehr aus einem solchen heraus bringen kann. Dieses Ungleichgewicht lässt die Neoklassik jedoch gar nicht erst zu. Etwas Neues zu schaffen, zum Beispiel ein Gut, Rohstoffverwertung oder eine Produktionsmethode, hieße schließlich, dass dieses Neue zuvor nicht bekannt gewesen sei. Grundannahme ist jedoch, dass alle Marktteilnehmer vollständig informiert sind. Zu einer Notwendigkeit der Bewältigung einer „<em>ungewohnten Aufgabe</em>“, die Unternehmercharakter verlangt, könnte es also niemals kommen, weil es keine unkalkulierbare Unsicherheit gibt. Die Existenz derartiger Aufgaben ist also von vornherein ebenso ausgeschlossen, wie die Möglichkeit, dass ein Unternehmer ein am Markt vollkommen unbekanntes Gut einführt und den Konsumenten anträgt. In der Neoklassik hätte es entweder vorher schon einen Bedarf für dieses Gut gegeben, dann wäre er allerdings auch schon früher gedeckt worden und in der betrachteten Zeitpunkt-Welt vorhanden. Oder es gibt eben keinen Bedarf für dieses Gut, dann wird es auch niemand kaufen. Präferenzen sind exogen gegeben, eine systemimmanente, endogene Veränderung erscheint unvorstellbar, daher auch die Schaffung vollkommen neuer Bedürfnisse, wie sie zum Beispiel das Say’sche Theorem vorschlägt: <em>Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage</em>.</p>
<p>Eine scheinbare Lücke findet sich jedoch in dem Theoriegebäude aus vollständiger Information und gleichstarken Marktteilnehmern: Schumpeter unterstellt seinem Unternehmertypus vor allem, aus vorhandener Information – wie sie in der Neoklassik alle Marktteilnehmer gleichermaßen hätten – mehr machen zu können als andere. Es ist die Fähigkeit, Bekanntes auf neue Art zu durchdenken und zu bewerten, die den Unternehmer zum Führer seiner Zeit macht. Dies kann er auch, wenn er das gleiche Wissen wie alle anderen Marktteilnehmer hat, ihm reichen seine kognitiven Fähigkeiten. Die Existenz eines Einzigen, der mehr als <em>homo oeconomicus</em> ist, könnte also zu einer Innovation führen, die den vollkommenen Markt aus dem Gleichgewicht bringt – und Wachstum ermöglicht. Doch auch an dieser Stelle ist das neoklassische Modell abgesichert, denn ebenso wird die Existenz räumlicher Schranken dementiert – eine für die Entstehungszeit der Neoklassik sehr starke Annahme, gab es im ausgehenden 19. Jahrhundert schließlich weder die elektronische Datenübermittlung noch regelmäßigen Flugverkehr. Trotzdem sollen die Märkte zu jeder Zeit in kürzester Zeit in der Lage sein, sich Veränderungen in Gütermengen, -qualitäten oder Zahlungsströmen anzupassen und damit Arbitrage-Gewinne unmöglich machen. Für den Schumpeter’schen Unternehmer heißt dies, dass auch die Erschließung neuer Märkte ihm keinen Vorteil verschafft, ebenso wie Vorteile der Produktdifferenzierung, wenn sie denn jemals aufträten, unverzüglich ausgeglichen werden würden.</p>
<p>Die Änderung seiner Marktstellung – zum Beispiel der Aufstieg zum Monopolisten, ist wiederrum per Annahme vollständiger Konkurrenz ausgeschlossen. Durch diese bleibt dem Unternehmer, der eigentlich nur noch ein Produzent ist, nicht einmal der Dreh an der Preisschraube gestattet, da er in der Masse der Anbieter am Markt als Preisnehmer fungiert.</p>
<p>Barreto und Blaugs These, dass sich Entrepreneurship und Neoklassik ausschließen, kann zugestimmt werden. Doch Schumpeter selbst macht schon in seinem „<em>Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung</em>“ klar: Sein Unternehmer ist gar nicht für die neoklassische Modellwelt erdacht worden. Schumpeter lehnte diese ab, da sie die Dynamik des Wirtschaftslebens nicht erklären konnte. Gleichzeitig erscheint es, als habe die Neoklassik hohe Schranken errichtet, um den Unternehmer als speziellen Akteur auszugrenzen. Entstanden ist ein in sich geschlossenes, vollständiges System, welches sich mit der Allgemeingültigkeit einer exakten Wissenschaft verteidigen will. Blaug nennt dies mit Rückgriff auf Debreu, Arrow und Hahn eine formalisierte Darstellung, die weder beschreibenden noch praktischen Wert hat und trifft, angesichts der vorangehenden Darstellungen, mit diesen Worten wohl den Kern. Auch bei tieferer Betrachtung wirkt Schumpeters Konzept offen und realitätsnah, empirische Belege lassen sich in der Wirtschaftsgeschichte, wie auch in der Gegenwart finden.</p>
<p>Die neoklassische Theorie bleibt dennoch vor allem in der Lehre bis auf weiteres dominierend. Und das auf der Basis eines Gleichgewichts, für dessen Existenz oder bloße Erreichbarkeit es laut Franklin Fischer keinen Beweis gibt. Kein Wunder, zu lehren und zu verteidigen ist eine in sich geschlossene Modellwelt schließlich uneingeschränkt. Sie muss sich nicht den Vorwurf der Fehlerhaftigkeit gefallen lassen, erhebt sie schließlich niemals den Anspruch, außerhalb der Grenzen ihrer Annahmen Gültigkeit zu besitzen. So haben die Ökonomen der Neoklassik <em>perfect Economics</em> geschaffen.</p>
<p>Die aktuelle Forschung folgt jedoch wieder eher Schumpeter: Ein Beispiel ist die Neue Institutionenökonomik, die unter anderem beschränkte Märkte und Rationalität zulässt und sich der Existenz endogener Präferenzen öffnet. Wie Schumpeter nähert sie sich wieder den Bedingungen an tatsächlich existierenden Märkten zu, an statt hypothetische Situationen an hypothetischen, jedoch niemals beobachtbaren Märkten zu Untersuchen und zu Beschreiben.</p>
<p>Wenn Schumpeter den Unternehmer als Außenseiter und Pionier bezeichnet, so war er für die Ökonomik als Wissenschaft vielleicht selbst ein solcher. Während alle anderen sich der bekannten und formal gleichförmigen Modellwelt zuwendeten, suchte er eine neue Richtung und wandte sich – in Anbetracht der zahlreichen streitbaren Punkte – wahrscheinlich ganz bewusst gegen die neoklassische Theorie. Mit seinem Unternehmer-Konzept bediente er zwar keine existierende Nachfrage, schuf aber vielleicht eine neue: Die Nach-Frage nach dem Funktionieren von echten – tatsächlich existierenden – Volkswirtschaften.</p>
<h2>Literatur:</h2>
<p>Blaug, Marc, <em>Entrepreneurship in the History of Economic Thought</em>. In: Boettke, Peter J. / Ikeda, Sanford (Hg.) Advances in Austrian Economics, Vol. 5. London 1998, S. 217-239.</p>
<p>Schumpeter, Joseph A., <em>Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus</em>, Zweite Aufl. Berlin 1926, S. 99-139.</p>
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		<title>Loveparade. Was gelernt.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2010/loveparade-was-gelernt-duisburg-journalisten-berichterstattung.html</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 19:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein tolles Gespräch zwischen Lina Timm (Lübecker Nachrichten), Anna Lampert (Rhein-Zeitung) und mir (Cellesche Zeitung) zur Tragödie bei der Loveparade in Duisburg. Dreimal Nachwuchs hat heute viel gelernt. . Luisante Warum müssen denn immer Augenzeugen vor die Kameras gezerrt werden?! Es reicht doch, wenn die Moderatoren erzählen, was war. . Izyy @Luisante  Hm. Hast du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein tolles Gespräch zwischen Lina Timm (<a href="www.ln-online.de/" target="_blank">Lübecker Nachrichten</a>), Anna Lampert (<a href="http://http://www.rhein-zeitung.de/" target="_blank">Rhein-Zeitung</a>) und mir (<a href="http://www.cellesche-zeitung.de/" target="_blank">Cellesche Zeitung</a>) zur Tragödie bei der Loveparade in Duisburg.</p>
<p>Dreimal Nachwuchs hat heute viel gelernt.<br />
<span id="more-722"></span><br />
.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>Warum müssen denn immer Augenzeugen vor die Kameras gezerrt werden?! Es reicht doch, wenn die Moderatoren erzählen, was war.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>@Luisante  Hm. Hast du jemals den Auftrag bekommen &#8220;beschreib einfach, was war&#8221;?  Ich glaub, die TV&#8217;ler haben die gleichen Aufgaben wie wir&#8230;</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>@Izyy Mag sein. Finde es trotzdem falsch.</p>
<p>Genauso wie die Bilder von Toten bei n-tv gerade.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>Bilder von Toten bei #ntv? Mault da nicht der Presserat?</p>
<p>Sollte er jedenfalls. @Luisante</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/RZ_Lampert">RZ_Lampert</a></strong></p>
<p>@Izyy @Luisante Die Leser/Zuschauer/User/Hörer wollen es eben so.  #AugenzeugenVorDieCam</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>@RZ_Lampert Wer sagt denn, dass die das wollen?</p>
<p>Es wird wohl keiner da anrufen und  fragen, wo die Augenzeugen bleiben, wenn keiner gezeigt würde.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>@Luisante aber das ist die allgemeine Nachfrage. Oder das, was wir dafür halten.</p>
<p>Wir haben es ja alle so gelernt, oder nicht?</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/RZ_Lampert">RZ_Lampert</a></strong></p>
<p>@Luisante Aber würdens alle machen, wenn Leser/Zuschauer/User mit Beschreibungen zufrieden wären? #Journalistenzwickmühle</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>@Izyy Was wir dafür halten. Richtig.</p>
<p>Haben wir die Leser/Zuschauer denn mal gefragt?</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>@RZ_Lampert Das ist die Frage. Interessiert es die Leser, wie viel Mühe wir uns machen?</p>
<p>Sind Zitate besser als Features?</p>
<p>Hm.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>@Luisante Frage ich mich auch gerade.</p>
<p>Eigener Zweifel an Aussagen und Abscheu gg Berichterstattung sagen: Nein.</p>
<p>Wir machen was falsch.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/RZ_Lampert">RZ_Lampert</a></strong></p>
<p>@Izyy Ob wir das je raus finden?</p>
<p>Ich glaube, der Mensch ist zu voyeuristisch und neugierig, als dass er das nicht sehen wollen würde.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>@Izyy Und nur weil man es so lernt, muss es doch nicht heißen, dass wir es  immer so weiter machen. Bild-Praktiken haben jetzt alle. Toll.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>@RZ_Lampert glaub auch. Sonst würden wir es ja auch nicht anschauen. Aber Zitate sind</p>
<p>33% Wichtigtuer</p>
<p>33% Nutznießer</p>
<p>33% Politiker</p>
<p>1% Wahrheit</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>Die Bild zeigt Bilder von Toten.</p>
<p>Lasst uns was dagegen tun! Beschweren kann sich JEDER: <a title="Beschwerdeformular" href="http://www.presserat.info/inhalt/beschwerde/beschwerdeformular.html" target="_blank">[PRESSERAT]</a></p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<p>&#8220;Ich habe geholfen&#8221; &#8220;Ich habe gewarnt&#8221;</p>
<p>&#8211;&gt; Es kotzt mich an.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Luisante">Luisante</a></strong></p>
<p>@Izyy Etwa 50% meiner Timeline beschwert sich über die Berichterstattung.  Diese Sensationsgeilheit kann es nicht sein, was die Leute wollen.</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Izyy">Izyy</a></strong></p>
<div><a id="status_star_19447641790" title="Diesen Tweet als Favorit markieren"> </a></div>
<p>Fazit: Jeder der Augenzeugen ist als einziger ruhig geblieben und hat geholfen. Und hatte ne Stunde vorher schon gewarnt.</p></blockquote>
<p>.</p>
<h3>Toll zusammengefasst vom LN-Redakteur Bastian Modrow:</h3>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Schreibspecht">Schreibspecht</a></strong></p>
<p>n-tv zerrt  sichtlich traumatisierte Leute live vor die Kamera.</p>
<p>Das hat mit  Nachrichten-TV nichts mehr zu tun.</p>
<p>Pfui!</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/Schreibspecht">Schreibspecht</a></strong></p>
<p>Manchmal schäme ich mich für meinen Berufsstand.</p></blockquote>
<p>.</p>
<h3>Die Anderen:</h3>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/MichaelKroker">MichaelKroker</a></strong></p>
<div><a id="status_star_19444611726" title="Diesen Tweet als Favorit markieren"> </a></div>
<p>RT&#8217;d that earlier as well -&gt; RT @sascha_p: <a rel="nofollow" href="http://twitpic.com/28a4vk" target="_blank">http://twitpic.com/28a4vk</a></p>
<p>Update: It seems that this picture was taken WAY BEFORE the mass panic!</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/weltkompakt">weltkompakt</a></strong></p>
<div><a id="status_star_19445906424" title="Diesen Tweet als Favorit markieren"> </a></div>
<p>ok. die schuldigen sind hier ja auch schon gefunden. ganz schnell. ganz toll. glückwunsch!</p></blockquote>
<p>.</p>
<blockquote><p><strong><a href="http://twitter.com/DWDL">DWDL</a></strong></p>
<div><a id="status_star_19446072302" title="Diesen Tweet als Favorit markieren"> </a></div>
<p>Interessant: Das ZDF bedient  sich Fotos und Videos aus dem Web &#8211; anonymisiert aber die Gesichter und  verzichtet auf zu explizite Darstellung</p></blockquote>
<p>Mehr dazu auch im <a title="blog.rhein-zeitung.de" href="http://blog.rhein-zeitung.de/?p=10106" target="_blank">Blog </a>von Anna Lampert.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Finanzmarkttransaktionssteuer &#8211; irrational?</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2010/finanzmarkttransaktionssteuer-gefangenen-dilemma-collective-action.html</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 07:21:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Wortungetüm, fies. Finanzmarkttransaktionssteuer. Aber Europa nähert sich, seit heute sind Leerverkäufe untersagt, berichtet die Süddeutsche. Was für Dinger? Das ist jetzt erst einmal egal. Sie machen Spaß und bringen viel Geld, wenn man sich denn traut. Und wenn man halt Glück hat. Viel wichtiger ist jedoch das Signal  dieses Schrittes: We are [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein Wortungetüm, fies. <em>Finanzmarkttransaktionssteuer</em>. Aber Europa nähert sich, seit heute sind <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/finanzen/378/511484/text/" target="_blank">Leerverkäufe</a> untersagt, berichtet die Süddeutsche. <em>Was für Dinger?</em> Das ist jetzt erst einmal egal. Sie machen Spaß und bringen viel Geld, wenn man sich denn traut. Und wenn man halt Glück hat. Viel wichtiger ist jedoch das Signal  dieses Schrittes:<em> We are not afraid</em>.</p>
<p><span id="more-708"></span>Angst haben darf die deutsche Regierung nicht, wenn sie auch eine Finanzmarkttransaktionssteuer (man<em>oh</em>man) tatsächlich einführen will. Selbst alle europäischen Regierungen gemeinsam, müssten mit blindem Mut zustimmen, sollte es ein solches Gesetz tatsächlich bald geben. Tatsächlich funktionieren tut dies nämlich nur, wenn alle mitmachen. Sollst sucht sich das Geld, man denke an Wasser, einfach einen anderen Markt und Europa guckt mit seiner schönen Steuer in die Röhre. Situation schlimmer als vorher &#8211; viel schlimmer.</p>
<p>Aber wie bringt man jetzt alle Markt-beherbergenden Länder der ganzen weiten Welt dazu, glaubhaft darzulegen, dass sie auch eine derartige Steuer einführen werden? Und wie kriegt man sie eigentlich dazu, dies selber zu wollen? Erschwerend hinzu kommt schließlich, dass der freie Finanzmarkt mit seinen modernen Produkten als Schmiermittel der Weltwirtschaft gilt und die Entwicklung der vergangenen 150 Jahre ohne sie wohl niemals denkbar gewesen wäre. Nicht in dieser Intensität.</p>
<p>Europa soll vorangehen, eigentlich sogar nur Deutschland, aber wäre man nicht unglaublich dämlich, dies zu tun? <em>Defection is rational</em>, wer defekt spielt, gewinnt Milliarden.</p>
<p>Es ließen sich vielleicht Krisen vermeiden, wenn alle mitspielen &#8211; okay, doofes Wort &#8211; mit<em>ziehen</em> würden. Noch dazu lässt sich schon mit einem einfachen Gedankenspiel konstruieren, warum freie Märkte nicht mehr zur Wohlfahrtsmaximierung führen. Die kollektive Handlung wäre also zum positiven Nutzen aller, fein. Aber ohne diesen einsamen Schritt nach vorn &#8211; direkt über die Klippe des Problemb<em><span style="text-decoration: line-through;">ä</span></em>erges &#8211; wird es eine solche Steuer niemals geben. Und eigentlich sollte ihn auch kein verantwortungsbewusster Politiker tun.</p>
<p>Lösung des Problems? Irrationales Handeln, zum Schaden des Volkes und der Volkswirtschaft. Und hoffen, dass alle mitspielen. Dann mal munter voran, Kameraden.</p>
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		<title>Kein Alkohol war wohl doch keine Lösung.</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 00:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;aber sie habens ja immerhin einmal versucht. Ja, ich weiß. Kein Alkohol in Metronom-Zügen, das ist irgendwie nichts Neues mehr. Neu für mich sind aber die  spaßig gemeinten Ortsansagen, die laut Presse-Zentrum potentielle Randalierer beruhigen sollen. Ob das nun funktioniert? Soll mir an dieser Stelle egal sein, bei der WELT wurde genug diskutiert. Bei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>&#8230;aber  sie habens ja immerhin einmal versucht.</em></p>
<p>Ja, ich weiß. Kein <a title="Internetseite zur Kampagne" href="http://www.metronom-alkoholfrei.de/" target="_blank">Alkohol</a> in Metronom-Zügen, das ist irgendwie nichts Neues mehr. Neu<em> </em>für mich sind aber  die  spaßig gemeinten Ortsansagen, die laut Presse-Zentrum potentielle Randalierer beruhigen sollen.</p>
<p><img title="More..." src="http://blog.isabellprophet.net/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-678"></span><br />
Ob das nun  funktioniert? Soll mir an dieser Stelle egal sein, bei der <a title="Bericht bei welt.de" href="http://www.welt.de/reise/article3587236/Metronom-beruhigt-Randalierer-im-Zug-mit-Comedy.html" target="_blank">WELT</a> wurde genug diskutiert. Bei der (nicht der, der anderen) <a title="Audio-Dateien bei der Hildesheimer Allgemeinen" href="http://www.hildesheimer-allgemeine.de/metronom.html" target="_blank">HAZ</a> gibts die Dinger sogar zum Anhören. Was die Hildesheimer Allgemeine Zeitung da jedoch nicht veröffentlicht, sind Werbe-Einspieler für Bier und Schnaps. Die gibt es auf der Strecke Hannover-Göttingen nämlich ebenfalls auf die Ohren.</p>
<p>In Metronom-Zügen, in denen ohnehin weit übers erträgliche Maß hinaus Ansage-Belästigung betrieben wird, ist die Audio-Werbung ein kein schlechtes Geschäftsmodell. Fällt ja schließlich auch nicht weiter ins Gewicht. Und für Alkohol &#8211; na klar! So werden Bedürfnisse geweckt und Sehnsüchte gestärkt. Der metronomfahrende Durchschnittsalkoholiker kann seine Bedürfnisse und Sehnsüchte dann auch direkt befriedigen &#8211; <em>nach </em>der Fahrt. Und woanders, bitte.</p>
<p>Danke.</p>
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		<title>Hello world!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 01:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welcome to WordPress. This is your first post. Edit or delete it, then start blogging! &#8230; Sieht nicht anders aus, ist aber ganz anders. Mit aktueller Datenbank nämlich. Hier wirds bald wieder lebendiger, bis dahin ist aber alles etwas komisch. Unter anderem Unwiederbringlich entsorgt: Die Links zu anderen Webseiten. Und weil alles so lange her [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welcome to WordPress. This is your first post. Edit or delete it, then start blogging!</p>
<p>&#8230; Sieht nicht anders aus, ist aber ganz anders. Mit aktueller Datenbank nämlich. Hier wirds bald wieder lebendiger, bis dahin ist aber alles etwas komisch.</p>
<p>Unter anderem Unwiederbringlich entsorgt: Die Links zu anderen Webseiten. Und weil alles so lange her ist, bekomme ich die auch nicht mehr zusammen. Bitte meldet euch bei mir, ich würde euch gern alle wieder eintragen.</p>
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		<title>Günter Grass, ein Zitat.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 13:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich glaube, dass Zukunft nur dann möglich sein wird, wenn wir lernen, auf Dinge, die machbar wären, zu verzichten, weil wir sie nicht brauchen. Günter Grass]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich glaube, dass Zukunft nur dann möglich sein wird, wenn wir lernen, auf Dinge, die machbar wären, zu verzichten, weil wir sie nicht brauchen.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">Günter Grass</p>
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