Archive for the 'Politik' Category
“Journalisten reden am liebsten über ihren eigenen Beruf.” Zitat ist natürlich geklaut, Dirk Kirchberg von der HAZ schrieb diese Worte in der Ausgabe vergangenen Mittwochs so. Lässt sich empirisch definitiv beweisen, gilt aber bestimmt auch für andere Metiers. Nur für Politiker, für die wohl nicht so sehr. Die reden am liebsten nur über Andere. Die Fehler Anderer, die Bedürfnisse Anderer, die Fehler Anderer… wieauchimmer. Während (die böse) Managerkaste den Journalismus als besseres Werbemedium verehrt, reagieren die Politiker schon eher aggressiv auf die kommentierende Zunft. Meistens. Aber nützlich sind wir dann ja doch. Find ich. Finden andere auch…
Paul A. Samuelson: Economics. An Introductory Analysis
Mindestlöhne und Sozialhilfe sollen ein Instrument zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit sein. Die Umverteilung von Umsätzen von den Kapitalerträgen hin zu den Arbeitnehmereinkommen führt bei fallender Konsumquote zu höheren Konsumausgaben, argumentieren Ökonomen. Mindestlöhne sorgen aber auch für Ausweichreaktionen auf andere Produktionsfaktoren als menschliche Arbeit und erhöhen den Markteintrittspreis der Produzenten, argumentieren andere Ökonomen. Im Extremfall können so Arbeitsplätze vernichtet und das Volkseinkommen verringert werden, beweisen Studien. Auf der anderen Seite kann bei höheren Stundenlöhnen auch die Wahl zwischen Freizeit und Arbeit beeinflusst werden – ebenfalls in beide Richtungen. Doch staatliche Markteingriffe unterliegen nicht nur den Gesetzen der ökonomischen Theorie, auch die praktische Umsetzung birgt ihre Probleme.
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Natürlich sind ältere Menschen die erfahrensten Autofahrer, die es gibt. Bringt das Leben ja meistens auch so mit sich. Aber was nutzt Erfahrung, wenn ein Mensch körperlich nicht mehr in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen? Und was spricht dagegen, diese körperlichen Fähigkeiten überprüfen zu lassen?
War der sowjetische Sozialismus zum Scheitern verurteilt?
Die sozialistische Umgestaltung der sowjetischen Republiken war Lebens-aufgabe und Lebensberechtigung der bolschewistischen Partei. Doch ohne weiteres wollte sich die Bevölkerung nicht umgestalten lassen. Bald schon sah man aus der Perspektive der Parteispitze überall Feinde der geplanten „Modernisierung“. Doch war die versprochene Gleichheit und Freiheit unter der eingeforderten wirtschaftlichen Effizienz überhaupt realisierbar, oder war die Beseitigung angeblicher Sowjetfeinde ein Kampf an der völlig falschen Front?
… aber alle müssen hin.
Die Dorfherrscher gestürzt und fallen gelassen
Am Anfang waren es die örtlichen Parteifunktionäre, die den Druck der Parteiführung an die Bauern weitergaben. Handelten sie dabei nicht effizient genug, drohte ihnen Terror von oben. Bis zu jenem Wendepunkt, an dem sie es auf einmal waren, die für ihre Taten von unten angegriffen wurden – ohne Hilfe von oben zu bekommen. Doch warum ließ man es zu – und unterstützte sogar – dass die Landbevölkerung sich gegen die örtlichen Funktionäre wandte?
Der Wahlkampf wird wichtiger. Nichtmal mehr 50% der Deutschen wählen aus “Tradition”, besser gesagt, Parteibindung. Heute zählen die Inhalte. Was genau das nun eigentlich sein soll, wer weiß das schon? Aber wichtig sind sie, das hat jeder verstanden. Auch nicht ganz uninteressant: Die Kandidaten. Aber wie gewinnt man den jetzt eigentlich so eine Wahl? Am besten mit ganz ganz viel Schlamm.
Hatte Stalin eine Wahl?
Kapitalisten gegen Arbeiter, es hätte so einfach sein können. Doch Stalins Feldzug gegen die Verschärfung des Klassenkampfes fand auf einem Schlachtfeld mit unscharfen Fronten statt. Zwischen Freund und Feind zu unterscheiden war nicht nur schwierig, es wurde mit zunehmendem Druck seitens der Parteielite auch hinderlich – oder gefährlich. Fernab der ländlichen Wirklichkeit schürte Stalin unter seinen Anhängern eine Angst vor den „Bauern-Kapitalisten“, die vor Ort in Hass, Terror und Massenmord resultierte. Doch Angst mussten Stalins Zeitgenossen auch vor ihm selbst und seinem Parteiapparat haben. Eine Spaltung, die die Wirtschaft des Landes an den Rande des Ruins trieb.
…um Legitimation und Machterhalt
Stalins Herrschaft in den Wirren seiner Gegenwart
Im Streit um den „Stalinismus“ haben sich zwei Gruppen mit nahezu konträren Konzepten herausgebildet: Totalitaristen und Revisionisten. Gegen ein Verständnis des Stalinistischen Regimes als ideologiegeprägt unter totaler Kontrolle der Herrscherfigur Josef Stalins steht das Bild einer Gruppe von Menschen, die in einem unüberblickbaren System um die Erhaltung ihrer persönlichen Macht kämpfen. Beide Positionen sind gegenwärtig dabei, sich einander zu nähern. Besser spät als nie, denn für die zu Stalins Zeiten lebenden Menschen mag schon damals gegolten haben: Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Es war eines der ganz großen Themen im vergangenen Jahr: Die Mittelschicht schrumpft. Au weia. Für sich genommen wäre das ja eigentlich egal, das Problem liegt eher in der wachsenden Gruppe der Armen. Und die wird nicht nur größer – die wird vor allem auch ärmer. Das ist der Preis für etwas, das wir leider nicht ändern können – und mit gehobener Sicherheit auch nicht ändern wollen.