Archive for the 'Medien' Category
“Twitter ist überflüssig”, musste ich mir vor fünf Minuten wieder anhören. Und wozu Facebook, wenn man schon im StudiVZ ist? Der (das?) Weblog von Gary Hayes zeigt jetzt eindrucksvoll, welch unglaubliches Potential doch von vielen Privat- und Geschäftsmenschen doch immernoch verschlafen wird. Einfach mal 60 Sekunden anschauen und wirken lassen.
82 Millionen Deutsche.
62,2 Millionen Wahlberechtigte.
35 Millionen Wahlwillige.
Und dank 1 Schlagzeile vielleicht doch noch ein paar mehr:
Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch.
Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr.
Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet.
Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme
Heute vor einem Jahr habe ich einen Text über Sozialphobie und Schüchternheit geschrieben.
Heute vor einem Jahr wars glaub ich ziemlich warm draussen.
Heute vor einem Jahr hat mich DPA irgendwie genervt.
Heute vor einem Jahr war übrigens Montag und nicht Dienstag.
Heute vor einem Jahr habe ich mir Gedanken über die Börse in Wien gemacht.
Heute vor einem Jahr hab ich mir anhören müssen, die sei uninteressant.
Heute vor einem Jahr hatte ich nen ziemlichen Kater vom Vorabend.
Heute vor einem Jahr stand plötzlich “US-Bank pleite” auf meinem Display.
Heute vor einem Jahr begann etwas, das ich in fast jede Kategorie dieses Blogs eintüten kann.
Heute vor einem Jahr begann das, was meine Kinder später als “zweite große Wirtschaftskrise” in der Schule lernen werden.
Heute vor einem Jahr begann das, was ich zuerst für ziemlich überbewertet gehalten habe.
Heute vor einem Jahr ist Lehmann-Brothers zusammengebrochen.
“Journalisten reden am liebsten über ihren eigenen Beruf.” Zitat ist natürlich geklaut, Dirk Kirchberg von der HAZ schrieb diese Worte in der Ausgabe vergangenen Mittwochs so. Lässt sich empirisch definitiv beweisen, gilt aber bestimmt auch für andere Metiers. Nur für Politiker, für die wohl nicht so sehr. Die reden am liebsten nur über Andere. Die Fehler Anderer, die Bedürfnisse Anderer, die Fehler Anderer… wieauchimmer. Während (die böse) Managerkaste den Journalismus als besseres Werbemedium verehrt, reagieren die Politiker schon eher aggressiv auf die kommentierende Zunft. Meistens. Aber nützlich sind wir dann ja doch. Find ich. Finden andere auch…
Mal wieder was Produktives tun: Von heute an schiebe ich wieder ein wenig Aushilfsdienst bei der Celleschen Zeitung. Daher auch der Link in der Leiste da rechts, als offizielle Entschuldigung fürs mal-weniger-bloggen.
Gibt ja auch gewisse farbenfrohe Blogger, die das auch ohne Ausrede totaaal vernachlässigen *ichsagnix*
Der Wahlkampf wird wichtiger. Nichtmal mehr 50% der Deutschen wählen aus “Tradition”, besser gesagt, Parteibindung. Heute zählen die Inhalte. Was genau das nun eigentlich sein soll, wer weiß das schon? Aber wichtig sind sie, das hat jeder verstanden. Auch nicht ganz uninteressant: Die Kandidaten. Aber wie gewinnt man den jetzt eigentlich so eine Wahl? Am besten mit ganz ganz viel Schlamm.
Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise… Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise?
Überschriften finden ist echt ganz schön schwierig. Wie habe ich andere immer beneidet. “Nimm doch einfach nen Dreiklang”, oder “da muss ein Verb rein” – “egal wie”. Na gut, ich überleg nochmal… Soviel steht fest, die BILD wird mich vermutlich niemals einstellen. Mit guten Überschriften gewinnt man nicht nur Leser, man kann auch ganze Wahlen gewinnen. Mit der richtigen Überschrift braucht man nicht mal einen aktuellen Aufmacher, hat man erstmal zwei bis drei wirklich gute Titel zu einem Thema gefunden, kann man denselben Text gut und gerne alle paar Wochen mal bringen. Praktisch, sowas.
“Da wird der Leser doch auf gut-Deutsch verarscht”, sagte mein Bekannter zu mir, und ich musste schlucken. Realen Personen erfundene Geschichten aufdrücken empfand ich als verwerflich. 
Über den umgekehrten Fall, irgendwie reale Geschichten auf erfundene Personen zu schneidern, hatte ich mir nie Gedanken gemacht. “Das ist doch schon an der Grenze zur Fiktion!”
Wie weit dürfen Journalisten eigentlich gehen, wenn sie sich noch guten Gewissens so nennen wollen?
Es war eines der ganz großen Themen im vergangenen Jahr: Die Mittelschicht schrumpft. Au weia. Für sich genommen wäre das ja eigentlich egal, das Problem liegt eher in der wachsenden Gruppe der Armen. Und die wird nicht nur größer – die wird vor allem auch ärmer. Das ist der Preis für etwas, das wir leider nicht ändern können – und mit gehobener Sicherheit auch nicht ändern wollen.