Von Winsern und Zypressen.

Dec 12
Posted by Isa Filed in Celle, Gesellschaft

Sie können sie bald nicht mehr hören, meine Kollegen, meine Frage aller Fragen: Sind es nun Winser oder Winsener? Berger oder Bergener? Höfer, Höferer, Höferaner? Hermansbürger? Eschedeaner?

Ich habe die Winsener und Bergener lange und tapfer durchgehalten, meine Kollegen haben das lange und tapfer und immer wieder korrigiert. Hochdeutsch und korrekt sei es ja durchaus, aber trotzdem rede kein Mensch so und in die Zeitung gehöre das auch nicht.

Nun habe ich mal nachgefragt, in Winsen, am Wochenende beim Kartoffelmarkt. Und siehe da, meine Winsener nennen sich tatsächlich viel lieber Winser. Na gut, sagt sich die engagierte Volontärin, und wird Ihnen die überschüssigen Buchstaben künftig ersparen. Ist ja so auch viel ökonomischer. Nur für die anderen Orte und Gemeinden im Landkreis muss ich das noch klären. Ausschließen kann ich schon einmal die Flotwedelnden, Lohheiden, Bröckelnden und Schwachhausenden.

Bleibt abzuwarten, ob in meiner Zeit als Politik-Volontärin auf Zypern alles ruhig bleibt. Wenn nicht, versprochen, werde ich mit den Auswärtigen Amt mal ein ernstes Wort über die Empfehlungen zu anderen Ländern sprechen. Ich bin ganz klar dafür, die Damen der Insel nicht länger mit dem unschönen Wort “Zypriotinnen” zu quälen, moderner sagt man “Zyprerrinnen”, auch nicht besser. Sprechen Sie das mal laut aus! Viel hübscher: Zypressen.

Kryptisch.

Dec 4
Posted by Isa Filed in Arbeit, Celle, Gesellschaft

Wahrscheinlich kämen mir in jedem Beruf diese spätabendlichen Eingebungen, die am nächsten Tag unbedingt verarbeitet werden müssen. Insofern habe ich es gut getroffen.

Früher saß ich meist irgendwann am frühen Nachmittag am Schreibtisch und dachte mir, ach… da war doch noch was? Ja, irgendwas war da. Auf Nimmerwiedersehen war der schlaue Gedanke entschwunden; sah ich ihn doch eines Tages wieder, dann fiel mir zu Ostern die nette Weihnachtsgeschichte ein.

Bisschen spät.

Also, neue Strategie: Erinnerungsmails. Die schicke ich mir vom Handy an den Arbeitsrechner. Keine Idee geht mehr verloren, perfekt! Und wenn ich morgens in mein Büro komme und eine Mail von mir an mich sehe, ich weiß sofort: Ganz wichtige Sache. Da reicht schon ein für Außenstehende kryptisches Stichwort, mein Gehirn kramt den Gedankengang wieder hervor.

Also, das zumindest war der Plan.

Meistens finde ich irgendwann raus, was ich mir mit der sehr sehr sehr wichtigen Notiz sagen wollte. Sie kennen das bestimmt, erst: totale Leere im Kopf. Und wenn Sie dann an etwas ganz anderes denken – genau. Da ist er wieder. Allerdings fahndet mein Unterbewusstsein jetzt schon seit vier Wochen nach einer besonders wichtigen Mail.

______________

Von: Isabell Prophet mobil
An: Prophet, Isabell
Betreff: Laub

______________

 

Aber wenn ich so rausgucke... ich denke, das hat sich wohl erledigt.

Maisdiebe.

Nov 6
Posted by Isa Filed in Celle, Gesellschaft, Markt

In auffällig unauffällig verrenkter James-Bond-Manier schlich neulich ein junger Mann um sein Auto herum. Er stand an einer Kreuzung hinter Altenhagen, vor sich ein Maisfeld, an seinem roten Golf ein Hannoveraner Kennzeichen. Er ging streng nach der wen-ich-nicht-seh-der-sieht-mich-nicht-Methode vor, ignorierte alles um sich herum – so auch mich auf dem Weg direkt hinter ihm – und lugte vorsichtig am Maisfeld vorbei auf die Straße vor sich. Dann nahm er Anlauf, sprang über einen Wassergraben, ab ins Maisfeld. Und klaute Mais!

Und, dreihundert Meter weiter, was sah ich? Ein Uelzener! Und der klaute auch Mais! Liebe Hannoveraner, liebe Uelzener, ja, wir haben hier eine fantastische Landwirtschaft. Das wissen wir. Das kann man aber auch anders zum Ausdruck bringen. Würden Sie Ihren Mais bitte von nun an im Supermarkt klauen? Vorzugsweise in Ihrer Heimat, danke.

Pflaumenkuchen.

Aug 20
Posted by Isa Filed in Celle, Gesellschaft

Ich mag meine Mittagspause. Ich verbringe sie mit mir selbst auf einer Parkbank und beobachte Menschen. Vorzugsweise Touristen, in Celle bietet sich das irgendwie an. Manchmal rede ich auch mit ihnen; was täte ich lieber, als Ratschläge zu verteilen? Man sieht es mir wohl mittlerweile an, das leicht Klugscheißerische.

So kam es gestern, dass ich vor der Stadtkirche saß, die (Achtung, Insider-Schmunzler) Sichtachse zum Schloss auf mich wirken ließ, ein Fischbrötchen futterte, dabei liebevoll die Sauce auf meiner Jeans verteilte. Eine nicht ganz jungebliebene und auch sonst alles andere als rüstige Dame setzte sich zu mir. Sah mich an; Ich sah sie an.

Das war der Fehler.

Gibt es hier gar keine Cafés? Ich hätte die Klappe halten sollen. Deutliches Warnsignal: Elf und elfeinhalb Meter entfernt – jeweils ein Café. Ich hätte die Klappe halten sollen. Hab ich natürlich nicht, ich erklärte ihr den Weg zu den nächsten Cafés – war ja nicht schwer, lagen schließlich auf der anderen Seite der Sichtachse – und dann noch den zum angeblich besten Café der Stadt. Pflaumenkuchen wollte sie.

Gibt es hier soetwas gar nicht? Pflaumenkuchen gab es gegenüber nicht, elf Meter entfernt nicht, elfeinhalb Meter entfernt nicht. Wie das denn sein kann? Ich habe wirklich keine Ahnung, ob es hier soetwas gar nicht gibt und es ist mir auch wirklich ziemlich egal. Schwanger konnte sie nicht sein, zumindest hoffte ich das. Aber für Pflaumenkuchen mögen Rentner auch ihre ganz eigenen Beweggründe haben, man verzeihe mir die Bilder, die diese Andeutung erzeugt. Das angeblich beste Café der Stadt jedenfalls, das würde sie ja wohl nicht schaffen, mit ihrem Knie und so und ich widmete mich wieder meinem Jeansfischsaucenmodedesign aber das war ihr auch wirklich ziemlich egal. Das es soetwas in Celle nicht gab? Und das war ja alles viel zu weitläufig hier. Zu anstrengend. Darauf erst einmal eine rauchen, ob mich das störe?

Glaubt ihr wirklich, das hat sie gefragt?

Meine Schulform war die beste!

Jun 1
Posted by Isa Filed in Bildung, Gesellschaft

In meinem Klassenraum in der Grundschule gab es eine Spielecke. Pädagogisch war das damals ungefähr das geilste. In dieser Ecke habe ich das 1 mal 13 gelernt und das konnte ich verdammt gut. Ich habe einen Tennisball hochgeworfen und ihn wieder aufgefangen und mir vorgestellt, ich sei eine Prinzessin (warum habe ich einen Tennisball mit Prinzessinnen assoziiert?). Übrigens war ich total scheiße in der Grundschule. Außer in Sachkunde. Das Fach führten die Politiker ein, als ich in der Dritten war. Danach schafften sie es wieder ab. Verdammt. Read the rest of this entry »

Schatz, es wird später… viel später.

Dec 28
Posted by Isa Filed in Gesellschaft

Owly Images

dachte sich wohl so mancher Reisende, als er diese schöne Anzeige der Deutschen Bahn sah.

Autsch.

Dinge, die man so lieber nicht schreiben sollte.

Dec 26
Posted by Isa Filed in Ökonomie, Bildung, Forschung, Gesellschaft

Einer aus dieser Kategorie. Gefunden in einer OECD Studie von Thomas Liebig.
Read the rest of this entry »

Studieren.

Sep 7
Posted by Isa Filed in Bildung, Gesellschaft

Eigentlich sollte man sich ja schämen. Einfach so studieren. Sowas. Read the rest of this entry »

Jobs Job.

Aug 17
Posted by Isa Filed in Arbeit, Ökonomie, Gesellschaft, Wirtschaft

Fast einhundert Jahre alt ist Joseph Schumpeters Idee des Entrepreneurs, des innovativen, gestaltenden Unternehmers, der die Wirtschaft seiner Zeit durch die Durchsetzung neuer Kombinationen entscheidend voranbringt. Schumpeter zeichnet 1911/1926 als „Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung“, das Charakterbild eines Unternehmers, dessen außergewöhnliche Eigenschaften und – viel wichtiger – außergewöhnliche Taten ihn erst zu einem solchen machen. Ein moderner Beleg für die alte Theorie ist Steven Paul Jobs, „Steve Jobs“, einstiger Mitgründer und heutiger CEO der Firma Apple Inc.

Read the rest of this entry »

Loveparade. Was gelernt.

Jul 24
Posted by Isa Filed in Gesellschaft, Medien

Ein tolles Gespräch zwischen Lina Timm (Lübecker Nachrichten), Anna Lampert (Rhein-Zeitung) und mir (Cellesche Zeitung) zur Tragödie bei der Loveparade in Duisburg.

Dreimal Nachwuchs hat heute viel gelernt.
Read the rest of this entry »