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	<title>Südnorddeutsche. &#187; Arbeit</title>
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		<title>Kryptisch.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 17:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wahrscheinlich kämen mir in jedem Beruf diese spätabendlichen Eingebungen, die am nächsten Tag unbedingt verarbeitet werden müssen. Insofern habe ich es gut getroffen. Früher saß ich meist irgendwann am frühen Nachmittag am Schreibtisch und dachte mir, ach&#8230; da war doch noch was? Ja, irgendwas war da. Auf Nimmerwiedersehen war der schlaue Gedanke entschwunden; sah ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wahrscheinlich kämen mir in jedem Beruf diese spätabendlichen Eingebungen, die am nächsten Tag unbedingt verarbeitet werden müssen. Insofern habe ich es gut getroffen.</p>
<p>Früher saß ich meist irgendwann am frühen Nachmittag am Schreibtisch und dachte mir, ach&#8230; da war doch noch was? Ja, irgendwas war da. Auf Nimmerwiedersehen war der schlaue Gedanke entschwunden; sah ich ihn doch eines Tages wieder, dann fiel mir zu Ostern die nette Weihnachtsgeschichte ein.</p>
<p>Bisschen spät.</p>
<p>Also, neue Strategie: Erinnerungsmails. Die schicke ich mir vom Handy an den Arbeitsrechner. Keine Idee geht mehr verloren, perfekt! Und wenn ich morgens in mein Büro komme und eine Mail von mir an mich sehe, ich weiß sofort: Ganz wichtige Sache. Da reicht schon ein für Außenstehende kryptisches Stichwort, mein Gehirn kramt den Gedankengang wieder hervor.</p>
<p>Also, das zumindest war der Plan.</p>
<p>Meistens finde ich irgendwann raus, was ich mir mit der sehr sehr sehr wichtigen Notiz sagen wollte. Sie kennen das bestimmt, erst: totale Leere im Kopf. Und wenn Sie dann an etwas ganz anderes denken – genau. Da ist er wieder. Allerdings fahndet mein Unterbewusstsein jetzt schon seit vier Wochen nach einer besonders wichtigen Mail.</p>
<p>______________</p>
<p><strong>Von:</strong> Isabell Prophet mobil<strong><br />
</strong><strong>An:</strong> Prophet, Isabell<br />
<strong>Betreff:</strong> Laub</p>
<p>&#8230;</p>
<p>______________</p>
<p>&nbsp;</p>
<pre><span class="Apple-style-span" style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif; font-size: 13px; line-height: 19px; white-space: normal;">Aber wenn ich so rausgucke... ich denke, das hat sich wohl erledigt.</span></pre>
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		<title>Aggroline.</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 21:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, so ein wenig unjournalistisch ist das ja schon. Man könnte auch ganz ehrlich sagen: Eigentlich ist das ja schlicht weg falsch. Aggroliner. Ach, so nennt sich doch keiner. Vielleicht habe ich diesen Titel ja nur gewählt, weil ich selbst die Aggrolinerin war? Also morgens, so um halb elf rum, wenn gute Journalisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss gestehen, so ein wenig unjournalistisch ist das ja schon. Man könnte auch ganz ehrlich sagen: Eigentlich ist das ja schlicht weg falsch. Aggroliner. Ach, so nennt sich doch keiner.</p>
<p><span id="more-776"></span>Vielleicht habe ich diesen Titel ja nur gewählt, weil ich selbst die Aggrolinerin war? Also morgens, so um halb elf rum, wenn gute Journalisten gerade erst vom Bett auf die Landstraße gefallen sind &#8211; also auf halber Strecke sind, das muss ja mal gesagt werden &#8211; da kann man nicht 65 fahren.</p>
<p>Dem guten Mann war das egal. War bestimmt sein Job, versteh ich ja auch. Aber mit 65 über die Landstraße? Muss das denn sein? Also nein&#8230; Irgendwie entspannt war es ja auch, aber 15 Minuten hinter einem &#8220;Agroliner&#8221;? Ja nein, da fühlt man sich irgendwann einfach genau: So.</p>
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		<title>Von Blinkern und Blitzern.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 21:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nein, es ist nicht alles schlecht. Also zumindest nicht immer. Es gibt sie auch noch, diese echt netten Menschen, die mit der Lichthupe ein kleines Feuerwerk entfachen und einen entrückt und verwirrt zurücklassen. Was war denn nur passiert? Mein Licht kaputt? Aber nein, die vergangene Nacht, da ging es doch noch! Also was? Was denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, es ist nicht alles schlecht. Also zumindest nicht immer. Es gibt sie auch noch, diese echt netten Menschen, die mit der Lichthupe ein kleines Feuerwerk entfachen und einen entrückt und verwirrt zurücklassen. Was war denn nur passiert? Mein Licht kaputt? Aber nein, die vergangene Nacht, da ging es doch noch! Also was? Was denn nur? Mache ich etwas falsch? Ich konnte es mir nicht erklären. Vielleicht war es ein Freund? Hätte ich zurückblinkern sollen? Nein, also Menschen mit solchen Autos kenne ich nicht. Also was war denn nur? Mein Weg war nicht unbedingt mit Erklärungen gepflastert.</p>
<p><span id="more-772"></span>Fast hätte es ein letztes Aufblitzen gegeben, wie ein Nachhall an einem stillen Morgen. Aber als ich das kleine schwarze Auto am Wegesrand stehen sah, traf auch mich endlich die Erkenntnis. Ein Blitzer. Achso&#8230;</p>
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		<title>Geisteskranke, ich hatte es ja erwähnt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 19:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ersten Verrückten konnten ja nicht lange auf sich warten lassen. An dieser Stelle noch einmal danke an den Hannoveraner, der mich mit Hupe und Lichtgewitter bedrängelt hat. Der LKW-Fahrer vor mir, der ja nun wirklich schneller um die enge Kurve hätte fahren müssen, unmöglich sowas, ist wahrscheinlich immer noch traumatisiert. 50 ist an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ersten Verrückten konnten ja nicht lange auf sich warten lassen. An dieser Stelle noch einmal danke an den Hannoveraner, der mich mit Hupe und Lichtgewitter bedrängelt hat. Der LKW-Fahrer vor mir, der ja nun wirklich schneller um die enge Kurve hätte fahren müssen, unmöglich sowas, ist wahrscheinlich immer noch traumatisiert. 50 ist an der Straße danach übrigens, weil vor einigen Jahren ein Mädchen sterben musste. Aber für 10 Minuten hupen, blinken und drängeln gabs bestimmt nen echt guten Grund.</p>
<p>Gute Fahrt.</p>
<p>Vogel.</p>
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		<title>Pendlerin.</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 19:13:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gehöre dazu &#8211; ich bin eine Pendlerin. Ja. Super, ich weiß.Aber manche Lebenserfahrungen müssen eben sein. Zwar sind es nur zwei Wochen, aber von heute an werde ich jeden Tag 110 Kilometer Minimum zurücklegen. Neben den ganzen Geisteskranken und der Brunswicker Stadtautobahn belauert mich auf meinem Weg vor allem eins &#8211; äh, drei: Blitzer. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehöre dazu &#8211; ich bin eine Pendlerin. Ja. Super, ich weiß.<span id="more-767"></span>Aber manche Lebenserfahrungen müssen eben sein. Zwar sind es nur zwei Wochen, aber von heute an werde ich jeden Tag 110 Kilometer Minimum zurücklegen. Neben den ganzen Geisteskranken und der Brunswicker Stadtautobahn belauert mich auf meinem Weg vor allem eins &#8211; äh, drei: Blitzer. Au weia&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Jobs Job.</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast einhundert Jahre alt ist Joseph Schumpeters Idee des Entrepreneurs, des innovativen, gestaltenden Unternehmers, der die Wirtschaft seiner Zeit durch die Durchsetzung neuer Kombinationen entscheidend voranbringt. Schumpeter zeichnet 1911/1926 als „Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung“, das Charakterbild eines Unternehmers, dessen außergewöhnliche Eigenschaften und – viel wichtiger – außergewöhnliche Taten ihn erst zu einem solchen machen. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast einhundert Jahre alt ist Joseph Schumpeters Idee des Entrepreneurs, des innovativen, gestaltenden Unternehmers, der die Wirtschaft seiner Zeit durch die Durchsetzung neuer Kombinationen entscheidend voranbringt. Schumpeter zeichnet 1911/1926 als „<em>Grundphänomen der wirtschaftlichen Entwicklung</em>“, das Charakterbild eines Unternehmers, dessen außergewöhnliche Eigenschaften und – viel wichtiger – außergewöhnliche Taten ihn erst zu einem solchen machen. Ein moderner Beleg für die alte Theorie ist Steven Paul Jobs, „Steve Jobs“, einstiger Mitgründer und heutiger CEO der Firma Apple Inc.</p>
<h2><span id="more-743"></span>Der frühe Jobs.</h2>
<p>Nachdem er Mitte der 1970er Jahre zunächst die sogenannte „Blue Box“ vertrieb, mit der umsonst telefoniert werden konnte, gründete er 1976 gemeinsam mit Ronald Wayne und Steve Wozniak die Apple Computer Company. Die ersten Produkte der Firma werden die ersten Computer für Heimanwender sein. 1984 erscheint schließlich der Macintosh, der mit seiner grafischen Benutzeroberfläche als erster wirklich benutzerfreundlicher Heimcomputer gilt. Die Idee hatten die Gründer nicht aus ihrem eigenen Reihen sondern von der Firma Rank Xerox – Apple hatte lediglich die Gelegenheit ergriffen, den privaten Markt als Zielgruppe zu wählen. Schon die Gründungszeit der Firma ist daher ein deutliches Indiz für Jobs unternehmerische Tätigkeit. Schumpeter spricht von der „<em>Herstellung eines neuen, d.h. dem Konsumentenkreise noch nicht vertrauten Gutes oder einer neuen Qualität eines Gutes.</em>“</p>
<h2>Jobs neue Welt.</h2>
<p>Dem wurde Jobs nicht nur in den frühen Jahren Apples gerecht. Er wiederholte seine schöpferische Tätigkeit zum Beispiel 2001 mit dem Musikspieler iPod – den er weder erfunden noch technisch möglich gemacht hatte. Steve Jobs Leistung bestand darin, den Entwicklern seine Unterstützung zuzusagen und das Produkt dem Markt vorzustellen. Tragbare Musikgeräte mit vergleichbarer Speicherkapazität hatte es zu dieser Zeit noch nicht gegeben – es handelte sich um eine völlig neue Qualität des Gutes. Gleiches gilt auch mit Blick auf die Apple-Produkte iMac und iPhone. Vor allem mit iPod, iPhone und der Synchronisations-Software prägte er den Wert der Marke Apple am Markt neu. Das aktuellste Beispiel ist das iPad. Zwar war auch die Idee eines Tablet-Computers nicht neu, das Produkt hatte sich jedoch am Markt nie durchsetzen können. Erst Jobs gelang es, das Gerät am Markt zu etablieren.</p>
<p>Zur Durchsetzung neuer Organisationsstrukturen am Markt kommt Jobs vor allem durch den „App Store“, die Softwareplattform Apples, von der Nutzer verschiedener Apple-Geräte Software herunterladen können. Apple hat sich damit ein Monopol geschaffen: Nur über den App Store kann Software vertrieben werden, diese wird von der Firma kontrolliert – und zensiert, wie häufig kritisiert wird.</p>
<h2>Jobs Weg.</h2>
<p>Jobs Karriere bei Apple verläuft nicht kontinuierlich. Bereits 1985 muss er das Unternehmen verlassen. Es war zu Streitigkeiten mit John Sculley, dem damaligen CEO von Apple Computer gekommen, dieser setzte sich durch. Schumpeters Modell des Unternehmers hätte Jobs dieses Ereignis vielleicht prognostizieren können: <em>„Weiter kann es zu gesellschaftlicher Ablehnung des Betreffenden und schließlich zu physischer Verhinderung seiner Absicht kommen”. </em>Jobs ist von seinem selbstgegründeten Unternehmen getrennt worden. Auch nachdem er 1996 Apple Inc. zurückkehrt begegnen ihm nicht selten Anfeindungen, diesmal von Seiten der Öffentlichkeit. Von Jobs gehen also auch Effekte der<em> Führung</em> aus. Diese beziehen sich jedoch eher auf die Konsumenten als auf die Produzenten anderer Produkte der Computer-Branche. Es gilt als Teil der unternehmerischen Strategie Jobs‘, die Exklusivität der Marke und ihrer Produkte zu erhalten. Vor allem Apples technologische Struktur steht dabei in der Kritik. Die Geräte sind mit fremden Produkten in der Regel nicht oder nur nach komplexer Einstellung kompatibel, sodass zum Beispiel Hardwareproduzenten es schwer haben, für Apple zu produzieren. In Bezug auf Software hat Jobs seine Politik zwar gelockert, aber die jüngsten Streitigkeiten mit dem Adobe-Konzern haben gezeigt, dass Apple selbst einer so verbreiteten Technologie wie dem Flash-Player seine Betriebssysteme nicht öffnen muss, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben.</p>
<p>Effekte der <em>Führung</em> in Verbindung mit Apple-Produkten gibt es auf der Produzentenseite folglich nur sehr selektiv, wobei die Selektionskriterien nicht immer klar sind. Häufig scheint es sich um persönliche Animositäten Jobs‘ zu handeln, an anderer Stelle wieder um ein Kleinhalten potentieller zukünftiger Konkurrenten. In größerem Ausmaß lassen sich Führungseffekte daher in Bezug auf Nachahmer feststellen. Insbesondere das iPhone hat einen Konkurrenz-Markt für vielseitige und benutzerfreundliche Smartphones nach sich gezogen. Auch für das iPad deutet sich derzeit eine ähnliche Entwicklung an. Bemerkenswert ist dies insbesondere deshalb, weil es vorab keinerlei Nachfrage nach einem neuen Tablet-Computer gab. Einige Modelle waren während der 1990er Jahre am Markt sogar gescheitert. Jobs führt also ein Produkt ein, das eigentlich niemand nachfragen sollte – und findet trotzdem Absatz.</p>
<p>Mit dem iPhone, bei welchem auch die Bewegung hin zu immer kleiner werdenden Mobiltelefonen ignoriert und auf ein großes Display gesetzt wird, zeichnet sich auch ein Trend ab, der zu einer größeren Produktivität des gesamten sozioökonomischen Lebens beiträgt: Die Expansion des mobilen Internets. Als in großer Zahl Empfangsgeräte in das Netzwerk einströmten, mussten die Anbieter von Internetplattformen und Netzzugängen reagieren. Die Seiten-Betreiber hatten neue Arbeit in der Umprogrammierung ihrer Seiten und dem zur Verfügung stellen von „Apps“. Die Netzbetreiber hatten einen Anreiz, ihre Infrastruktur möglichst schnell zu mehr Leistungsfähigkeit auszubauen. So regte Steve Jobs mit einem neuen Mobiltelefon eine ganze Industrie zu neuem Wachstum an. Walt Rostow würde hier von einem Führungssektorkomplex sprechen und tatsächlich geht dieses Konzept auf die Ideen Schumpeters zurück.</p>
<h2>Jobs Einfachheit.</h2>
<p>Ein weiterer Aspekt ist die Einfachheit in der Bedienung. Jobs legt alle Apple-Produkte auf Unkompliziertheit aus – und dies, obwohl Apple-Computer bis vor wenigen Jahren meist geschäftlich genutzt wurden. Als Apple seinen Marktanteil vergrößern konnte und sich durch die Verfügbarkeit neuer, mit anderen Produkten kompatibler Software Netzwerkeffekte einstellen, müssen auch andere Anbieter reagieren und die Bedienbarkeit ihrer Programme vereinfachen. Diese hatten zuvor eher komplexere Systeme geschaffen. Hier folgte Apple als einziger Anbieter einer Nachfrage der Konsumenten.</p>
<p>Jobs verliert in der Zeit zwischen seiner Apple-Tätigkeit jedoch nicht seine Eigenschaft als Schumpeter’scher Entrepreneur. Er gründet die Computerfirma NeXT, die später die Basis für das Apple Betriebssystem OS X liefern wird. Außerdem kauft Jobs eine GrafikAbteilung von George Lucas‘ Lucasfilm Graphics Groups und gründet die Pixar Animation Studios. Zunächst werden nur Kurzfilme, zum Beispiel zu Werbezwecken, produziert. 1995 erscheint in Zusammenarbeit mit Disney die „Toy Story“, der erste vollständige Animationsfilm. Und Steve Jobs, der wohl schon vier Jahre nach der Gründung von Apple Computer Millionär geworden war, wird zum Milliardär. So scheint auch dieser Satz Schumpeters charakteristisch für einen Mann zu sein, den er niemals kennengelernt hatte: <em>„Er schafft rastlos, weil er nicht anders kann, er lebt nicht dazu, um sich des Erworbenen genießend zu erfreuen.“ </em></p>
<h2><em>Jobs Wille.<br />
</em></h2>
<p>Es mag zu weit gehen, Steve Jobs zu unterstellen, er wolle weder reich werden noch sich an seinem Reichtum erfreuen. Doch tatsächlich hat er sich seit seiner Rückkehr zu Apple jeweils nur einen US-Dollar Lohn pro Jahr zahlen lassen. Dafür bekam er, der wie erwähnt längst Milliardär ist, allerdings Aktienoptionen und ein Flugzeug von seinem Unternehmen – und natürlich Spesenerstattungen.</p>
<p>Steve Jobs Charakterzüge ohne gezielte Befragung feststellen zu wollen gestaltet sich schwierig. Dennoch können auf der Basis von Schumpeters Modell des Entrepreneurs einige Annahmen über die tieferen Beweggründe seines Handelns getroffen werden:</p>
<p><em>„Da ist zunächst der Traum und der Wille, ein privates Reich zu gründen”. </em>Eben dieses ist Steve Jobs gelungen. Als CEO von Apple ist er in der Lage, strategische Entscheidungen für das Unternehmen annähernd allein zu treffen. Nachdem ihm „sein Reich“ 1985 zwischenzeitlich abhanden gekommen war, gründete er mit NeXT und Pixar direkt zwei neue und führte sie zu ähnlichem Erfolg. Nachdem er Apple wieder übernommen hatte, gilt der Konzern als fixiert auf seine Person – so sehr, dass der Markenname Apple mit 11 Milliarden U.S.-Dollar im Vergleich zu anderen Marken wenig wert ist.</p>
<p><em>„Da ist sodann der Siegerwille. Kämpfenwollen einerseits, Erfolghabenwollen des Erfolges als solchen wegen andrerseits.“ </em>Steve Jobs hat gesiegt. Spätestens 1996, als Apple Inc. ihn in das von der gewaltigen Konkurrenz am Markt stark geschwächte Unternehmen zurückholte und ihm zunächst beratende, dann die leitende Tätigkeit gab. Und dann war es gerade die letzte von Schumpeters zentralen Eigenschaften des Unternehmers, der Apple wieder attraktiv machte: <em>„Freude am Gestalten endlich ist eine dritte solche Motivfamilie“. </em>Das Design machte die Produkte des Konzerns zu Trendobjekten. So steht beim Kauf nicht nur die Funktionalität im Vordergrund, sondern auch die Gestaltung des Artikels und die Attraktivität der Marke.</p>
<p>Schumpeter fordert von seinem Unternehmertypus jedoch viel. Nur die tatsächliche unternehmerische Aktivität zählt, um ein solcher zu sein, <em>„weshalb der den Charakter verliert, wenn er die geschaffene Unternehmung dann kreislaufmäßig weiterbetreibt“. </em>Diesen Charakter hat Jobs bis heute wohl niemals verloren. Eine dauerhafte Untätigkeit, ein Verharren in der funktionierenden Produktlinie lässt sich nicht feststellen.</p>
<p>So scheint es gerade einer wie Steve Jobs zu sein, von dem Joseph Schumpeter zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gesprochen hatte. Die Bewertung dieser Tätigkeit gestaltet sich jedoch schwierig. Gerade die quasi-monopolistischen Bestrebungen des Unternehmens sind mit Blick auf die Gesamtwirtschaft durchaus kritisch zu sehen, ebenso wie es die totale Fokussierung des Unternehmens auf die Figur Steve Jobs ist. So leicht wird es keinem anderen Entrepreneur gelingen, später einmal an Jobs Stelle zu treten.</p>
<h2>Literatur:</h2>
<p>Schumpeter, Joseph A., <em>Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus</em>, Zweite Aufl. Berlin 1926, S. 99-139.</p>
<p>Observer.guardian.co.uk: „<a title="Observer" href="http://www.guardian.co.uk/media/2006/jan/29/citynews.apple" target="_blank"><em>The non-stop revolutionary</em></a>“ vom 29. Januar 2006.</p>
<p>Welt.de: „<a title="WELT.de" href="http://www.welt.de/print-wams/article140717/Der_Mann_der_die_Welt_neu_erfand.html" target="_blank"><em>Der Mann, der die Welt neu erfand</em></a>“ vom 9. April 2006.</p>
<p>Capital.de: „<a title="Capital.de" href="http://www.capital.de/unternehmen/100008049.html" target="_blank"><em>His Steveness</em></a>“ vom 26. Oktober 2007.</p>
<p>Welt.de: „<a title="WELT.de" href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article2419788/Steve-Jobs-Superheld-der-Generation-iPod.html" target="_blank"><em>Steve Jobs – Superheld der Generation iPod</em></a>“ vom 9. September 2008.</p>
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		<title>Danke. Post.</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2009/post-dhl-goettingen.html</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 18:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Göttingen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ding. Dong. Aha, mein Paket. Das ging ja schön schnell. Tür aufgemacht, schnell angezogen, der gute Mann kann kommen. So langsam. Jetzt aber. Nein? Dann halt nicht. Dafür fand sich später ein nettes oranges Kärtchen im Postkasten. Und und so wurde ich zur Rentnerin. Man kann es doch mal erwähnen. Dachte ich mir und erklärte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ding. Dong. <em>Aha, mein Paket. Das ging ja schön schnell.</em> Tür aufgemacht, schnell angezogen, der gute Mann kann kommen. So langsam. Jetzt aber. Nein? Dann halt nicht. Dafür fand sich später ein nettes oranges Kärtchen im Postkasten. Und und so wurde ich zur Rentnerin.</p>
<p><span id="more-657"></span><em>Man kann es doch mal erwähnen</em>. Dachte ich mir und erklärte dem Mann hinterm Postschalter, dass ich es besser finde, entweder zu klingeln <em>oder </em>eine Karte einzuwerfen. Oder zu sagen, dass man keinen Bock auf seinen Job hat und daher das Paket nicht ausliefern wird. Das wär okay, hätte ich Amazon.de einfach Bescheid gesagt, die DHL möchte keine Pakete mehr ausliefern, hätten die Bescheid gewusst. Das hab ich natürlich nicht alles gesagt &#8211; aber entweder klingeln oder Karte, das find ich <em>normal</em>.</p>
<p>Er fand das auch normal, konnte mir aber nicht helfen. Dafür aber das extra aufgestellte gelbe Sorgentelefon der Deutschen Post. <em>Am Eingang links, alles klar</em>.</p>
<p>Fehler, ganz klar. Von der Telekom (die sich in letzter Zeit übrigens handzahm zeigte) sollte ich es gelernt haben &#8211; mit ehemals staatlichen Unternehmen <em>kann. man. nicht. reden</em>. Aber kleinenthusiastisch-Isa hat ja jetzt schon mal angefangen, jetzt kann mans auch zu Ende bringen. So lange wird es ja nicht dauern. <em>Fehler, ganz klar</em>.</p>
<p>Die Frau am anderen Ende der Leitung war offensichtlich nicht gut drauf. Nach diversen Abfragen begann ich mich zu fragen, ob man ihr vielleicht eine Waffe an den Kopf hielt, um meine privaten Daten zu erfahren. Warum sie das denn so genau wissen möchte, ich wollte doch nur sagen, dass ich nicht angeklingelt werden möchte, wenn der Lieferant gar nicht liefern möchte. Oder, dass er lieber liefern möchten soll.</p>
<p>Das wars. Die junge Dame am Telefon verlor die Nerven. Ich versuchte sie zu beruhigen, dass es ja weder schlimm noch ihr Fehler sei. <em>Sie fühlte sich ja gar nicht angegriffen!</em> Meine Ohren in dem Moment dann schon. Ich legte wortlos auf und verließ die Post. Ende des Rentnerdaseins, genug gemeckert.</p>
<p>Service ist eben noch ein junger Wirtschaftssektor.</p>
<p><span style="color: #800080;">Im Paket waren übrigens die zwei bestellten Teile einer Buchreihe &#8211; in unterschiedlichen Auflagen. Der Mann an der Amazon-Hotline zeigte Verständnis und begann nach dem zweiten Band in der neueren Auflage zu wühlen. Erfolglos. Aber sehr nett.</span></p>
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		<title>Which is the right answer in theory? Which in practice?</title>
		<link>http://blog.isabellprophet.net/2009/samuelson-mindestloehne-sozialhilfe-lohnaufstockung.html</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 12:36:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Paul A. Samuelson: Economics. An Introductory Analysis Mindestlöhne und Sozialhilfe sollen ein Instrument zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit sein. Die Umverteilung von Umsätzen von den Kapitalerträgen hin zu den Arbeitnehmereinkommen führt bei fallender Konsumquote zu höheren Konsumausgaben, argumentieren Ökonomen. Mindestlöhne sorgen aber auch für Ausweichreaktionen auf andere Produktionsfaktoren als menschliche Arbeit und erhöhen den Markteintrittspreis der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Paul A. Samuelson: Economics. An Introductory Analysis</em></p>
<p>Mindestlöhne und Sozialhilfe sollen ein Instrument zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit sein. Die Umverteilung von Umsätzen von den Kapitalerträgen hin zu den Arbeitnehmereinkommen führt bei fallender Konsumquote zu höheren Konsumausgaben, argumentieren Ökonomen. Mindestlöhne sorgen aber auch für Ausweichreaktionen auf andere Produktionsfaktoren als menschliche Arbeit und erhöhen den Markteintrittspreis der Produzenten, argumentieren andere Ökonomen. Im Extremfall können so Arbeitsplätze vernichtet und das Volkseinkommen verringert werden, beweisen Studien. Auf der anderen Seite kann bei höheren Stundenlöhnen auch die Wahl zwischen Freizeit und Arbeit beeinflusst werden – ebenfalls in beide Richtungen. Doch staatliche Markteingriffe unterliegen nicht nur den Gesetzen der ökonomischen Theorie, auch die praktische Umsetzung birgt ihre Probleme.</p>
<h2><span id="more-509"></span>Die Diktatur der Ökonomie</h2>
<p>Politische Programme unter den kritischen Augen der Öffentlichkeit festzusetzen, ist schwierig genug. Gegenläufige Interessen und unterschiedliche Meinungen über die Wirkungen dieser Programme erschweren die Suche nach einer optimalen und gleichzeitig durchsetzbaren Handlungsstrategie zusätzlich. Da eine „Diktatur der Ökonomie“ nicht denkbar ist, könnte die Allgemeinbildung der Wähler einen Ansatzpunkt bieten, den Staat zu ökonomischem Handeln zu zwingen.<br />
Intelligente Staatsbürger sollten ihre Volkswirtschaft verstehen. Sie sollten die Entscheidungen der gewählten Volksvertreter verstehen und kritisch beurteilen können. Im Idealfall wären sie sogar in der Lage, Auswirkungen selbst einschätzen zu können. Diese Anforderungen stellt Paul A. Samuelson im Vorwort seiner „Economics. An Introductory Analysis“ an die Allgemeinbildung und an die Lehrmaterialien, also die Lehrbücher der Volkswirtschaftslehre. Doch die immer komplexer werdenden ökonomischen Methoden wirken sich nicht nur auf das Verständnis der Bürger aus. Schon kleine Abweichungen können zu gegenläufigen Ergebnissen führen. Und während die moderne ökonomische Forschung über die Grenzen ihrer Modellwelten hinaus blickt, kann sie in der realen Welt eine der wichtigsten Eigenschaften der Modelle nicht mehr wiederfinden: Die Eindeutigkeit der Ergebnisse. Das Beispiel der Mindestlöhne zeigt nicht nur, dass die Ökonomie selbst nicht immer den Weg zu wirtschaftlichem Erfolg kennt. Es macht auch deutlich, dass es manchmal den optimalen Weg überhaupt nicht gibt.</p>
<h2>Schöne theoretische Welt</h2>
<p>In theoretischen Modellen ist die Festsetzung von Arbeitslöhnen an einem vollkommenen Arbeitsmarkt einfach: Es gibt eine Zahl von Arbeitern, die ihre Arbeitskraft anbieten können. Außerdem gibt es die Arbeitgeber, die diese Arbeitskraft nachfragen. Beide Gruppen verfügen über die gleiche Verhandlungsmacht und über vollständige Informationen. Übersteigt das Arbeitsangebot die Nachfrage, können die Arbeitgeber den Lohn senken. In der Folge werden einige der Arbeiter ihre Arbeitskraft vom Markt nehmen, weil sie für den gebotenen Lohn nicht arbeiten wollen, der Nutzen von „Freizeit“ ist größer als der Nutzen des Arbeitslohnes. Das Arbeitsangebot fällt und es entsteht ein Gleichgewicht aus Arbeitsangebot und –nachfrage. Gibt es hingegen weniger Arbeitnehmer als Arbeitsplätze, müssen die Unternehmen als Nachfrager um die Arbeitnehmer konkurrieren, in dem sie höhere Löhne bieten. Da Arbeitskraft jedoch vor allem ein Produktionsfaktor ist, wird in der Folge die Güterherstellung für die Unternehmer teurer. Einige Unternehmer werden daher für die Güterproduktion mehr ausgeben müssen, als sie im Absatz erzielen können. Sie scheiden aus dem Markt aus oder ziehen sich freiwillig zurück – die Arbeitskraftnachfrage fällt und es entsteht erneut ein Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt.<br />
In Deutschland ist das Arbeitsangebot derzeit größer als die Nachfrage. Die Arbeitgeber haben somit keinen Anreiz, die Löhne zu erhöhen. Stattdessen sind die Einkommen so tief gesunken, dass sie als Lebensunterhalt nicht mehr ausreichen. Selbst wenn man annimmt, dass der Markt immer noch vollkommen ist, weil sich Verhandlungsmacht von Gewerkschaften und Unternehmern ausgleichen, ein Gleichgewicht entsteht am Arbeitsmarkt dennoch nicht, da außerhalb der Modellwelt das Arbeitseinkommen nicht durch den Genuss von Freizeit kompensiert werden kann. Selbst bei sehr niedrigem Lohnsatz wird das Arbeitsangebot daher nicht unter ein bestimmtes Niveau sinken.</p>
<h2>Markteingriff</h2>
<p>Hauptkritikpunkt ist die so entstehende Ungleichheit zwischen den verschiedenen Lohnempfängern. An dieser Stelle soll der Staat nun einspringen. Einerseits durch Umverteilung von Arbeitenden zu Erwerbslosen durch die Sozialhilfe. Andererseits durch Umverteilung von höheren Einkommen zu niedrigeren Einkommen durch staatliche Lohnaufstockung, sowie von Kapitaleinkommen zu niedrigen Einkommen durch die gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen.<br />
Nach Keynes‘ Theorie einer fallenden Konsumquote hätte die Umverteilung einen positiven Effekt auf die Güternachfrage, weil Menschen mit geringerem Einkommen einen größeren Teil dieser verkonsumieren und dem Wirtschaftskreislauf weniger Geld zu Spekulationszwecken entziehen. Da so die Gewinnmöglichkeiten der Unternehmer steigen, hätte die Umverteilung sogar einen positiven Effekt auf die Arbeitsnachfrage. Wenn die Güterpreise dabei konstant blieben, könnten mehr und andere Güter konsumiert werden, das Volkseinkommen würde also steigen. Die Theorie hat jedoch einen entscheidenden blinden Fleck gegenüber der realen Welt. Paul Samuelson brachte das Problem auf den Punkt:</p>
<h2>Other things will not remain equal.</h2>
<p>Ein Ansteigen der <em>Sozialhilfe</em>, finanziert durch die Besteuerung von Arbeits- und Kapitaleinkommen, würde einerseits zu steigenden absoluten Konsumausgaben führen. Es würde aber auch Arbeit gegenüber der Freizeit unattraktiver machen. Das Arbeitsangebot ginge also zurück und die Arbeitgeber wären zur Zahlung höherer Löhne gezwungen, was wiederrum die Arbeitsnachfrage negativ beeinflussen würde und über die produzierte Gütermenge auch zu einer Verringerung des Volkseinkommens führen würde. Mehr Gleichheit bei den Einkünften ginge also zu Lasten der gesamtwirtschaftlichen Effizienz.<br />
Gesetzliche <em>Mindestlöhne</em>, die die Unternehmen dazu zwingen, höhere Gehälter zu zahlen, würden die Arbeitsnachfrage negativ beeinflussen und das Angebot positiv. Ein Marktgleichgewicht durch Preisanpassung wäre nicht mehr möglich. Jene Arbeitnehmer, die einen Arbeitsplatz ergattern konnten, haben in der Folge höhere Einkommen. Es werden jedoch weniger sein als vorher. Die Ungleichheit würde also nicht fallen, sondern tendenziell sogar steigen. Als zweifelhafte Lösung bietet sich hier die Schwarzarbeit an. Wie sich ohne Mindestlohn Arbeitskräfte finden, die für einen geringen Stundenlohn arbeiten, werden sich diese auch nach der Gesetzesänderung finden.<br />
Ein zweites Problem entsteht durch die Güterpreise. Unternehmen haben nicht nur die Möglichkeit, ihre Tätigkeit einzustellen oder ins Ausland zu verlagern, wenn ihre Faktorpreise steigen. Sie können die Erhöhung der Produktionskosten auch an die Konsumenten weitergeben. Dies gilt ins¬besondere, wenn konkurrierende Unternehmer sich bereits aus dem Markt zurückgezogen haben und das Güterangebot unter die Güternachfrage gesunken ist. An dieser Stelle kann im Extremfall eine Erhöhung des generellen Preisniveaus eintreten, also Inflation. Geringqualifizierten Arbeitnehmern droht also nicht nur ein verringertes Einkommen durch den Jobverlust, sondern auch noch höhere nominale Lebenshaltungskosten.<br />
Staatliche <em>Lohnaufstockung</em>, finanziert ebenfalls über die Besteuerung von Arbeits- und Kapitaleinkünften, hätte auf die Freizeitpräferenz der Arbeitnehmer nur einen geringen Einfluss. Die höheren Löhne würden stattdessen das Arbeitsangebot positiv beeinflussen. Dadurch hätten die Arbeitgeber jedoch einen Anreiz, die Löhne zu senken. Da die Einkommen durch die staatliche Aufstockung faktisch nicht absinken können, könnte der Produktionsfaktor „Arbeit“ aus Unternehmerischer Perspektive auf diese Art sehr billig werden. Deutschland wäre damit für Unternehmer attraktiver und es würden mehr Güter im Inland produziert werden. Gleichzeitig würden die absoluten Konsumausgaben steigen. Beides hätte positive Effekte auf das Volkseinkommen. Die ständig sinkenden Löhne würden den Staat in der Praxis jedoch sehr schnell vor das Problem der Finanzierbarkeit stellen. Staat und Arbeitgeber müssten also ihren jeweiligen Anteil am Gesamtlohn regelmäßig neu aushandeln, wobei der Staat einen Machtvorteil und die Unternehmer einen Informationsvorsprung hätten.</p>
<h2>Machtkämpfe</h2>
<p>Auch die den Lohn selbst aushandelnden Parteien würden sich verändern. Wo aktuell Gewerkschaften und Arbeitgeber den Lohn festsetzen, stünden sich von nun an Gewerkschaften und Staat gegenüber. Korruptionsvorwürfe und –vorgänge würden die Verhandlungen erschweren. Dennoch erscheint diese Lösung aus der Perspektive der ökonomischen Theorie als die geeignetste. In der Praxis gilt dies nur unter Abwesenheit besserer Alternativen.</p>
<h2>Zaungast</h2>
<p>Auch die ökonomische Theorie hat also ihre Tücken. Was in der Modellwelt funktioniert, wird in der Realität von unzähligen Faktoren beeinflusst. Eine Studie über bereits eingeführte Mindestlöhne hat übrigens gezeigt, dass die Beschäftigung sogar angestiegen ist . Ob die Ursache hierfür überhaupt etwas mit den Mindestlöhnen zu tun hat, lässt sich nur schwer feststellen. Das zweite Problem ist, dass am Vorabend einer Wahl der eigene Nutzen immer wichtiger ist, als der wirtschaftliche Erfolg des Staates. Dies gilt für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und auch für Politiker. So lange die Ökonomie also keine Lösung findet, bei der jede Interessensgruppe glaubt, hinterher besser da zu stehen als vorher, kann sie beim Entscheidungsprozess nur zuschauen.</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Als Essay bei Dr. Jan-Otmar Hesse  im Hauptseminar zu den Klassikern der Wirtschaftstheorie eingereicht, überarbeitete Version.</em></strong></p>
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		<title>Wählen und wählen lassen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 11:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wahlkampf wird wichtiger. Nichtmal mehr 50% der Deutschen wählen aus &#8220;Tradition&#8221;, besser gesagt, Parteibindung. Heute zählen die Inhalte. Was genau das nun eigentlich sein soll, wer weiß das schon? Aber wichtig sind sie, das hat jeder verstanden. Auch nicht ganz uninteressant: Die Kandidaten. Aber wie gewinnt man den jetzt eigentlich so eine Wahl? Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wahlkampf wird wichtiger. Nichtmal mehr 50% der Deutschen wählen aus &#8220;Tradition&#8221;, besser gesagt, Parteibindung. Heute zählen die Inhalte. Was genau das nun eigentlich sein soll, wer weiß das schon? Aber wichtig sind sie, das hat jeder verstanden. Auch nicht ganz uninteressant: Die Kandidaten. Aber wie gewinnt man den jetzt eigentlich so eine Wahl? Am besten mit ganz ganz viel Schlamm.</p>
<p><span id="more-402"></span>Es hat begonnen: Das Superwahljahr. Aus diesem Anlass hielt <a title="Niedermayer an der FU Berlin" href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/empsoz/mitarbeiter/niedermayer/index.html" target="_blank">Prof. Dr. Oskar Niedermayer</a> von der FU Berlin an der Universität Göttingen einen Vortrag zum Thema &#8220;Wahlverhalten der Bürger und Wahlkampfstrategien der Parteien&#8221;. Schnell wird klar: Gewählt werden ist gar nicht so einfach. Nicht nur, dass die Wähler sich dauernd umentscheiden, sie entscheiden auch noch vollkommen unvorhersehbar. Das musste auch der Wissenschaftler eingestehen und weigerte sich, eine konkrete Prognose abzugeben.</p>
<div id="attachment_406" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.isabellprophet.net/wp-content/uploads/2009/05/dsc01833.jpg"><img class="size-medium wp-image-406" title="900520Vortrag" src="http://blog.isabellprophet.net/wp-content/uploads/2009/05/dsc01833-300x173.jpg" alt="Niedermayer" width="300" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Niedermayer</p></div>
<p>Ganz vernünftig, denn im Wahlkampf kann man viel falsch machen. Personenkult á la Obama &#8211; zero points in Germany. Was in Amerika von der Presse sogar mitgetragen wurde (nachweislich beeinflusste einseitige Berichterstattung in den Medien den Ausgang der US-Wahl), würde in Deutschland &#8220;von der Presse zerfleischt werden&#8221;. Auch das Internet kann gefährlich werden. Präsenz ja &#8211; aber bloß nicht übertreiben, das kann nach hinten los gehen. Und während sich so mancher mehr Nähe zum Politiker wünschen würde &#8211; Twitter, Blogging, Web 2.0 generell &#8211; überwiegt bei den Parteien die Angst, bei zuviel Nähe auch Schwächen zu offenbaren.</p>
<p>Stattdessen muss also die Presse gefüttert werden. Am besten mundgerecht für die Vorabendnachrichten serviert, fertige Texte (denn welcher Journalist schreibt schon gerne selbst oder so?), spannende Ereignisse, <span style="text-decoration: line-through;">kontroverse äh </span>kompetente Selbstdarstellung im nagelneuen &#8220;Polittainment&#8221;. Unterschichtenfernsehen für die Oberschicht, oder solche, die es werden wollen.</p>
<p>Wie gesagt, ganz wichtig: Die Inhalte. So eine Wirtschaftskrise kommt da schon ganz gelegen, bietet sich insbesondere als die-anderen-sind-alle-doof-Thema an. Aber besser wäre wirklich mal wieder eine kleine Naturkatastrophe. So war es wohl die Flut von <a title="Analyse bei Stern.de" href="http://www.stern.de/politik/panorama/510930.html" target="_blank">2002</a>, die die CDU die Wahl kostete. Während die damals über Steueranpassungen diskutierte, stand Gerhard Schröder mit Gummistifeln im Matsch.</p>
<p>So macht man Politik.</p>
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		<title>Auslaufmodell Mittelschicht?</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 04:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war eines der ganz großen Themen im vergangenen Jahr: Die Mittelschicht schrumpft. Au weia. Für sich genommen wäre das ja eigentlich egal, das Problem liegt eher in der wachsenden Gruppe der Armen. Und die wird nicht nur größer &#8211; die wird vor allem auch ärmer. Das ist der Preis für etwas, das wir leider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war eines der ganz großen Themen im vergangenen Jahr: Die Mittelschicht schrumpft. Au weia. Für sich genommen wäre das ja eigentlich egal, das Problem liegt eher in der wachsenden Gruppe der Armen. Und die wird nicht nur größer &#8211; die wird vor allem auch ärmer. Das ist der Preis für etwas, das wir leider nicht ändern können &#8211; und mit gehobener Sicherheit auch <em>nicht </em>ändern wollen.</p>
<p><span id="more-300"></span></p>
<h2>Kalter Kaffee</h2>
<p>Nein, dieses Thema ist nicht neu. Es ist vielleicht aktuell, aber wenn, dann ist es das auch schon ziemlich lange. Über die letzten zehn Jahre hinweg war der traurige Trend bereits zu beobachten, im Oktober 2008 schockte dann das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (<a title="diw.de" href="http://www.diw.de" target="_blank">DIW</a>) mit neuen <a title="DIW zur schrumpfenden Mittelschicht (.pdf)" href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/79586/08-10-1.pdf" target="_blank">Zahlen</a>: Die Mittelschicht schrumpft. Die Armen werden Ärmer, die Reichen reicher. Die Mittelschichtler rutschen ab, kaum jemand steigt auf. &#8220;Die Schere geht auf&#8221;, metaphorisiert das Problem auf ganz hübsche Weise, man könnte aber auch ganz einfach sagen &#8220;die Gesellschaft bricht auseinander.&#8221;</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 405px"><img title="Einkommensschichtung in Deutschland1 1984 bis 2006" src="http://img205.imageshack.us/img205/7849/einkommensschichtungzf1.jpg" alt="Einkommensschichtung in Deutschland1 1984 bis 2006" width="395" height="453" /><p class="wp-caption-text">Einkommensschichtung in Deutschland 1984 bis 2006</p></div>
<h2>Warum?</h2>
<p>Für diese Entwicklung gibt es viele Gründe und eigentlich kennt die auch jeder. Warum? So isses halt. Darum.</p>
<p>Es gibt eine viel spannendere Frage:</p>
<h2>Warum nicht?</h2>
<p>Wer sagt eigentlich, dass diese Entwicklung nicht ganz natürlich ist? Verteufelter Sozialdarwinismus hin oder her &#8211; wird sich das Ende der Mittelschicht langfristig überhaupt verhindern lassen? &#8220;Verhindern&#8221; in diesem Fall hieße vor allem, jenen Teil der &#8220;Armen&#8221; davor zu bewahren, so richtig-<em>richtig </em>arm zu werden. Und es hieße, den Anteil der Armen klein zu halten. Ersteres lässt sich aus Sicht des Staates durch Umverteilung durchaus bewerkstelligen &#8211; so lange Letzteres gegeben ist.</p>
<p>Nur so, als Gedankenspiel &#8211; wie sollte das aussehen? Ein großter Teil der &#8220;neuen&#8221; Armen im vergangenen Jahr waren Alleinerziehende &#8211; das werden durch den gesellschaftlichen Wandel mehr werden, klar. Trotzdem gibt es eine Obergrenze, die sich immerhin noch an der heimatlichen Bevölkerungszahl misst. Der andere, noch größere, Teil liegt ganz wo anders. Nämlich bei den Einwanderern. Und das ist eine Zahl, die sich in der Globalisierung <em>nicht </em>mehr so leicht begrenzen lässt. Beide Faktoren drücken auf den Arbeitsmarkt, die <em>Bildungskrise </em>(na liebe BILD, wär das nicht ne 72pt wert?) tritt direkt nochmal nach: Viele gering qualifizierte &#8211; günstige &#8211; Arbeitskräfte, die viele &#8211; aber nicht <em>so</em> viele &#8211; Jobs haben wollen. Und schon muss sogar auf die Arbeitnehmer umverteilt werden.</p>
<p>Ausbeutung? Nein. Markt. Kapitalismus? Sicher. <em>Naturgesetz</em>.</p>
<h2>Lösung?</h2>
<p>Ich überleg mir was, versprochen. Aber da es halb 6 am Morgen ist habe ich außer &#8220;Geburtenkontrolle&#8221; und &#8220;Grenzen schließen&#8221; leider nichts anzubieten. Wir können stolz auf unsere liberale, weltoffene Gesellschaft sein. Aber wir müssen auch mit ihr leben. Und wenn wir viele Arbeitskräfte ins Land lassen, dann sinken die Löhne. So ist das nämlich an einem Markt. Wenn viele Kartoffelchips da sind, werden die ja auch billiger und keiner beschwert sich. Und wenn Menschen, die in ihrer Partnerschaft nicht glücklich sind, diese dann beenden&#8230; was soll dabei denn rauskommen? Sollte es anders laufen?</p>
<p>Ja. Nein. <em>Vielleicht</em>. Keine Ahnung wie.</p>
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