Natürlich sind ältere Menschen die erfahrensten Autofahrer, die es gibt. Bringt das Leben ja meistens auch so mit sich. Aber was nutzt Erfahrung, wenn ein Mensch körperlich nicht mehr in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen? Und was spricht dagegen, diese körperlichen Fähigkeiten überprüfen zu lassen?

Menschen sollen selbst entscheiden können, wann sie nicht mehr in der Lage sind, am Straßenverkehr teil zu nehmen. Bei jemandem, der von einem Tag auf den nächsten die Sehkraft verliert, ist das einfach. Wer von einem Moment auf den nächsten die Reaktionsfähigkeit einbüßt, merkt das. Wenn dieser Prozess aber 20-30-40 Jahre dauert, dann merkt man das nicht. Man erkennt die Grenze nicht, wenn sie überschritten ist.

Wir zwingen Autofahrer mit Brille zu fahren, wenn sie zum Zeitpunkt der Fahrprüfung eine solche benötigen. Wir zwingen sie aber nicht, dabei die jeweils aktuelle Sehstärke zu benutzen.

Wir entziehen Menschen für zwölf Monate die Fahrerlaubnis, wenn sie ein leichtes Medikament einnehmen, welches die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnte.

Fahruntüchtigen Menschen den Führerschein zu entziehen ist jedoch Diskriminierung, wenn der Grund in einer Alterserscheinung liegt.

Wir lassen lieber Wähler sterben, als sie für die Gegenpartei stimmen zu lassen.

Es gibt nur eine Lösung, und die wird immer die gleiche bleiben: Alle Parteien müssen einstimmig regelmäßige Überprüfungen der Sehkraft und Reaktionsfähigkeit anordnen. Für alle Bürger. Jeden Alters. Auf eigene Rechnung. Für jeden.

Was für mich die interessanteste Frage bleibt: Ist jemand, der von Alters her fahrunfähig war, eigentlich schuldfähig?