Natürlich sind ältere Menschen die erfahrensten Autofahrer, die es gibt. Bringt das Leben ja meistens auch so mit sich. Aber was nutzt Erfahrung, wenn ein Mensch körperlich nicht mehr in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen? Und was spricht dagegen, diese körperlichen Fähigkeiten überprüfen zu lassen?
Menschen sollen selbst entscheiden können, wann sie nicht mehr in der Lage sind, am Straßenverkehr teil zu nehmen. Bei jemandem, der von einem Tag auf den nächsten die Sehkraft verliert, ist das einfach. Wer von einem Moment auf den nächsten die Reaktionsfähigkeit einbüßt, merkt das. Wenn dieser Prozess aber 20-30-40 Jahre dauert, dann merkt man das nicht. Man erkennt die Grenze nicht, wenn sie überschritten ist.
Wir zwingen Autofahrer mit Brille zu fahren, wenn sie zum Zeitpunkt der Fahrprüfung eine solche benötigen. Wir zwingen sie aber nicht, dabei die jeweils aktuelle Sehstärke zu benutzen.
Wir entziehen Menschen für zwölf Monate die Fahrerlaubnis, wenn sie ein leichtes Medikament einnehmen, welches die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnte.
Fahruntüchtigen Menschen den Führerschein zu entziehen ist jedoch Diskriminierung, wenn der Grund in einer Alterserscheinung liegt.
Wir lassen lieber Wähler sterben, als sie für die Gegenpartei stimmen zu lassen.
Es gibt nur eine Lösung, und die wird immer die gleiche bleiben: Alle Parteien müssen einstimmig regelmäßige Überprüfungen der Sehkraft und Reaktionsfähigkeit anordnen. Für alle Bürger. Jeden Alters. Auf eigene Rechnung. Für jeden.
Was für mich die interessanteste Frage bleibt: Ist jemand, der von Alters her fahrunfähig war, eigentlich schuldfähig?

Hans-Werner said:
Natürlich ist so jemand prinzipiell schuldfähig. Wobei es hier ja auch vermutlich nur um eine Fahrlässigkeitsschuld handelt. Die dürfte allerdings wesentlich schwieriger nachweisbar sein. Immerhin muss die Person dafür zumindest die Gefahr sehen/kennen müssen.
Ehrlich gesagt: Unfälle passieren. Es ist nicht das wichtigste, irgendwem die Schuld daran zu konstatieren. Und es fahren nicht alle Menschen immer gleich gut Auto. Und bei einer offenen Skala ist jeder Begründungsversuch für eine bestimmte Grenze meist willkürlich und logisch albern. Gibt garantiert mies sehende 80jährige, die weitaus besser fahren als bestimmte eigentlich gut sehende Mittzwanziger.
Isa said:
Ich finde schon, dass es auch um die Schuld am Unfall geht. Insbesondere weil der Unfall ja auch ausgesprochen seltsam ablief, erst angehalten, dann in die Menge rein.
Das sich das Fahrtalent nicht gerade nach dem Alter richtet, sehe ich ja auch so. Trotzdem sollte die körperliche und mentale Fahrtüchtigkeit überprüft werden. Es gibt so viele Autos auf den Straßen, zumindest Sehkraft & Reaktionsfähigkeit müssen einfach da sein.
MrOrange said:
Wir lassen lieber Wähler sterben, als sie für die Gegenpartei stimmen zu lassen.
So ist das mit der Demokratie, bevor wir die lieben Wähler in irgendeiner Weise einschränken und diese dann mit den Füßen abstimmen, wird das Richtige erst Mal nach hinter verschoben oder schlicht verschwiegen.
Es sei denn natürlich, man gehört einer Randgruppe an: Studenten, Internetnutzer und so weiter