Die Augen verbunden, Arme und Füße gefesselt. Ein Arm ist frei, aber der reicht zur Rettung nicht. Mit einem wird die Kehle durchgeschnitten, dann kommt das Ausbluten. Heute beginnt das islamische Opferfest, bei dem wie in jedem Jahr mehrere zehntausend Tiere religiös geopfert werden sollen. Das Fest ist wichtig für die Gläubigen. Vorherige Betäubung schmälert das Opfer.

Der türkische Muslim-Verband Ditib (bekannt von der Diskussion um die Kölner Moschee) fordert nach Bericht der SZ jetzt dazu auf, die Tiere mittels Elektroschock zu betäuben.

Im Mittelpunkt des Festes steht der Gedanke des Teilens. Nachbarn und Freunde, die nicht genug zu Essen haben, sollen am eigenen Wohlstand beteiligt werden. Mitgefühl & liebe deinen Nächsten. Doch ist es nicht Teil der westlichen Kultur, eben dieses Mitgefühl auch für ein leidendes, langsam verendendes Tier zu empfinden? Offenbar nicht, denn in den Niederlanden und Frankreich zum Beispiel ist der Vorgang des Schächtens (was für ein Wort?) erlaubt.

Also deutsche Kultur? Unser heimisches Verfassungsgericht hat die Praktiken immerhin 2002 als Tierquälerei verboten – nur auf Antrag darf noch geschächtet werden. Das waren 2008 noch etwa 2000 Schafe und Rinder auf Rund vier Millionen Muslime. Schlimm genug, dass man ein Gesetz für etwas braucht, was bei einem Großteil der Menschen Hass und Abscheu verursacht.

Ich finde es verwunderlich, wie man in diesem Land leben kann und dieses Gefühl des Mitgefühls nicht für ein Tier aufbringen kann. Im meistgelesensten Märchenbuch der Welt steht es zwar nicht anders, trotzdem würde wohl niemand mehr seine Kinder opfern.