Ich bin eine Optimistin. Okay, wer mich dieser Tage erlebt wird sich vermutlich ein wenig wundern. Aber abgesehen mal von jenen zwei Phasen im Jahr, an denen mich die Universität verachtenswerterweise zum Schreiben von Klausuren zwingt, gehöre ich auf jeden Fall zum positiv geladenem Teil der Menschheit. Da braucht jetzt auch niemand neidisch seinn denn hey, positives Denken kann man doch lernen! Nein. Kann man nicht. Sorry Leute.

Psychologen der Universitäten Waterloo und Brunswick haben stattdessen rausgefunden, dass eher pessimistische Menschen sich bei dem Versuch der Selbstmotivation sogar noch schlechter fühlen, als wenn sie einfach ihrem gewohnten Trott nachgehen.

Im Versuch wurde eine Gruppe von Probanden, je nach Ausprägung des persönlichen Selbstbewusstseins, in zwei Gruppen eingeteilt. Dann wurden ihnen Fragen zu ihren Gedanken und Gefühlen gestellt, und ob sie gerne bei einigen Freizeitunternehmungen dabei wären. Einem Teil der Versuchspersonen wurde dabei alle 15 Sekunden ein Gong vorgespielt. Sobald er erklang, sollten sie laut “ich bin eine liebenswerte Person” sagen.

Resultat?  Die Probanden aus der pessimistischen Kohorte waren nach einiger Zeit sogar noch negativer eingestellt, als ohne den Versuch der Selbstmotivation. Die Forscher vermuten, dass der Satz die Testpersonen eher darauf aufmerksam machen könnte, dass sie sich eigentlich als überhaupt nicht liebenswert empfinden.

Aber mal ehrlich… wenn ich alle 15 Sekunden auf ein Gongsignal mit “ich bin eine liebenswerte Person” reagieren müsste, wäre auch ziemlich schnell ziemlich schlecht drauf.