Leidtgedanken keiner Historikerin, keiner Ökonomin, keiner Wirtschaftsjuristin und keiner Ökonometrikerin bei rotem Mond über den Dächern von  Göttingen, die irgendwie ganz viel weiß, nichts kann aber am Ende wenigstens  schlauer ist als vorher.

Vielleicht werde ich mal professionelle Klausurenschreiberin. Eine andere Zukunft erscheint mir morgens, halb drei in Göttingen, zwei Wochen bevor in 15 Stunden die letzte Prüfung dieses Semesters geschrieben ist, kaum denkbar.

Vielleicht werde ich mal Buchautorin, dann kann ich meine Geschichtskenntnisse in historischen Romanen verwerten… aber wer sollte ausgerechnet meine Bücher schon lesen wollen?

Vielleicht werde ich mal Wissenschaftlerin in der Ökonomie, mit dem Methodenwissen würde es mir wohl nicht so schwer fallen, interessant wäre es jeden Tag und Frustration bin ich ja schon gewohnt… aber wer würde ausgerechnet mich schon dafür bezahlen wollen, Sachen rauszufinden und wie sollte ich es schaffen, Aufsätze publiziert zu kriegen?

Vielleicht werde ich mal Wissenschaftlerin in der Geschichtsforschung und erfosche spannende Ereignisse… aber wie sollte ausgerechnet ich mich in einem so umkämpften Feld durchsetzen, in dem Wahrheit immer nur Mehrheitsmeinung zu sein scheint?

Vielleicht werde ich mal Wirtschaftspolitik-Journalistin und setze mich mit Politikern über ihre Maßnahmen auseinander… aber wieso sollten ausgerechnet meine Texte & Kommentare von den Verlagen für lesenswerter als die anderer Autoren angesehen werden?

Vielleicht werde ich mal Dozentin und veranstalte mit interessierten Studenten kreative Seminare… aber wieso sollte man ausgerechnet mir eine Stelle geben und wie um Gottes Willen soll man davon leben?

Vielleicht werde ich mal Lehrbuchautorin und erkläre zukünftigen Generationen, wie die Volkswirtschaft funktioniert… aber wieso sollte jemand ausgerechnet mein Buch benutzen wollen?

Vielleicht werde ich mal Polit… nein.

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