Nichts als Probleme in der Welt. Hypothekenkrise, Bankenkrise, Finanzmarktkrise, Wirtschaftskrise… Weltkrise? Lässt sich ja alles noch steigern. Aber wo fängt eine Krise an? Und gibts eigentlich auch irgendwann mal keine Krise?
Keine Krise. Wann gab es das mal? Börsenkrise herrscht eigentlich immer, wenn die Kurse einige Tage abwärts tendieren. Nahrungsmittelkrisen gibt es schon mein ganzes Leben lang: BSE, Pflanzengift, Schweinepest, Geflügelpest, Geflügelgrippe, Schweinegrippe. Eigentlich kann niemand von mir erwarten, dass ich überhaupt noch etwas anderes als Schokolade zu mir nehme.
Ist auf den ersten Blick keine Krise erkennbar, findet sich meistens schnell eine: Mindestens für eine Klimakrise ist mitlerweile sowieso schon egal, welches Wetter gerade herrscht. Ansonsten ist es halt die Saure-Gurken-Zeit, auch irgendwie eine Krise. Generell scheint der Begriff “Krise” heute synonym zu “Gegenwart” verwendet zu werden.
Die Medizin begreift die Krise übrigens als jene Phase, in der unklar ist, ob der Patient leben oder sterben wird. Im Krisenbegriff geht es eigentlich um eine finale Zuspitzung zweier Extreme, von denen zwangsläufig eines eintreten wird. Dem kann man eigentlich Intuitiv zustimmen… warten wir also ab, ob es nach der aktuellen Krise noch eine Wirtschaft geben wird – oder nicht.
Isa said:
Inspiriert von Diskussionen im Seminar “Crisis, what crisis? Die frühe Neuzeit als Epoche der Krisen” von Dr. Dominik Collet (Universität Göttingen)
Sven said:
Krisen sind wichtig. Sie schärfen den Blick fürs wesentliche. Man fokussiert und sucht nach einer Lösung für das Problem, respektive die Krise.
Sollte man zumindest meinen.
Leider taugen die heutigen Krisen nicht wirklich dazu um unser Bewusstsein für das zu schärfen, was vor einem liegt. Dafür wird der Begriff – wie du schon richtig angemerkt hast – viel zu inflationär verwendet.
Stattdessen ist man mittlerweile eher damit beschäftigt eine jede Krise stoisch zu ertragen, in der Gewissheit, dass die nächste ganz bestimmt kommt und die aktuelle auf jeden Fall vorüber geht.
Dabei spielt es dann auch nur geringfügig eine Rolle ob dieses Drama nun privater Natur ist oder ein globales Problem zum Vorschein tritt…
… die nächste Krise kommt bestimmt.
Also gewöhnt man sich an alles. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und redet man ihm nur oft genug ein, es handle sich um eine Krise, dann ist es auch eine. Selbst dann, wenn er es selbst als nicht so schlimm empfindet.
Dabei sind die meisten Dinge bei genauerer Betrachtungsweise Lappalien. Aber eine Krise oder ein Drama, fördert Auflagen und Quoten.
Folgerichtig geht es nicht mehr darum in der Krise von einem Extrem zum anderen zu springen, sondern einfach nur von Gipfel zu Gipfel springen. Nach wirklichen Lösungen suchen doch die wenigstens. Denn am Ende ist doch ohnehin nur jeder auf der Suche nach seinem persönlichen Drama. Das braucht der Mensch. Davon lebt er.
Und die Medien sowieso…
Ich geh mich derweil mal wieder meiner persönlichen widmen. Denn leider kann man nicht alles so entspannt absitzen wie die Schweinegrippe, die Finanzkrise oder eine verhauene Klausur.
Beste Grüße
Isa said:
Nice one
Du strebst den falschen Beruf an #Verschwendung
Wann fängst du endlich an, auch zu bloggen?
Von Gipfel zu Gipfel, der ist gut
Aber schade, dass nicht mal eine Zeitung auf den Tisch haut und dem ganzen ein Ende bereitet. Ein temporäres zwar, aber ein Ende… bzw eine Pause… aber immerhin.
Sven said:
Mh, danke. Aber ob ich ein guter Blogger wäre, sei mal dahin gestellt.
Was hätte ich der Welt schon mitzuteilen?
Und um seine wahre Berufung zu finden ist es ja nie zu spät. Mal sehen wohin mich die Krisen unserer Zeit noch treiben werden.