Archive for November, 2009
Entzug hat meine Mama mir geraten. Das war wohl nichts. Vier Mal wurde das Netbook heute bemüht, entgegen der schönen Vorsätze nicht nur für die Uni. Aber dann braucht man ja nochmal dieses und dann noch jenes Programm und einmal am Tag die Mails… äh, ja.
ICQ und Skype starten sich von selbst. Erster Mausklick ist das HSUPA-Tool, dann kommen sofort die e-Mails. Browser auf und klick-klick-klick-klick. Facebook-StudiVZ-Blog-StudIP, in exakt dieser Reihenfolge. Die Seiten laden, in der Zeit wird der ICQ-Status aktualisiert: abgeschalten.
Das ist es, was meine Mutter mir seit fast dreiundzwangzigkommafünf Jahren rät. Abschalten. Das das Wort in meiner Kohorte praktisch keine Bedeutung mehr hat, versteht die Parental-Generation nicht. Sozialisiert von Tigerenten-TV, BravoTV, TotalTV und Politrede-TV, parallel zu Internet-Chaträumen, den Resten der Tageszeitung, den etwa 100 Verfolgten bei Twitter und mindestens zwei sozialen Netzwerken hat uns das niemand mehr beigebracht. Inhaltsleer.
oder: mein Abschied von einer Zwangsneurose.
E-Mails werden jetzt nur noch alle 60 Minuten abgefragt – nicht mehr alle drei.
Die Augen verbunden, Arme und Füße gefesselt. Ein Arm ist frei, aber der reicht zur Rettung nicht. Mit einem wird die Kehle durchgeschnitten, dann kommt das Ausbluten. Heute beginnt das islamische Opferfest, bei dem wie in jedem Jahr mehrere zehntausend Tiere religiös geopfert werden sollen. Das Fest ist wichtig für die Gläubigen. Vorherige Betäubung schmälert das Opfer.
Eine Zensur findet nicht statt.
Der Satz ist weder allgemein noch zeitlos gültig, trotzdemimmer wieder gern gesehen. Das fand auch der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg. Zum 1788er Edikt gegen die Pressfrechheit sagte er:
Read the rest of this entry »Alle schwache Regierungen gründen sich darauf, daß sie dem klügeren Teil der Nation ein Schloß oder Klebpflaster auf den Mund werfen.