Archive for September, 2009
Nichtwählen als Form des Protestes?
Dann protestieren in Celle etwa 40 Prozent (20.48 Uhr).
Wenn ja, dann ist es der falsche Weg. Es gibt genügend kleine Parteien, Protestparteien und so fort. Es wird nicht besser, wenn nicht gewählt wird.
Für mich persönlich gibt es keine Partei. Keine von denen macht, was ich will! Ich versteh auch nicht, warum sie das nicht tun, aber es ist ja leider so. Also – nichtso.
Aber Politikmachen ist komplex, Politiaussuchen nicht minder.
So isses halt.
Ich hab keine Kinder, ich wars nicht.
Aber nach nach 97 von 374 Wahlbezirken (20:06 Uhr) nur 59,6 Prozent Wahlbeteiligung im Wahlkreis Celle-Uelzen kann einfach nicht wahr sein.
Lehrer? Eltern? Politiker? Wer wars? Oder ist Celle so überaltert, dass die Wahllokale zu Fuß nicht mehr vor der Zeit zu erreichen waren?
82 Millionen Deutsche.
62,2 Millionen Wahlberechtigte.
35 Millionen Wahlwillige.
Und dank 1 Schlagzeile vielleicht doch noch ein paar mehr:
Heute vor einem Jahr war vieles genau wie heute auch.
Heute vor einem Jahr hatte ich aber auch noch einen Zahn mehr.
Heute vor einem Jahr habe ich an einem Teil der Serie zur Celler Architekturmeile gearbeitet.
Heute vor einem Jahr kamen plötzlich DPA-Meldungen über angebliche Bankenprobleme
Heute vor einem Jahr habe ich einen Text über Sozialphobie und Schüchternheit geschrieben.
Heute vor einem Jahr wars glaub ich ziemlich warm draussen.
Heute vor einem Jahr hat mich DPA irgendwie genervt.
Heute vor einem Jahr war übrigens Montag und nicht Dienstag.
Heute vor einem Jahr habe ich mir Gedanken über die Börse in Wien gemacht.
Heute vor einem Jahr hab ich mir anhören müssen, die sei uninteressant.
Heute vor einem Jahr hatte ich nen ziemlichen Kater vom Vorabend.
Heute vor einem Jahr stand plötzlich “US-Bank pleite” auf meinem Display.
Heute vor einem Jahr begann etwas, das ich in fast jede Kategorie dieses Blogs eintüten kann.
Heute vor einem Jahr begann das, was meine Kinder später als zweite große Wirtschaftskrise” in der Schule lernen werden.
Heute vor einem Jahr begann das, was ich zuerst für ziemlich überbewertet gehalten habe.
Heute vor einem Jahr ist Lehmann-Brothers zusammengebrochen.
“Journalisten reden am liebsten über ihren eigenen Beruf.” Zitat ist natürlich geklaut, Dirk Kirchberg von der HAZ schrieb diese Worte in der Ausgabe vergangenen Mittwochs so. Lässt sich empirisch definitiv beweisen, gilt aber bestimmt auch für andere Metiers. Nur für Politiker, für die wohl nicht so sehr. Die reden am liebsten nur über Andere. Die Fehler Anderer, die Bedürfnisse Anderer, die Fehler Anderer… wieauchimmer. Während (die böse) Managerkaste den Journalismus als besseres Werbemedium verehrt, reagieren die Politiker schon eher aggressiv auf die kommentierende Zunft. Meistens. Aber nützlich sind wir dann ja doch. Find ich. Finden andere auch…
Ich hab den Celler Stadtverkehr ja sowas von satt…
Es ist einfach nicht mehr länger zu ertragen – und ich schwöre, das wird jeden Tag schlimmer! Dabei ist es auch vollkommen unerheblich wann man wo hinfährt. Stau ist einfach überall. Um neun ins Gericht, um zehn in die Redaktion, um zwölf nach Wietze, um 18 Uhr nach Eicklingen, es hilft nen Scheiss. Stadtein-Stadtaus, überall der gleiche Mist.
Tu mal bitte einer was dagegen!
… ich leiste meinen Beitrag, ich fahre Fahrrad.