Eigentlich war die Sache ja gegessen. Eigentlich. Uneigentlich bekommen die Bauern nun aber wieder weniger für den Liter Milch, als sie eigentlich gefordert haben. Gefordert sind 43 ct, ausgehandelt 40, gezahlt werden derzeit 30 bis maximal 32 Cents. Da lohnt sich die Produktion von Milch nicht mehr wirklich… Konsequenz?
Natürlich, man produziert einfach noch mehr.
Boykott!
Meine erklärte Lieblingsüberschrift. Erneut drohen die Milchbauern mit einem Boykott. Was heisst das? Genau, sie produzieren weiter, sie melken weiter, sie füttern weiter, misten weiter aus, alles was man halt so macht – und dann kippen sie die Milch in den Ausguss.
Damit schaden sie sich zunächst einmal selbst. Dann schaden sie den Produzenten, da diese ohne den Rohstoff Milch ihre Erzeugnisse – Molke, Käse, usw. – nicht herstellen können. Und sie schaden den Konsumenten, man denke allein an den Calciummangel. Macht übrigens schlechte Zähne und Fett, nur mal so am Rande.
Im Grunde schaden sie also erstmal jedem.
Absprache?
Also setzen sie sich mit den Abnehmern an einen Tisch und vereinbahrt höhere Preise. Super, ein höherer Preis. Der Markt giert nach Milch, da zahlt man doch erstmal gerne etwas mehr. Und weil der Boykott so abartig teuer war und der Preis nach wie vor ziemlich niedrig ist, wird erstmal kräftig produziert um die Verluste wieder einzufahren.
Und dann? Dann ist ne Menge Milch da. Und die Absprache wird hinfällig, weil bei einem derart großen Angebot es niemand mehr nötig hat, hohe Preise zu zahlen. Der Preis sinkt wieder auf das alte Niveau herab, die Bauern produzieren noch mehr um ihre Fixkosten zu decken. Das Angebot wird größer, der Preis sinkt weiter, die Bauern geraten in noch größere finanzielle Schwierigkeiten. Und ja, das führt zum Absinken der Qualität. Zur Erinnerung, hier geht es um Milch.
Der Markt wirds schon richten…
Ich weiss, niemand ausser mir mag diesen Spruch, tut mir leid. Ich find ihn toll
Wir haben zuviel Milch in Deutschland. Sonst wäre sie ja wohl kaum so billig, oder? Gäbe es weniger Milch könnten auch höhere Preise verlangt werden, die Bauern hätten folglich einen höheren Lohn für ihre Arbeit. Leider müssen dafür aber ein paar Spieler gehen, denn zuviele Bauern, die alle ihre Grundbedürfnisse decken müssen, schwächen durch das entstehende Überangebot den Markt zu sehr. Hat irgendwer a beautiful mind gesehen?
Da diese aber kaum freiwillig gehen werden läuft es leider nur noch auf die harte Tour. Keine Preisabsprache, niedrige Preise. Insolvenzen von Bauern. Nicht schön.
Aber wirkungsvoll.

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