Geschichten.
Sie versüßen uns, je nach Medium und Empfänger, den Feierabend, den Fernsehnachmittag, die lange Mittagspause oder den Frühstückskaffee. Wahre Geschichten, erfundene Geschichten und all jene, die irgendwo dazwischen liegen.
Wie wahr die Geschichten nun wirklich sind, variiert dabei recht stark. Von Medium zu Medium, von Autor zu Autor. Meist stehts dann ja im Vorspann, wie wahr eine Geschichte ist. Bei den Unterschieden zwischen verschiedenen Ländern und innerhalb bestimmter Mediensparten ist das dann schon nicht mehr so einfach. Unrühmliches Beispiel ist – und bleibt – immer wieder China. Gewalt, Armut, Unterdrückung, reden wir nicht drüber, sie selber tuns ja auch nicht.
In der schönen Heimat zensieren wir recht ungern, zu stolz sind wir auf unsere Pressefreiheit. Wobei es manchmal natürlich nicht anders geht. Bücher, die auf traurige Wahrheiten gewisser Chefredakteure hinweisen, kann man schließlich auch nicht so stehen lassen. Fotos einer gewissen Moderatorin, deren Namen zu nennen mich auf Jahre ruinieren würde, dürfen nicht gezeigt werden, “belanglose Situation”. Was davon wohl die vielen Straftäter unverurteilten Verdächtigen, deren Antlitze von Bild in ganz Deutschland publiziert wurden, halten? Okay, bei einer Verhaftung oder vor Gericht kann man von “belanglos” auch nicht mehr sprechen, seh ich ein, Pressefreiheit. Die Frau (wer auch immer sie war), die ihr Briefkastenschild in 4c als Aufmacherbild wiederfand..? Belanglos? Pressefreiheit? Hä? Katja Riemann mit ihrem “Porno-Freund” wieder nicht so? Okay, macht Sinn. Pressefreiheit, Meinungsfreiheit!
Nein, was die Wahrheit angeht, haben wir es in Deutschland nicht so leicht. Privatpersonen schon gar nicht und “Prominente” nur bedingt. Trauriger Höhepunkt war da wohl die Häme der Bildzeitung über die Veröffentlichung eines “Todes-Fotos” Prinzessin Dianas. Mit Anschauungsobjekt natürlich. Danke für Ihre Meinung, eine schöne Geschichte… Pressefreiheit.
Und weil Geschichten eben nicht vom Himmel fallen muss man sie manchmal wo anders rausziehen. “Frosch vergewaltigt Goldfisch” ist da noch eher harmlos, die beiden Tierchen werden es wohl hoffentlich niemals erfahren. Pressefreiheit nenne ich das jetzt mal nicht, aber ne Meinung kann ja jeder haben wie er will. Ein Bild-Chefredakteur, der sein Zitat in einem Aufsehen erregenden Buch wiederfindet, ist eben doch eine schützenswerte Persönlichkeit. Immer schön an den Frühstückskaffee denken, nicht jeder hat die Zeit, seine tägliche Ration Volksverdummung aus den Nachmittag(-stalk-)show-/-realitäts-/-lebenshilfesendungen ziehen zu können, wir sind auf sie angewiesen, die lieben Onkels und Tanten aus der Märchen- äh Newsredaktion mein ich.
Art. 5 Abs. 1, 2 GG
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.
Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.
Eine Zensur findet nicht statt.
Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
Na, aber Gott sei Dank ist das so. Denn wo wären wir, ohne Meinungen & Geschichten? In der Realität. Wie langweilig. Pressefreiheit, Meinungsfreiheit. Genauso hatte besagter ehemalige Chefredakteur in seiner von den Bild-Anwälten so teuer zensierten Aussage doch auch nur eine Meinung getätigt… und das ist ja bekanntlich erlaubt. Aber Publikation geht dann wohl doch zu weit.
Und wessen Ehre ist dann jetzt genau gemeint?
Art 3 Abs. 1 GG
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Achso.
Und wenn es doch mal Lichtblicke gibt? Dann gnade ihnen das Internet.
Nur eins verstehe ich nicht…
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