Freiheit, Fehler machen zu dürfen II.
Eine ganz interessante Diskussion eigentlich. Aber zwischen den Guten und den Bösen liegt eben immer noch eine dritte Gruppe: Die der einfach Blöden.

Man muss da wirklich zwischen “Bankmanagern”, “Anlageberatern” und den Anlegern selbst unterscheiden.

Anlageberater sind – das darf man als Anleger niemals vergessen – “Verkäufer”. Der Beruf dieser Menschen ist es, ein Produkt zu verkaufen, an die Anleger. Hierbei sprechen wir von Menschen mit denen wir vielleicht zur Schule gegangen sind oder studiert haben – die also nicht vom Teufel persönlich gesandt wurden. Und genauso, wie ein Autoverkäufer nicht zu 100% weiß, ob das Benzin morgen noch da sein wird (jaja, sehr hypothetisch, schon klar), weiß auch der Anlageberater, selbst in allerbester Ausübung seiner – vom Gesetz zwingend auferlegten – Beratungsverpflichtung, nicht zu 100%, wie sich die Finanzmärkte der Zukunft entwickeln. Wie soll er das wissen?

Prognosen gab es, man hätte darauf hören können.

Der wesentlich kleineren, von mir aus “elitäreren”, Gruppe der Bankmanager mag man da schon mehr Weitsicht zusprechen. Und hier wurden Fehler gemacht, die schon über das Annehmbare hinausgehen, zweifellos.
Aber man verrate mir eines: Welcher rational handelnde Bankmanager, auf Profit aus, kauft für sein Institut “faule” Pakete? Oder leitet seine Verkäufer dazu an, diese an die eigenen Kunden weiter zu reichen? <– sehr zentrale, wichtige Frage.

Und da es immer noch ein Problem der Kreditmärkte ist, Zitat aus einem Kommentar:

Das Geld ist in die Taschen einiger weniger gelangt.

Das wären dann wohl die amerikanischen Kreditkunden, richtig?

Wir hauen und treten am liebsten im heimatlichen Revier. Warum? Ist der Kuckuck in diesem Spiel nicht viele tausend Meilen und einen kleinen Ozean entfernt zu suchen?

Und ich kann mich nicht erinnern, dass jemand von den Bankern vorher sowas wie “25% Rendite geht einfach nicht, da ist der kollaps vorprogrammiert. Ihr macht ma halblang, macht 4% und habt dafür auch nen Gegenwert und keine Blase” gesagt hat.

Das macht nichts, denn dafür hat der liebe Gott, die Deutsche Gesetzgebung den Schadensersatz erfunden. Ich gehe sogar ganz fest davon aus, dass vielen Anlageberatern Fehler unterlaufen sind und auch einige sich von Provisionsgier (was ein böses Wort) haben verleiten lassen, selbst ohne Wissen um den Markt, als sicher proklamierte Zertifikate (und wie das ganze Zeug noch heißen mag) verkauft haben. Kunden sind dabei zwangläufig die Opfer, aber welcher Windows-Nutzer ist das nicht? Vertraue ich mein Geld – größere Summen – dem Urteil einer fremden Person an, muss ich damit rechnen, auf die Nase zu fallen. Eine Frage des gesunden Menschenverstandes: Ich informiere mich – im Rahmen meiner Möglichkeiten. Rechtlich trotzdem ganz einfach: Der Anlageberater informiert mich – im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Und die Klagewelle wird sooo schööön werden…

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