Archive for October, 2008
Der Lauf aller Dinge ist geprägt von strengen Gesetzen. Der Markt blieb bei dieser Weltordnung wohl am allerwenigsten verschont: Preis, Nachfrage, Absatz, egal jetzt. Von Murphys Gesetz will ich gar nicht anfangen, Godwins Gesetz finde ich an dieser Stelle sowieso viel spannender: “Wer auch immer Godwins folgt, verliert jede Diskussion, automatisch”, sagte eine Freundin von mir. IFO-Wirtschaftsgottheit Hans-Werner Sinn dürfte diese Einschätzung ab morgen vermutlich teilen.
Einer muss es ja gewesen sein. Seit je her sind Opfer dargebracht worden, um die Götter zu besänftigen. Früher bediente man sich als Schäfer da gerne in der eigenen Viehherde, heute bedient sich die Herde viel lieber direkt am Schäfer. Die Luft ist dünn an der Spitze der Wirtschaft. Was oft als “Preis des Erfolges” bezeichnet wird, scheint eigentlich nur eins zu sein: Der Preis für den Mut, den Mund aufzumachen und sich durch eine konkrete Aussage angreifbar zu machen.
Dummer Fehler.
Das muss ich einfach mal kurz los werden, es gibt ja so unglaublich göttliche Kommentare…
An den Börsen läuft es derzeit alles andere als rund. Das Wissen um zukünftige Belastungen der Banken macht weltweit die Anleger nervös. Kampf oder Flucht? Flucht. Das macht folgendes Zitat ein wenig zur selbsterfüllenden Pro… nein okay, so weit will ich dann doch nicht gehen.
Für manche Aussagen kann selbst ich mich eigentlich nur bedanken, in vollem Ernst dieses Mal.
Eine Wirtschaftsordnung, welche die Finanzmärkte eng an die Kandare nimmt, ist nicht nur denkbar, sondern auch Geschichte. Die Amerikaner haben als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise das Kapital streng kontrolliert mit der Folge, dass das Wachstumspotential deutlich schrumpfte. Der Sozialismus war noch konsequenter: Spekulationskrisen gab es in der DDR keine; Wohlstand indessen auch nicht. Gewiss kann jetzt nicht weitergewurstelt werden wie bisher. Wenn freilich nichts als Regulierung, Staatskontrolle und Beschränkungen des Börsenhandels dabei herauskommt, wird der Schaden langfristig womöglich noch größer werden.
Die Bankenkrise nervt. Irgendwie scheint sich das liebe Schicksal auch vertan zu haben: Etwas mehr als elf Monate sind es noch, dann findet am 27. September 2009 die nächste Bundestagswahl in Deutschland statt. Was soll das also jetzt schon? Oder denkt da eine lenkende Kraft nur an die US-Wahl? Wie auch immer, auch unsere heimischen Parteien fühlen sich berufen, die Patentlösung zur Rettung der Opfer des Kapitalismus zu bieten, alles wird gut.